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Liberale suchen Nachwuchs: Es fehlt an Zugpferden bei der FDP

Von Freie Demokraten sind im gesamten Usinger Land zu finden, warum ist die FDP aber nicht in Weilrod und in Grävenwiesbach angetreten? Und bis auf Wehrheim sind sie in den Parlamenten nur in kleiner Zahl vertreten. Eine Ursachenforschung.
Die FDP in Wehrheim ist im Vergleich unter den Usinger-Land-Kommunen so etwas wie das kleine gallische Dorf. Karikatur: Schwarze-Blanke Die FDP in Wehrheim ist im Vergleich unter den Usinger-Land-Kommunen so etwas wie das kleine gallische Dorf. Karikatur: Schwarze-Blanke
Usinger Land. 

Im Bund mischen die Freien Demokraten seit der Bundestagswahl im September wieder mit. Mehr noch, sie gehören zu den vier Parteien, die sich als Jamaika-Koalition um die Regierung Deutschlands kümmern wollen. Ein enormer Aufstieg nach dem radikalen Ausstieg aus dem Bundestag hat begonnen. Die FDP ist auch im Usinger Land vertreten. In Neu-Anspach erreichte sie bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr 3,2 Prozent der Wählerstimmen. 5,7 Prozent waren es zum gleichen Zeitpunkt in Schmitten. Und in Usingen wählten 7,1 Prozent die FDP. Die Wehrheimer FDP punktet an der Spitze und holte sich sogar 13,3 Prozent. Doch was ist in Weilrod los? Gibt es da keine FDP? Und ebenso in Grävenwiesbach ist die Zeit, in der wenigstens ein FDP-Politiker die Gemeindevertretersitzungen aufmischte, Vergangenheit. Warum trat die FDP in diesen Gemeinden gar nicht erst an?

Der starke Mann

Ende 2015 stand für die FDP in Grävenwiesbach fest, nicht bei der Kommunalwahl 2016 teilzunehmen. Christian Loew war der starke Mann der Freien Demokraten, der sogar im Herbst 2011 gegen den heutigen Bürgermeister Roland Seel (CDU) um den Rathaus-Chefsessel ins Stechen bei der Bürgermeisterwahl ging und satte 38,7 Prozent herausholte.

„Bis zur Kommunalwahl ist die FDP wieder da“

Was sagt der Kreisvorsitzende der Hochtaunus-FDP? Philipp Herbold zeigt sich voller Optimismus und will die schwarzen Löcher der FDP in den kleineren Kommunen schließen.

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Doch er kämpfte lange Zeit alleine auf weiter politischer Flur, sorgte sich zusammen an vorderster Front mit der Bürgergemeinschaft um gerechte Gebühren und kam irgendwie als umstrittener „Einzelkämpfer“ nicht so weit, wie er es sich wünschte.

Dennoch sorgte er für so manche Überraschung im Parlament. Denn als einer der jüngsten Grävenwiesbacher Kommunalpolitiker las er sich in die Materie ein und konnte so manche Argumente bezüglich der Gebührenpolitik widerlegen. Doch dann forderte der Beruf seinen Tribut und die Politik musste hinten anstehen. Leider gab es keinen Nachfolger in den Grävenwiesbacher FDP-Reihen. Und so endete dort die Ära der FDP.

Dabei hatte sich der Ortsverband bereits 2000 gegründet. Ein Jahr später meldete sich Helmut Flügger auf der Grävenwiesbacher Politbühne und wünschte sich Erfolg bei der damaligen Kommunalwahl. Doch der Wähler entschied sich damals dagegen. Obwohl Flügger damals schon den Finger in die Wunde legte und sagte, die Gewerbeansiedlung müsse zwar gefördert, die dadurch entstehende Verkehrsmehrbelastung aber in andere Bahnen gelenkt werden.

Nochmal frischer Wind

Christian Loew brachte einige Jahre später noch mal frischen Wind in das FDP-Gebaren, Grävenwiesbach frei zu demokratisieren. Doch seit seinem Rückzug ins Privatleben, bleibt es still um die Gelben. Lediglich Ende Juni meldete sich die Hochtaunus-FDP wieder mal in der nördlichsten Hochtaunusgemeinde und lud zu einer Informationsveranstaltung gegen die geplanten Windräder ein. Leider ein wenig zu spät, denn alle Verträge waren zu diesem Zeitpunkt längst unterschrieben.

Und wie sieht es in der Nachbargemeinde Weilrod aus? Auch da gab es die FDP im Parlament. Noch 2016 saß Günter Imfang da in der Gemeindevertretung und vertrat Weilrod im Kommunalen Gebietsrechenzentrum. Sein Vorgänger Dietrich Schmidt engagierte sich im Weilroder Parlament noch unter der Führung von Bürgermeister Hartmut Haibach (FWG). „Die FDP war immer eine Stütze im Parlament“, betonte der heute 82-Jährige, der sich aufgrund seines Alters aus der Kommunalpolitik zurückgezogen hat.

Zu sagen hat er aber dennoch viel. „Jeder sollte sich Gedanken machen, warum die FDP nicht mehr vertreten ist“, mahnt er an. Es fehlen schlichtweg Kandidaten als Zugpferde, meint Schmidt. Dabei habe die FDP für Weilrod so manche Initiative auf den Weg gebracht. Er nannte als Beispiele den Neubau der Grundschule und die Holzschnitzelanlage. „Wir Freien Demokraten haben immer gut mit der FWG zusammengearbeitet“, betonte er. Sein Nachfolger Günter Imfang sei leider erkrankt, weitere Kandidaten fehlen. „Jetzt müssten Jüngere her“, ist sein Patentrezept für die Zukunft der FDP in Weilrod.

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