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Mit 103 Jahren topfit: Das ist der wohl älteste Mensch des Usinger Landes

Von August Reichert aus Kransberg ist der älteste Mensch im Usinger Land. Heute feiert er seinen 103. Geburtstag. Reichert hat sehr viel für den Stadtteil getan.
Mit 103 Jahren ist August Reichert, Träger des Bundesverdienstkreuz, noch sehr interessiert, was in seinem Dorf passiert. Foto: Dorit Lohrmann Mit 103 Jahren ist August Reichert, Träger des Bundesverdienstkreuz, noch sehr interessiert, was in seinem Dorf passiert.
Kransberg. 

An der Wand hängt ein großes Foto von seinem Hund. Mit dem vierbeinigen Gefährten drehte August Reichert Tag für Tag seine Runden durchs Dorf. Bis 2009, dann starb das Tier. Im selben Jahr feierte dessen Herrchen seinen 95. Geburtstag. Damals zeigte sich der im Hunsrücker Niederwörresbach geborene „Eingeplackte“ noch völlig zufrieden mit sich und der Welt. „Solang’s oben stimmt und an die Füß’ stimmt“, pflegte Reichert seine Zufriedenheit zu begründen. Er wurde schon damals für seine außergewöhnliche geistige und körperliche Beweglichkeit bewundert.

Bis zu seinem nächsten „Runden“, dem 100. Geburtstag, hielt dies auch an und sogar noch darüber hinaus. Inzwischen hat Reichert trotz seiner ausgeprägten Willensstärke an Beweglichkeit eingebüßt. Jedenfalls an der körperlichen.

Seine Gedanken indes kreisen nach wie vor um all jene Dinge, die ihn schon immer beschäftigt hatten, und bei jedem kleinsten Problemchen im Haus hat er sofort einen Rat zur Hand. Und die Medien, die August Reichert jetzt noch einen Einblick in die Geschehnisse auf der Welt vor seiner Haustür ermöglichen, liefern ihm reichlich zusätzliche Denkanstöße.

Früherer Edelsteinschleifer

Zufrieden ist der Jubilar indes damit jetzt nicht mehr. Der Mann, der früher jede Seniorenveranstaltung im eigenen Dorf sowie in der Kernstadt Usingen wahrnahm, der stets unterwegs war, der würde doch liebend gerne weiterhin selbst Hand anlegen, um die Geschicke seines Heimatdorfes zu steuern. Er würde auch gerne nach Lust und Laune Freunde und Bekannte besuchen, beispielsweise seine Stammtischrunde, die er bis vor einem Jahr noch allwöchentlich aufsuchte. „Aber inzwischen leben ja nur noch jüngere Bekannte“, bedauert Tochter Ursula Fritz. Schließlich erreicht nicht jeder das 100. Lebensjahr so wie ihr Vater.

Früher war der Edelsteinschleifer August Reichert, den seine Zugehörigkeit zum Militär nach Kransberg geführt hat, politisch und ehrenamtlich sehr aktiv. Ihm sind die Ortsgruppen des VdK im Usinger Altkreis zu verdanken, die er 1946 ins Leben rief. Er gehörte zu den Gründern der Jugend- und Kulturgemeinde Kransberg, schloss sich zudem dem Männergesangverein und der Sängervereinigung seiner Heimat an. Sogar das erste Bürgerhaus im Altkreis Usingen ist August Reichert zu verdanken, einem 1952 entstandenen Treffpunkt für kulturelle Veranstaltungen.

Wappen gerettet

In den 1980er Jahren gab er den maßgeblichen Anstoß zur Außenrenovierung der Schlosskapelle. Und er rettete das alte Wappen des Kransberger Schlosses, das dessen damaliger Besitzer verschrotten wollte, und ließ es restaurieren. Heute ziert es die Wand des Bürgerhauses. Sein Engagement hat dem zweifachen Vater, vierfachen Opa und zweifachen Uropa unzählige Ehrungen eingebracht. Wenn er für ein Foto posiert, legt er großen Wert darauf, dass seine sämtlichen militärischen Auszeichnungen sowie das Bundesverdienstkreuz ordentlich ans Sakko angeheftet sind. Dass ihr betagter Vater an diesem Ehrentag seine Gratulanten in schmucker Aufmachung empfangen kann, darum kümmert sich Tochter Ursula Fritz, die inzwischen schon selbst im Ruhestand ist. Ab elf Uhr seien Gäste willkommen.

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