Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Bad Homburg 15°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Aktion für benachteiligte Familien: Es wird Zeit, den Wunschzettel abzuholen

Von Inzwischen haben die Organisatorinnen der Wunschzettelaktion eine gewisse Routine, dennoch ist der Aufwand gestiegen. Mittlerweile gibt es nämlich noch mehr bedürftige Kinder mit hoffnungsvollen Wünschen an das Christkind. 125 Wunschzettel sind es in diesem Jahr, mit Wünschen, die hoffentlich alle erfüllt werden können.
Tim-Jannik, Lorena, Nadine Schmidt und Lenjan (von links) sowie Leonie Theuerkauf mit Sohn Julius wollen wieder viele Kinderwünsche erfüllen. Foto: Dorit Lohrmann Tim-Jannik, Lorena, Nadine Schmidt und Lenjan (von links) sowie Leonie Theuerkauf mit Sohn Julius wollen wieder viele Kinderwünsche erfüllen.
Usingen. 

Die Zwölfjährige, die sich ein paar dick gefütterte Winterstiefel wünscht, hat natürlich auch eine bestimmte Vorstellung davon, wie dieses Schuhwerk aussehen soll. Wie aber lässt sich das auf einem Wunschzettel beschreiben? Einem Zettel, den ein fremder Mensch bekommen wird, der den Wunsch zwar erfüllen will, aber das Mädchen gar nicht kennt?

Das Kind hatte eine prächtige Lösung – es schnitt das Foto der gewünschten Stiefel aus einem Katalog aus und klebte es auf den Wunschzettel. Versehen mit Angaben, welcher Laden diese Schuhe führt und wieviel sie kosten, hat das Mädchen ebenfalls notiert.

Schlau! Nun dürfte eigentlich nichts mehr schief gehen, das „Christkind“ – oder je nach Kinderglauben der „Weihnachtsmann“ – dürfte sich damit problemlos zurecht finden.

Fünf Jahre alt

Doch wer sind diese fiktiven Weihnachtsmänner überhaupt? Wer besorgt all jene Geschenke, die Kinder oder ihre Mütter aufgeschrieben, gezeichnet oder aufgeklebt haben und verschenkt sie danach an fremde Kinder?

Es sind Bürger aus Usingen und Umgebung, Menschen, die zu Weihnachten die Augen eines Kindes zum Leuchten bringen wollen. Das haben die beiden Mütter Nadine Schmidt und Leonie Theuerkauf vor fünf Jahren initiiert, und es hat auf Anhieb eingeschlagen.

Drei Abholstellen

Jetzt ist es wieder soweit. Ab Montag, also ab dem 6. November, werden die von Kindern bis zu einem Alter von 14 Jahren ausgefüllten Wunschzettel in der Amtsapotheke am Alten Marktplatz und bei Meyer-Optik in Usingen ausliegen. In Eschbach gibt’s die Wunschzettel im Frisurenstudio Kandler.

Kunden, die sich daraus Wunschzettel aussuchen, haben bis Ende des Monats Zeit, die darauf vermerkten Wünsche zu erfüllen, weihnachtlich zu verpacken und in den genannten Geschäften wieder abzugeben. „Spätestens am 1. Dezember müssen wir alle Päckchen eingesammelt haben“, erklärten die beiden Organisatorinnen der Aktion.

Denn Schmidt und Theuerkauf führen genaue Listen und müssen frühzeitig wissen, ob alle Kinder beschenkt wurden. „Wenn etwas fehlt, besorgen wir das selbst noch“, sagt Nadine Schmidt.

Jedem eine Nummer

Danach gehen die Päckchen zu „aufgetischt“, der Lebensmittelausgabe an Bedürftige, die das Deutsche Rote Kreuz in Usingen betreibt. „Dort bekomme ich die Nummern jener Berechtigten, die Kinder haben“, erklärt Nadine Schmidt. So werde gewährleistet, dass alle erfassten bedürftigen Kinder einen Wunschzettel erhalten. Darüber hinaus hat sie in diesem Jahr auch noch die Buchfinkenschule mit einbezogen. „Das geschieht natürlich alles anonym.“ Keine Familie muss also befürchten, dass ihr Kind vor anderen bloß gestellt werden könnte.

In der Woche vor Weihnachten werden die Weihnachsgeschenke sodann bei „aufgetischt“ an die Eltern der betreffenden Kinder ausgegeben.

125 Wunschzettel sind es diesmal, die Schmidt mit den Kontrollnummern versehen hat. Fast alle sind zurück gekommen – versehen mit Weihnachtswünschen. „Da sind gar nicht so viele Spielsachen dabei“, haben die Frauen festgestellt. Stattdessen seien offenbar Kleidung und Pflegeartikel gefragt.

Inzwischen beteiligen sich auch Lorena (17), Tim-Jannik (13) und Lenjan (7), der Nachwuchs von Nadine Schmidt, mit ihrem Taschengeld an der Aktion. Und Leonie Theuerkauf erzählt gerührt, wie sich einmal ein Witwer bei ihr erkundigte, wie er mitmachen könne. Er wollte seiner verstorbenen Ehefrau zuliebe ihre Gepflogenheit fortsetzen, habe er im Gespräch mit ihr gesagt, berichtet Theuerkauf.

„Die meiste Resonanz bekommen wir von Leuten, die es einfach gut finden, ein Kind aus der eigenen Nachbarschaft zu bedenken“, sagt Nadine Schmidt.

Und solange wohlwollende Spender mitziehen, sind auch die beiden Mütter Schmidt und Theuerkauf bereit, den Arbeitsaufwand auf sich zu nehmen, den die Wunschzettelaktion jedes Jahr aufs Neue erfordert.

Zur Startseite Mehr aus Usinger Land

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse