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Offenes Atelier: Ein krummer Ast hat den Anfang gemacht

Von Die Künstler dichten, schreiben, malen, gestalten und leben im großen hohen Raum des Offenen Ateliers ihre Träume. Für die Leiterin des Diakonischen Werks, Stefanie Limberg, ist wiederum ein Traum wahr geworden. Atelier-Künstlerin Birgit Franke hat dem Haus eine wind- und wetterfeste Skulptur geschenkt.
Winfried Essl malt gerne im Offenen Atelier, von ihm hängen auch einige Bilder an den Wänden. Foto: Gerrit Mai Winfried Essl malt gerne im Offenen Atelier, von ihm hängen auch einige Bilder an den Wänden.
Wehrheim. 

Stefanie Limberg hat schon lange einen großen Traum. Jetzt steht er vor der Tür des Offenen Ateliers in der Industriestraße und wedelt mit seinem Röckchen aus Jalousien- Lamellen. Ob er allerdings wegen dem Rock weiblich ist, kann selbst die Künstlerin nicht genau sagen.

Details im Holz lassen darauf schließen, dass die Skulptur auch ein Stück Männlichkeit besitzt. Das Geschlecht war zwar Thema bei der offiziellen Enthüllung, ist aber letztlich gleich, denn die Leiterin des Diakonischen Werks Hochtaunus freut sich über das riesige Kunstwerk (lesen Sie bitte auch die Info dazu). Sie hat zur Enthüllung zum großen Atelierfest eingeladen, das lag aber nicht nur an der Person vor der Tür.

Jetzt hat das Offene Atelier eine eigene Skulptur vor der Tür stehen. Stefanie Limberg, Birgit Frank und Horst Rühl (von links) freuen sich darüber. Bild-Zoom Foto: Gerrit Mai
Jetzt hat das Offene Atelier eine eigene Skulptur vor der Tür stehen. Stefanie Limberg, Birgit Frank und Horst Rühl (von links) freuen sich darüber.

Aus Holz und Speckstein

Denn an den Wänden des großen hohen Raums hängen mehr als 30 Gemälde und auf Sockeln rundherum stehen zudem jeden Menge Skulpturen aus Holz und Speckstein. Die mehr als zehn Künstler möchten sie aber nicht nur ausstellen, sondern auch verkaufen. Bei so viel nicht Alltäglichem passte auch, dass Stefanie Limberg zur Eröffnung neben den zahllosen Freunden und Begleitern einen besonderen Gast begrüßen konnte: Horst Rühl, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Hessen samt Ehefrau, die kommen nicht jeden Tag von Frankfurt in den Taunus.

Rühl teilte die Freude über die neue Statue und gratulierte Birgit Franke, Künstlerin des Offenen Ateliers, zu ihrem gelungenen Werk.

Angefangen hatte alles mit einem langen, verdrehten Ast, den sie im Wald fand und dachte: „Der schreit danach, etwas aus ihm zu machen.“ Sie schleppte ihn ins Auto, und in die Werkstatt „Kunsttäter“ von Armin Hett, der im Offenen Atelier für alles Dreidimensionale zuständig ist.

Das war vor etwa eineinhalb Jahren. Die meiste Arbeit war das Abschleifen und Freilegen der Maserung, dann kamen Jalousien-Lamellen als Röckchen, ein Abdeckgitter aus Edelstahl als Korsett, und in die Astgabelung an der Spitze passte eine Maske.

Die Haare sind Metallspäne aus der Werkstatt von Achim Klotsche, dem das Grundstück gehört, auf dem das Offene Atelier steht, und der die Mitarbeiter und Besucher unterstützt, betonte Stefanie Limberg. Ohne Unterstützung sei es kaum möglich, eine solche Einrichtung zu führen.

Wichtiger Treffpunkt

Die Künstler sind froh, dass sie sich im Atelier treffen können, denn hier gibt es Anregungen und neue Ideen. Sie können aber auch an sich selbst arbeiten, wie es einer der Künstler ausdrückt: Hier kann ich lernen meinen Perfektionismus einzudämmen, es kann gut genug, muss aber nicht perfekt sein.“ Oder ganz praktisch: „Ich muss nicht mehr in meiner Küche malen.“ Auch der finanzielle Hintergrund spielt eine Rolle, denn nicht alle können sich Papier und Farben leisten.

Winfried Essl kommt auch regelmäßig. Er hat zusammen mit Martin Kammer die Ausstellungseröffnung musikalisch begleitet, gehört aber auch zu den Ausstellern. Er malt seit etwa sieben Jahren – manchmal zu Hause, oft aber im Offenen Atelier. Am liebsten Aquarelle. „Das ist anders als die Ölmalerei so leicht.“

Das Offene Atelier bietet Menschen in schwierigen Lebenssituationen oder mit psychischen Belastungen die Möglichkeit, den eigenen künstlerischen Ausdruck zu entwickeln. Über die Malerei, die Musik oder das Schreiben. Esther Scholz-Zerres und Armin Hett bieten Begleitung und Anleitung, damit sich die Besucher ohne Druck, nach eigenen Bedürfnissen und Tagesform selbst Erproben können. Für sie ist das eine wichtige Hilfe, um den Alltag zu strukturieren.

Mittwochs von 14.30 bis 17.30 Uhr gibt’s eine Schnupperzeit für Gäste.

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