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Großkatze von Jägern im Usinger Land gesichtet und gehört: Der Luchs ist wieder da

Von Es gibt tolle Neuigkeiten für alle Freunde des Luchses: Eines der größten europäische Landraubtiere kehrt ins Usinger Land zurück, zumindest zeitweise. Gesichtet wurde ein Luchs zwischen Merzhausen und Hunoldstal. Die Jägerschaft kann sich mit der Großkatze arrangieren. Für Menschen stellt der Luchs keine Bedrohung dar.
So schön und so friedlich: Ein Luchs, wie dieses Exemplar aus dem Opel-Zoo in Kronberg, ist in freier Wildbahn im Usinger Land gesichtet worden. So schön und so friedlich: Ein Luchs, wie dieses Exemplar aus dem Opel-Zoo in Kronberg, ist in freier Wildbahn im Usinger Land gesichtet worden.
Merzhausen/Hunoldstal. 

„Der Luchs ist wieder da“, berichtete Klaus Pöhlmann, Vorsitzender der Jägervereinigung Usingen. Sein Mitjäger Heinz Meine hat im Hirschberg zwischen Merzhausen und Hunoldstal das Pinselohr ein Mal gesichtet und gehört. Außerdem hat Pöhlmann erfahren, dass vor Monaten auch in Niederlauken ein Luchs gesehen wurde.

Pöhlmann geht davon aus, dass es das gleiche Tier war. „Luchse haben ein riesiges Streifgebiet von etwa 50 000 Hektar“, teilte er mit. Im Vergleich dazu erstreckt sich die Gemarkung von Merzhausen über 700 Hektar. „Das Tier ist einem festen Gebiet also ständig irgendwo anders“, erläuterte der Jäger. Wo genau er im Usinger Land und Hochtaunuskreis herumstromert, wisse er nicht genau. Den Hirschberg suche er wohl häufiger auf, dort gibt es gute Verstecke zwischen den Felsen und genug Nahrung.

Sein Mitjäger hatte bei der Begegnung mit der Großkatze im Hirschberg Ohren wie ein Luchs. Denn nachdem das Rehwild, auf das Meine es abgezielt hatte, geflüchtet war, hörte der erfahrene Jäger merkwürdige Stimmen, die er nicht zuordnen konnte. Im Internet habe er sich dann schlau gemacht und sei sich sicher gewesen: „Das war ein Luchs, der gemault hat, weil er kein Reh gekriegt hat.“

Keine Konkurrenz

Als wirklichen Jagd-Konkurrent sieht Pöhlmann den Luchs dennoch nicht. Ein Luchs erlege rund 50 Rehe im Jahr, verteilt auf ein riesiges Gebiet. „Gemessen mit dem, was ein Wolf anrichten kann, können wir mit dem Luchs gut leben“, sagte er. Von Rehen, die bei Autounfällen ums Leben kommen, will er gar nicht reden. Von einem Reh ernähre sich ein Luchs eine ganze Woche lang. „Der Luchs ist anständig und frisst seinen Teller leer, bevor er wieder auf die Jagd geht, was den Wildbestand angeht tut er uns nicht weh“, meinte der Jagdpächter. Der Luchs gehöre genauso in die hessischen Wälder Dachs und Fuchs. Wie stabil die hessische Population ist, weiß Pöhlmann nicht, denn bisher habe es in Hessen noch keinen Luchsnachwuchs gegeben.

Unter Totalschutz

Für Jäger sind Luchse auf jeden Fall tabu. „Sie stehen unter Totalschutz“, so Pöhlmann. Auch wenn die größte europäische Katze den Grünjacken immer mal ein Stück Wild abluchsen, können diese sich mit den Wiederkehrern arrangieren. Verglichen mit dem Wolf ist der Luchs auch in den Köpfen der Bevölkerung weniger negativ besetzt. „Ich habe auch noch nie gehört, dass ein Luchs einen Menschen bedroht hat“, sagt Pöhlmann. Wanderer brauchten keine Angst zu haben. Für den Menschen seien Luchse nicht gefährlich. Sollte man tatsächlich mal einem Exemplar begegnen, sollte man sich mit ruhigem Schritt zurückziehen, um ihn nicht zu stören. Hunde sollten im Wald ohnehin an der Leine geführt werden, damit ein Luchs nicht in Versuchung geführt werde sein Beutetier zu verteidigen.

Etwa 7000 Tiere in ganz Europa

Im deutschen Sprachgebrauch ist mit „Luchs“ fast immer der Eurasische Luchs oder Nordluchs (Lynx lynx) gemeint. Nach dem Bären und dem Wolf ist diese Katze das größte europäische Landraubtier.

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