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Sanddorn-Hecke: Bunte Beeren locken Vögel an

Von Die Sanddornhecke unterhalb der Schlink ist einzigartig. Sie fasziniert im Herbst nicht nur durch ihren Anblick, sie lockt auch viele Vögel an. Eine gute Gelegenheit für Ornithologen, hier „auf die Jagd“ nach Vögeln zu gehen . . .
Dass auch acht Schwanzmeisen in sein Netz gekommen sind, freut Dr. Rolf Hennes besonders. Bilder > Foto: Gerrit Mai Dass auch acht Schwanzmeisen in sein Netz gekommen sind, freut Dr. Rolf Hennes besonders.
Usinger Land. 

Für Blaumeisen ist die Sanddornhecke an der östlichen und südlichen Seite des Naturkornhofs ein wahres Paradies. Sie kommen in aller Herrgottsfrüh aus dem Wald, holen sich einen vitaminreichen Snack, fliegen blitzschnell zurück und starten gut gerüstet in den Tag. Nach der Frostnacht schmecken die Beeren besonders gut, aber in den letzten Wochen könnte die Rückkehr länger gedauert haben.

Der Bad Homburger Hobby-Ornithologe Dr. Rolf Hennes hatte seine Netze ausgespannt, in die nicht nur Blaumeisen geflattert sind. An einem einzigen Vormittag waren es 80 Blaumeisen, von denen zehn Prozent bereits beringt waren. Hennes vermutet, dass etwa 1000 bis 2000 dieser Vögel den Sanddorn nutzen. Auf seiner Waage landeten an diesem Vormittag zudem zwölf Kohlmeisen, elf Wintergoldhähnchen, acht Schwanzmeisen, die in einem ganzen Schwarm angeflogen kamen, je vier Amseln und Heckenbraunellen, zwei Feldsperlinge, ein Buchfink, ein Hausrotschwanz, ein Zaunkönig und eine Sumpfmeise.

Kleines Paradies

Hennes, der Sprecher der Ornithologen im Kreis ist, hat allein an der Sanddornhecke in diesem Jahr weit mehr als 500 Vögel registriert; er legt seine Netze aber auch an weiteren Orten aus, etwa im Kirdorfer Feld. Er hält die Werte fest und meldet sie der Vogelschutzwarte Helgoland, zu deren Einzugsbereich der Hochtaunus gehört.

Natur ist zu aufgeräumt

Der Nabu hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, der zufolge seit 1980 im Durchschnitt rund 80 Prozent weniger Insekten registriert werden konnten.

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Damit lasse sich das Zug- und Brutverhalten der Tiere ermitteln und damit verbunden Veränderungen der Umwelt bis hin zum Klimawandel. „Zugvögel fliegen immer später in den Süden, manche gar nicht mehr oder nicht so weit.“ Die Sanddornhecke sei einzigartig im Kreis und ein wahres Paradies für Vögel. Überhaupt gebe es rund um den Naturkornhof mehr Insekten und Vögel als rund um konventionell bewirtschafteten Ackerflächen. Stehen die Piepmätze also auf Bio?

Meise im Netz

Eigentlich sei das ihnen egal, meint der Fachmann. Tatsache sei, dass es auf ungespritzten Feldern mehr Insekten gebe. Sind ihm Vögel ins Netz gegangen, befreit er sie einzeln, steckt sie vorsichtig in kleine Baumwollbeutel, und wenn eine größere Zahl zusammen gekommen ist, bringt er sie in seinen braunen Bus, wo er seine Arbeitsmittel hat: Ringe, eine Waage und einen Computer, um die Daten festzuhalten. Kürzlich war ihm sogar eine Kohlmeise aus Litauen ins Netz gegangen, und den Wendehals habe er in Wehrheim gar nicht erwartet.

Das Wintergoldhähnchen, das er in Händen hält, ist ein älteres – das erkennt er an den Federn. Es wiegt 5 Gramm und ist gesund. Anders sieht es bei den Gimpeln aus. Sie sind von einer Viruserkrankung geplagt, die an Verdickungen an den Beinen deutlich wird. „Die kann ich nicht beringen.“ Die Gefahr von Blutungen sei zu groß, aber das zeige, dass über solche Kontrollen gebietsübergreifende Erkrankungen entdeckt werden.

Für das orangene Schlaraffenland, das sich unterhalb der Schlink bietet, hat Landwirt Paul Erich Etzel vor etwa 15 Jahren mit seinem Enkel Moritz 1000 Sanddornpflanzen in die Erde gesteckt.

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