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Gewerbeverein kritisiert fehlendes Engagement: "Derzeit ist der Tourismus im Usinger Land tot"

Von Landauf und landab preisen die Bürgermeister das touristische Potenzial des Usinger Landes. Die Übernachtungszahlen belegen hingegen den Scheintod des "schlummernden Riesen Tourismus". Der Usinger Gewerbeverein hat ein Tourismus-Konzept erarbeiten lassen – das von der Politik nicht beachtet wird.
Ralf Müller, Vorsitzender des Gewerbevereins bedauert, dass sich die Politik nicht für ein einheitliches Tourismus-Konzept interessiert. Foto: Pieren Ralf Müller, Vorsitzender des Gewerbevereins bedauert, dass sich die Politik nicht für ein einheitliches Tourismus-Konzept interessiert.
Usingen. 

Ralf Müller ist irritiert. „Mich macht es stutzig, dass in Usingen Kommunalpolitiker ein Tourismus-Konzept entwickeln möchten. Sie wissen offenbar nicht, dass im Rathaus seit 2014 ein solches vorliegt“, sagt der Vorsitzende des Usinger Gewerbevereins im TZ-Gespräch. „Und zwar eines für das gesamte Usinger Land.“

Müller bedauert, dass man das 2014 im Auftrag des Gewerbevereins erstellte Konzept nicht als Arbeitsgrundlage aufgegriffen hat. Keinesfalls möchte er mit seiner aktuellen Wortmeldung eine Schuld zuweisen. Vielmehr möchte er das Konzept, das als Masterarbeit der FH Erfurt erarbeitet wurde, nochmals als Arbeitsgrundlage ins Spiel bringen.

„Das Usinger Land als Tourismus-Region – Ansätze für ein Marketingkonzept“ – bereits der Titel verdeutlicht, dass der Grundgedanke des Konzeptes über Usingen hinaus geht. „Der Gewerbeverein ist weiterhin offen, daran weiterzuarbeiten“, sagt Müller. „Derzeit ist der Tourismus im Usinger Land tot. Das ist ein brachliegendes Geschäft.“

Verwundert ist Müller über die Nicht-Beachtung des Konzeptes vor allem auch deshalb, weil die Bürgermeister und Kommunalpolitiker aus der Region stets den hohen Stellenwert des Tourismus hervorheben – daraus aber wenig Greifbares folgt. „Wenn man den Tourismus hoch hält, muss man sich auch daran machen und Arbeitskraft investieren. Es werden offenbar andere Prioritäten gesetzt.“

Wer nur die Sehenswürdigkeiten oder die Feste in den eigenen Städten und Kommunen aufzähle oder in Prospekten veröffentliche und das als Tourismus-Förderung hochhält, werfe Nebelkerzen. „Es genügt nicht zu sagen, Usingen hat einen schönen Schlossgarten, einen neu gestalteten Alten Marktplatz und einen tollen Weihnachtsmarkt. Das zieht alleine keine Touristen an“, kritisiert Müller. „Wir müssen touristische Pakete potenziellen Kunden schnüren und diese vermarkten.“

Der Gewerbevereinsvorsitzende macht sich nichts vor: „Tourismusförderung greift nicht von heute auf Morgen. Das dauert zehn Jahre, bis die Bemühungen durch steigende Übernachtungszahlen Früchte tragen. Mit dem bereits vorliegenden Tourismus-Konzept als Grundlage ist bereits eine umfassende Analyse des Ist-Zustandes gemacht. Da braucht man keinen unnötigen Zeitaufwand reinstecken“, sagt Müller. „Aufgabe ist es, aus dem Ist-Zustand etwas aufzubauen.“

Und Ralf Müller hat auch bereits eine Idee: der Limes als Unesco-Weltkulturerbe sei eine gigantische touristische Lokomotive, die aber nicht in die Gänge komme. Es gelte, diese flott zu machen. „Der Unesco-Titel als Weltkulturerbe ist ein Geschenk Gottes. Es kann nicht sein, dass man sich mit den 130 000 jährlichen Besuchern im Saalburg-Kastell zufrieden gibt. Der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel wurde erst 2013 als Weltkulturerbe geadelt. Im vergangenen Jahr verzeichnete man bereits 800 000 Besucher.“

Der Gewerbeverein könne und wolle für eine richtige Tourismus-Förderung durch das vorliegende Konzept einen Anstoß geben und wolle ein zielgerichtetes Arbeiten initiieren. Politisch umsetzen könne man eine professionelle Tourismus-Förderung nicht. „Wir hatten 2015 bereits eine Stelle beim Magistrat beantragt, die abgelehnt wurde“, bedauert Müller. „Doch dass seither gar nichts mehr in Sachen Tourismus passiert ist, kann ich nicht verstehen. Es darf nicht beim Tagestourismus bleiben. Nur wenn man der Tourismus eine Struktur gibt, kann das Usinger Land zur Tourismus-Region werden.“

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