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Flüchtlinge brauchen Unterstützung

Von Die dezentral in der Gemeinde Schmitten untergebrachten Flüchtlinge feierten mit Helfern ein gemeinsames Sommerfest. Der „Freundeskreis Asyl Schmitten“ wünscht sich noch mehr Kontakte mit und Unterstützung aus der Bevölkerung.
Zum Sommerfest waren zum ersten Mal alle in Schmitten untergebrachten Flüchtlinge zusammengekommen, um gemeinsam und mit ihren Freunden und Helfern zu feiern.	Foto: Kreutz Zum Sommerfest waren zum ersten Mal alle in Schmitten untergebrachten Flüchtlinge zusammengekommen, um gemeinsam und mit ihren Freunden und Helfern zu feiern. Foto: Kreutz
Schmitten/Oberreifenberg. 

Sie kommen aus Kriegs- und Krisengebieten der Welt und warten in Schmitten auf ihren Asylbescheid. Derzeit sind 37 Asylbewerber in vier Häusern in drei Ortsteilen der Großgemeinde untergebracht. Damit sei die Kapazität in der Gemeinde erst einmal erschöpft, teilte Sozialarbeiterin Saniye Akpinar-Weber mit, die sich zusammen mit Franziska Grimmer seitens des Hochtaunuskreises um die Asylbewerber kümmert.

Die beiden waren der Einladung zum Sommerfest genauso gefolgt wie Pfarrer Paul Lawatsch, Schmittens Parlamentschef Volker Lehwalder, Michael Usinger von der Bürgerstiftung Schmitten sowie der ehemalige Vorsitzende des Reifenberger Vereinsrings, Rainer Burkard. Sie alle würdigten die Arbeit des zwölfköpfigen „Freundeskreis Asyl Schmitten“, der versucht zu helfen, wo es geht, um den Aufenthalt der Flüchtlinge vor allem menschlicher zu gestalten.

Dass in der Feldberggemeinde vor allem die Mobilität ein Problem darstellt, zeigte sich auch beim Fest im Garten der Familie Petschull in der Fuchstanzstraße in Oberreifenberg, wo zwei junge Syrer quasi mit Familienanschluss wohnen.

Damit alle anderen Asylbewerber aus Dorfweil und Schmitten dorthin kommen konnten, musste ein Fahrdienst organisiert werden. Wie Ilona Fritsch-Strauß, die von Beginn an treibende Kraft im Freundeskreis ist, feststellte, waren auf diese Weise zum ersten Mal alle Flüchtlinge zusammengekommen. „Wir leben den Frieden und die Gemeinsamkeit“, rief sie denjenigen zu, die in Deutschland Schutz vor Verfolgung suchen, und versicherte: „In Gedanken sind wir auch bei allen euren Angehörigen, die zurückbleiben mussten.“

Dem jungen Syrer Samir, der an diesem Tag 26 Jahre alt wurde, sangen zuerst die arabisch sprechenden Gäste ein Geburtstagslied, danach die Schmittener auf Deutsch. Das Erlernen der deutschen Sprache ist für die meisten Asylbewerber eine enorme Hürde. Der von der Bürgerstiftung finanzierte VHS-Deutschkurs, zu dem die Flüchtlinge auch einen Teil ihres Sozialhilfesatzes beisteuern, ist gerade zu Ende gegangen. Michael Usinger sicherte zu, dass es nach den Ferien weitergehen soll und würde sich über zweckgebundene Spenden an die Bürgerstiftung freuen.

Wie Fritsch-Strauß deutlich machte, brauchen die Flüchtlinge aber am dringendsten persönliche Zuwendung. Sie sagte: „Wir brauchen ein Unterstützer-Netzwerk. Wir brauchen Menschen, die unsere Flüchtlingen begleiten auf Spaziergängen, sie zu Ausflügen mitnehmen und Fahrdienste zum Arzt, zum Einkaufen und zu Behörden übernehmen.“ Bereits bestehende Familienpatenschaften zeigten, dass es gut ist, wenn die Flüchtlinge feste Bezugspersonen haben.

Lehwalder begrüßte im Namen der Parlamentarier die „bunte Bürgerschaft in Schmitten“. Er würdigte das besondere Engagement des Freundeskreis Asyl Schmitten, in dem sich Helfer aus dem ökumenischen Arbeitskreis Schmitten, vom sozialen Netzwerk Silbergrau und aus Vereinen sowie Privatpersonen zusammengeschlossen haben.

Wer im Freundeskreis Asyl mitarbeiten möchte, kann Ilona Fritsch-Strauß unter (0 60 82) 9 28 55 99 oder (01 79) 6 96 65 85 anrufen.

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