E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Bad Homburg 28°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Waffengesetz: Bis 1. Juli dürfen Sie illegale Waffen noch straffrei abgeben

Von Die Zeit läuft für alle die, in deren Haushalt sich alte Schusswaffen samt Munition befinden. Der unbefugte Besitz ist nämlich illegal und verstößt gegen das Waffengesetz.
Im Schnitt werden bei der Waffenbehörde im Landratsamt pro Jahr etwa 250 bis 300 Waffen abgegeben. Und das unabhängig der Amnestieregelung. Unser Foto zeigt eine Waffe, die vom LKA sichergestellt wurde. Symbolfoto: dpa Foto: Alexander Heinl (dpa) Im Schnitt werden bei der Waffenbehörde im Landratsamt pro Jahr etwa 250 bis 300 Waffen abgegeben. Und das unabhängig der Amnestieregelung. Unser Foto zeigt eine Waffe, die vom LKA sichergestellt wurde. Symbolfoto: dpa
Usinger Land. 

Sie besitzen eine alte Waffe, eventuell ein Erbstück vom Opa oder Uropa? Dann aber schleunigst weg damit. Denn das Gesetz verbietet den unbefugten Besitz solcher Schusswaffen. Der Gang mit der Waffe zur nächsten Polizeistation wäre eigentlich schon gesetzeswidrig.

Es gibt die sogenannte Amnestieregelung im Rahmen des Waffengesetzes. Die besagt, dass solche illegalen Waffen straffrei abgegeben werden können. Dieser Ausnahmezustand hält aber nicht mehr lange an, er endet am 1. Juli (siehe Kasten). Denn die Strafverzichtsregelung ist befristet.

Sie bezieht sich ebenso auf Munition und auch auf den erlaubnisfreien Transport von Waffen und Munition zur Abgabe bei den zuständigen Behörden oder Polizeidienststellen. Im Klartext heißt das, Waffen und Munition können auf dem direkten Weg vom Aufbewahrungs- oder Fundort bei der zuständigen Behörde straffrei übergeben werden, wo sie vernichtet werden.

Seit 2013 gibt es ein nationales Waffenregister, in dem alle Informationen zu erlaubnispflichtigen Schusswaffen in privatem Besitz gespeichert sind. Im Juli des vergangenen Jahres trat eine zusätzliche Änderung in Kraft. Es wurden aufgrund des damaligen Koalitionsvertrages der Bundesregierung die Vorgaben zur Aufbewahrung von Waffen neu verfasst und die neue Amnestieregelung erlassen.

Die Neuregelungen bei der Aufbewahrung betrafen auch die Sportschützen. Es wurde nämlich genau festgelegt, dass Waffen ungeladen in einem verschlossenen Behältnis aufbewahrt werden müssen. Das gilt für erlaubnisfreie Waffen oder Munition. Erlaubnispflichtige Munition aber gehört in ein Stahlblechbehältnis mit Schwenkriegelschloss. Langwaffen gehören sogar in einen Schrank der Norm DIN/EN 1143-1.

Elf Fälle

Der Waffenbehörde im Landratsamt des Hochtaunuskreises liegen seit Juli 2017 und damit seit dem Beginn der Amnestieregelung insgesamt 81 Fälle vor, in denen Schusswaffen abgegeben wurden. Elf davon gehörten in den Bereich der Amnestieregelung, sagte Andrea Herzig, Pressesprecherin des Hochtaunuskreises, auf Nachfrage dieser Zeitung. Sie macht darauf aufmerksam, dass die Mitarbeiter der Waffenbehörde nach Absprache die Waffen auch zu Hause abholen. Ansonsten sei die Abgabe von Waffen und Munition mittelbar über die Polizeidirektionen oder direkt bei der Waffenbehörde möglich. „Das heißt, jeder Bürger kann seine Waffen auf einer Polizeiwache abgeben“, berichtete Andrea Herzig. Wer diesen Weg beschreitet sollte wissen, dass die Polizei die Waffen immer an die Waffenbehörde weiterreicht. „Im Schnitt werden pro Jahr etwa 250 bis 300 Waffen abgegeben“, teilte Andrea Herzig mit. Und das unabhängig der Amnestie-Regelung. Das seien beispielsweise Fundwaffen, die in alten Häusern auftauchen. Eine gesteigerte Anzahl von Waffen aufgrund der Regelung lasse sich aber bislang noch nicht ableiten.

Zur Startseite Mehr aus Usinger Land

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse