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Ein Ort der Begegnung

Von Er war und ist ein Magnet für tausende Besucher. Aus nah und fern kamen sie zum Adventsmarkt in den Hessenpark. Es lockt auch Handarbeiter hinterm Ofen hervor, die in der besonderen Atmosphäre gerne den Kontakt zu Kunden suchen.
Manuela Gaß (mit Ehemann Matthias) hat beim Adventsmarkt schon ihre Stammkundschaft. Bilder > Foto: Dorit Lohrmann Manuela Gaß (mit Ehemann Matthias) hat beim Adventsmarkt schon ihre Stammkundschaft.
Neu-Anspach. 

Es herrscht Gedränge am Stand, so dass man warten muss, bevor man endlich ganz an die Bude heran treten kann, wo sich dem Betrachter sodann die ganze Pracht des Dargebotenen entfaltet. Sind denn diese perfekten Kindermützen und Pumphosen in Handarbeit gefertigt? „Alles selbst gemacht“, strahlt der Mann hinter dem Tresen. „Aber das macht meine Frau, ich bin nur Lagerist und helfe ihr beim Transport.“ Die Frau, von der er spricht, ist Manuela Gaß, vollauf damit beschäftigt, einer Adventsmarktbesucherin bei der Auswahl eines passenden Mützchens für ihren Sohn zu helfen. Als dann der Kauf abgewickelt ist, nimmt sich die Markbeschickerin Zeit für eine kleine Plauderei. „Die Begegnungen sind sowieso das Schönste hier beim Adventsmarkt“, verrät die Oberurselerin. „Viele Kunden suchen meinen Stand auf und erzählen mir, dass sie schon im vergangenen Jahr bei mir gekauft haben.“ Sie genieße das Wiedersehen, verbunden mit einem kurzen Austausch. „Das ist das Schöne an der Marktatmosphäre“, gesteht sie.

Keine Reichtümer

Klar, ihre Produkte verkaufen möchte sie natürlich auch. „Aber man wird nicht reich dabei.“ Dabei lässt sich schon auf den ersten Blick feststellen, dass die Sachen ihren Preis wert sind, lassen sie sich schließlich noch nicht einmal sofort als von Hand gemacht erkennen – perfekt wie sie sind.

Manuela Gaß näht. Sie fertigt Mützen, Schals, Krabbelpuschen und Pluderhosen für kleine Kinder. Letztere hängen in Reih und Glied im Fenster ihrer Hütte und bilden einen kleinen Vorhang. Die Theke ist zur Hälfte belagert mit einer Riesenauswahl an Mützen und Puschen und anderen hübschen Utensilien. Die zweite Hälfte hat die Oberurselerin mit Basteleien aus Papier bestückt, darunter Glückwunschkarten und Geschenkboxen. Es verwundert ein wenig, dass Manuela Gaß diese Dinge in selbstständiger Handarbeit so perfekt hinbekommen hat. Das Nähen habe sie aber schon im Alter von 15 Jahren in einem Nähkurs gelernt, sagt sie. Außerdem habe ihre Oma auch genäht, und die sei der Meinung, das liege ihrer Enkelin im Blut.

Als Manuela Gaß Mutter wurde, begann sie, die Babykleidung für ihre Tochter selbst herzustellen. „Dann haben mich Freundinnen gefragt, ob ich für sie auch etwas machen könnte“, erinnert sie sich an die Anfänge ihrer Handarbeitskarriere vor rund sechs Jahren zurück. Seitdem produziert die junge Mutter mit größtem Vergnügen ihre Produktpalette aus Stoff. Später widmete sie sich Bastelarbeiten.

Vor fünf Jahren stellte Manuela Gaß zum ersten Mal ihre hübschen Handarbeiten auf dem Weihnachtsmarkt in Bad Soden aus. Das hat der jungen Oberurselerin auf Anhieb so gut gefallen, dass sie ein Jahr später einen ersten Versuch beim Adventsmarkt im Hessenpark startete.

Qualität hat Vorrang

„Hier bin ich jetzt das vierte Mal“, sagt sie und erklärt, wie schön es sei, mit Besuchern ins Gespräch zu kommen. Kunden könnten am Stand auch Bestellungen aufgeben. „Ich erfülle auch Sonderwünsche.“ Worauf Manuela Gaß Wert legt, das ist die Qualität der Stoffe. Damit die Sachen nicht bald abgenutzt erscheinen. „Dann kann ich nachts gut schlafen.“ Eine Mütze voll Schlaf hat sich das Ehepaar Manuela und Matthias Gaß bestimmt auch nach dem Adventsmarktwochenende im Hessenpark verdient, bevor es nächsten Samstag nach Bad Soden geht. Im Hessenpark dürfen sich Kunden übrigens auf ein Wiedersehen am Ostermarkt freuen.

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