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Die Crux mit dem Denkmalschutz

Niederreifenberg. 

Kinder wurden in der 1912 erbauten Alten Schule schon lange nicht mehr unterrichtet. Mit Eröffnung der neuen Schule im Jahr 1998 stand das Gebäude leer. Die Volkshochschule bot hier Kurse an und Vereine nutzten die Räume für ihre Treffen. Auch eine Wohnung war noch bis Mitte 2012 vermietet, die zwar jährliche Mieteinnahmen von rund 4900 Euro brachten, doch die Unterhaltungskosten der Alten Schule bewirkten dennoch ein Defizit.

Nachdem die Heizungsanlage 2012 einen irreparablen Defekt aufwies wurde dem Mieter gekündigt und die Räume stehen seither leer. Auch das benachbarte DRK-Gebäude musste geräumt werden, da Heizen und die Warmwasserversorgung nicht mehr gewährleistet waren. Zwischenzeitlich ist zudem auch noch ein Wasserrohrbruch in dem alten Gebäude aufgetreten.

Was also tun? Schon seit vielen Jahren versucht die Gemeinde Schmitten die Liegenschaft zu verkaufen. Doch das ist nicht so einfach. Denn das Landesamt für Denkmalpflege befindet die Alte Schule als denkmalgeschütztes Haus. Über einen Rechtsstreit will die Gemeinde Schmitten erreichen, dass die Alte Schule aus dem Denkmalschutz heraus genommen wird. In erster Instanz hat die Gemeinde verloren. Das weitere Verfahren dauert an und dessen Länge ist schwer abschätzbar.

Sollte es zu keinem Erfolg kommen, könnte die Denkmalschutzbehörde Auflagen geltend machen, das Gebäude entsprechend zu sanieren und Instand zu setzen. Die Mittel hierfür wären schwer aufzubringen.

Hinzu kommt, dass ein Investitionszuschuss für die Hochtaunushalle durch den Verkauf der Liegenschaft finanziert werden sollte. Der Zuschuss lag bei 250 000 Euro und wurde im Haushaltsjahr 2014 mittels Kredit gezahlt. Vereinbart war, die Summe entweder nach Verkauf des Gebäudes, spätestens aber drei Jahre nach Inbetriebnahme der Hochtaunushalle zu zahlen.

Kaufinteressenten für die Alte Schule gab es bisher einige. Doch der Denkmalschutz als auch die Abrisskosten (70 000 bis 80 000 Euro) für den Pavillon und das DRK-Gebäude im Hof schreckten die potenziellen Käufer ab.

Der Bodenrichtwert liegt bei 160 Euro pro Quadratmeter und ergibt bei der Grundstücksgröße von 1314 Quadratmetern 210 240 Euro. Abzüglich der Abrisskosten liegt der Grundstückswert bei gut 130 000 Euro. Der Wert der Aufbauten betrug zum 31. Dezember 2015 laut Anlagenbuchhaltung 1 Euro Erinnerungswert. Sollte der Verkauf zustande kommen, würde Schmitten außerplanmäßig einen Erlös in Höhe von 150 000 Euro erzielen.

(cwa)
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