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Bürgerstiftung will sich für Stadt stark machen: Es gibt viel zu tun

Von Es sind nicht zuletzt die vielen kleinen Dinge, die eine Gemeinde liebens- und lebenswert machen. Doch sie müssen finanziert werden und irgendjemand muss sie tun wollen. Die Bürgerstiftung Schmitten motiviert Stifter, Spender und engagierte Bürger und gab zum Neujahrsempfang einen Einblick.
Der Vorstand der Bürgerstiftung stellte beim Neujahrsempfang die neuen Preisträger vor. Der Vorstand der Bürgerstiftung stellte beim Neujahrsempfang die neuen Preisträger vor.
Oberreifenberg. 

Die im Vorjahr mit Preisgeldern der Bürgerstiftung Schmitten realisierten Bürgerprojekte haben gezeigt, wie viel Potenzial in der Gemeinde steckt. In diesem Jahr sollen fünf weitere Ideen umgesetzt werden. Über die Aktivitäten und die Finanzlage informierte Vorsitzender Bernhard Eschweiler am Freitagabend beim Neujahrsempfang der Bürgerstiftung im Bassenheimer Palais der Familie Eschweiler. Junge Musiker gaben dabei einen Vorgeschmack auf eines der begünstigten Projekte.

Eschweiler begrüßte Stifter und Spender, Freunde, Vertreter aus den politischen Gremien der Gemeinde und des Hochtaunuskreises, aus Vereinen und den Kirchengemeinden, Projektteilnehmer des Vorjahres und Preisträger, die in diesem Jahr ihre Ideen umsetzen dürfen.

Eschweiler dankte seinem Vorgänger Heiner Eickhaus und umriss zunächst die finanzielle Situation. Nach drei Jahren seien 26 000 Euro Stiftungskapital vorhanden, das sei schon gut, resümierte er. Das werde nun erheblich erhöht. Ein im Vorjahr verstorbener Bürger, der nicht genannt werden wolle, habe die Stiftung mit über 100 000 Euro bedacht. „Das ehrt uns sehr, und das verpflichtet uns“, sagte Eschweiler, der die Zuwendung als großen Vertrauensbeweis gegenüber der jungen Stiftung wertete.

Mit den Zinsen könne die Stiftung noch keine Aktivitäten in der Gemeinde unterstützen, sagte Eschweiler. Damit sie dennoch etwas tun könne, brauche sie neben Zustiftungen auch Spenden. Die hatten im Vorjahr mit über 14 000 Euro einen Spitzenwert erreicht. Insgesamt sind seit der Gründung über 35 000 Euro gespendet und für verschiedene Dinge eingesetzt worden. „Es gibt viel zu tun in der Gemeinde“, sagte Eschweiler. So versuche man, das beeindruckende Engagement des Freundeskreises Asyl Schmitten zu unterstützen. „Wir wollen auch die Gemeinde im Bereich Ortsverschönerung, Kultur und Soziales weiterbringen“, kündigte er an. Er begrüßte es, dass das Spektrum immer größer werde, wohl wissend: „Nur mit Geld funktioniert es nicht, wenn es keine Bürger gibt, die sich einbringen wollen.“

Zwei Vorzeigeprojekte hätten im Vorjahr die Gemeinde berührt und bewegt, so der Vorsitzende. Die Initiatoren hätten weitere Mitwirkende ins Boot geholt und das Image der Gemeinde verbessert. Christel Kinkel, Sylvia Lankhof und Barbara Küber hätten in der Schillerstraße einen Platz und sein Umfeld gestaltet, Sarah Morgan und Eva Kinkel-Wilkens mit 35 Künstlern eine vormals triste Wand bemalt und so Farbe in die Straße zum Feldberg gebracht. „Solche Kaskadeneffekte brauchen wir“, meinte Eschweiler.

Vor Jahresfrist wurden wie berichtet beim zweiten Ideenwettbewerb aus 14 Vorschlägen fünf ausgesucht. Für deren Realisierung habe ein Mitglied zu den 5000 Euro aus dem Spendentopf weitere 3000 Euro dazugegeben. Einer der Preisträger ist Torsten Farnung. Er will jungen Musikern aus der Gemeinde Auftrittsmöglichkeiten geben und mit ihnen in jedem Ortsteil ein Aperitifkonzert veranstalten. Einen Vorgeschmack gab’s beim Neujahrsempfang. Viel Applaus bekamen der neunjährige Cellist Konstantin Farnung, seine zwölfjährige Schwester Theresa an der Bratsche und seine 15-jährige Schwester Anna-Maria an der Violine für einen von ihrem Vater arrangierten Kanon von Pachelbel sowie für amerikanische Fidelstücke und eine russische Fantasie. Selbst Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG), bekennender Country- und Rock-’n’-Roll-Fan, hatte daran sichtlich Gefallen. Am Klavier überzeugten die 10-jährige Greta Luna und der 14-jährige Andreas Kerscher.

Fast wie neu

Wolfgang Schimpf nahm für den Geschichtsverein Hochtaunus den Preis zur Digitalisierung des Archivs entgegen. Damit der Pfad der Sinne im Weiltal von Weilrod aus auch durch Schmitten geführt wird, erhält Steffi Weber einen Zuschuss. Joachim Marx freut sich, dass die verschiedenen Kirchengemeinden jetzt einheitliche Schilder aufstellen können, die an den Ortseingängen die Gottesdienste ankündigen, und für den Vereinsring Reifenberg nahm Walter Liewald den Preis zur Anschaffung einer Reinigungsmaschine für die Jahrtausendhalle entgegen. Nach sukzessiver ehrenamtlicher Renovierung sei diese fast wieder wie neu, so Eschweiler.

Seitens der Taunus Sparkasse, die seit fünf Jahren Finanzpartner von 30 Stiftungen, darunter sechs Bürgerstiftungen ist, wurde die Schmittener Stiftung als eine der aktivsten gewürdigt und mit einem Scheck in Höhe von 250 Euro unterstützt.

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