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Musik: Cole May produziert sein erstes Album in Neu-Anspach

Von Ein Jahr hat Cole May in Australien verbracht und dort eine Menge über sich selbst gelernt. Am Ende wusste er, dass er Musiker werden will. Jetzt entsteht in der Rockfabrik in Neu-Anspach gerade seine erste Platte.
Cole May spielt auf einer Akustik-Gitarre von „Martin Guitars“, während auf dem Bildschirm hinter ihm gerade die Aufnahme läuft. Cole May spielt auf einer Akustik-Gitarre von „Martin Guitars“, während auf dem Bildschirm hinter ihm gerade die Aufnahme läuft.
Neu-Anspach. 

Als er das Abi in der Tasche hatte, wollte Cole May nicht gleich an die Uni oder eine Ausbildung machen wie viele seiner Freunde vom Philippinum in Weilburg, sondern erst einmal auf eine lange Reise gehen. „Ich war ein wenig frustriert und musste einfach weg“, erzählt der junge Musiker. Im September 2015 war es dann so weit: Der damals 18-Jährige packte seine Koffer und flog nach Australien. „Meine Mutter hatte mir so viel von dem Land vorgeschwärmt, dass sich die Entscheidung richtig anfühlte.“

Cole May ist als Backpacker ein Jahr auf dem Kontinent unterwegs gewesen. Er hat verschiedene Jobs gemacht, er ist in dieser Zeit aber auch zum Musiker geworden. Dies erzählt der Sänger und Gitarrist, der schon im Alter von fünf Jahren mit dem Gitarrenspiel begonnen hatte, während im Aufnahmestudio der Neu-Anspacher Rockfabrik auf dem Bildschirm hinter ihm gerade das Arrangement seiner ersten eigenen Extended Play (EP) mit fünf selbst geschriebenen Stücken läuft.

Sich selbst gefunden

„In Australien bin ich erwachsen geworden“, berichtet der 20-Jährige von seinem Aufenthalt, der ihn nach Tasmanien und in große Städte wie Melbourne und Perth führte. Sich selbst gefunden hat er aber, so sagt er, auf einer nur 19 Quadratkilometer großen Insel: auf Rottnest Island. „Es ist einfach wunderschön dort, und die Menschen sind toll.“

Cole May hat in der Zeit viel mit Australiern musiziert. Das hat ihm die Richtung gezeigt, denn während er bis dahin in verschiedenen Genres unterwegs war, macht er seitdem nur noch Folk-Pop. „Mit dieser Musik lassen sich Gefühle besser rüberbringen.“ Der Singer-Songwriter Vance Joy und die Band Sticky Fingers sind heute seine Vorbilder. Und während er als Jugendlicher viele Stunden am Tag auf seiner E-Gitarre am liebsten Hardrock spielte, hat er sich jetzt für Songwriting und eine Akustik-Gitarre von „Martin Guitars“ entschieden – wegen ihres warmen und natürlichen Klangs.

Doch mit dem Australien-Trip alleine war es nicht getan. Reisen nach Neuseeland, Schottland und Irland schlossen sich an, außerdem eine Tour durch Städte wie Amsterdam, Brüssel und Straßburg. Wenn er in Pubs oder auf der Straße Musik macht, um sich ein wenig Geld zu verdienen, performt er mit einer sogenannten Loop Station, einer Art Live-Sampler. Mit dem Fußpedal nimmt er zunächst kleine Passagen seiner eigenen, nicht nur mit der Gitarre, sondern auch mit dem Tambourin oder dem Shaker gemachten Musik auf und begleitet sich anschließend selbst. „So kann ich quasi eine ganze Band imitieren.“

Stimme gebildet

Es braucht Überwindung, auf der Straße zu spielen, das gibt der Gitarrist zu. Singen wollte er auch erst nicht, doch mit der Zeit hat sich seine Stimme gebildet, wurde kraftvoller und lauter. „Ich habe dann auch viel Anerkennung bekommen und mir überlegt, dass es doch komisch wäre, ein Songwriter zu sein, der nicht selbst singt.“ Und so ist der sympathische junge Mann in Australien auch zum Sänger geworden. Für die Platten-Aufnahme hat er seine Aussprache in der Rockfabrik perfektioniert.

Hier arbeitet auch Christian Herrle, der das Album produziert. Die ersten Songs sind fertig, bei anderen fehlen noch Gesangs- und Percussion-Parts, und natürlich ist auch noch viel Feinarbeit wie das Abmischen und die Endbearbeitung nötig. Doch im Sommer soll die Platte erscheinen und auf Facebook, Instagram, Youtube sowie auf der eigenen Internetseite (www.colemay.com) veröffentlicht werden. Reisen und die Welt sehen, das sind die Themen, die sich in seinen Stücken wiederfinden. In ihnen verarbeitet Cole May Erfahrungen und Sehnsüchte, wie beispielsweise in „San Francisco“, einem der ersten von ihm selbst geschriebenen Songs. Viel ist auch von Rottnest Island inspiriert und von seinen langen Streifzügen durch die Natur. „Ich war häufig alleine und habe dadurch viel über mich selbst erfahren.“

Weg als Solo-Artist

Cole May ist übrigens ein Künstlername: Cole hat er als Spitzname von seinen australischen Freunden auf der Insel bekommen, May hieß eine junge Frau, die ihn davon überzeugt hat, seinen Weg als Solo-Artist zu gehen. Außerdem ist der Musiker im Mai geboren und mag den Monat sehr.

Auch wenn Cole May inzwischen ein Studium begonnen hat, sein Lebensinhalt soll auch künftig das Reisen und das Musikmachen sein. „Ich möchte die Welt sehen und auf großen Bühnen stehen.“

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