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Hattsteinweiher: Frisches Wasser für den Weiher

Von Dass das Wasser im Hattsteinweiher kippt, wurde schon in vielen heißen Sommern beobachtet. Jetzt will die Stadt dagegensteuern und hat auch schon einen Plan. Bloß wartet sie noch auf die Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde. Die will sich mit der Idee anscheinend nicht so recht anfreunden.
Der den Anglern vorbehaltene hintere Bereich des Hattsteinweihers ist mit einer Sperrkette versehen. Dort dürfen Badegäste im Sommer nicht hin. Foto: Dorit Lohrmann Der den Anglern vorbehaltene hintere Bereich des Hattsteinweihers ist mit einer Sperrkette versehen. Dort dürfen Badegäste im Sommer nicht hin.
Usingen. 

Fast jedes Jahr leidet der Hattsteinweiher unter zu starker Erwärmung. Die führt zu einem hohen Verdunstungsgrad des Wassers sowie zu Sauerstoffmangel, der wiederum ein erhöhtes Algenaufkommen begünstigt. In der Vergangenheit wurde der Badebetrieb deshalb schon öfter untersagt.

Zwar war dieses Phänomen im vergangenen Sommer zum Glück ausgeblieben, unter anderem auch dank der neuen Belüftungspumpe, die ausreichend Sauerstoff in das Gewässer einzubringen vermochte. Der im städtischen Bauamt zuständige Mitarbeiter Jürgen Friedrich rechnet aufgrund des bereits spürbaren Klimawandels in den kommenden Jahren indes eher mit einer Verschlechterung der Situation. Um dem entgegenzuwirken, habe die Stadt bereits vor einem Jahr einen Plan entworfen. Der musste zunächst von den Parlamentariern abgesegnet und entsprechende Gelder in den Haushalt eingestellt werden. Dabei geht es um einen Zulauf, der frisches Wasser in den Weiher einbringen soll.

Eigenes Wasserwerk

Und zwar sprach Friedrich von jenem Wasser, das von einer Trinkwasserschürfung am Munitionslager Hundstadt übrig bleibe und bislang stets weg laufe. „Die Bundespolizei betreibt bei ihrem Lager ein eigenes Wasserwerk, das nicht an den Wasserverband angeschlossen ist“, erläutert der Bauamtsmitarbeiter. Es diene ausschließlich zur Versorgung ihres eigenen Lagers.

Von der geförderten Menge laufen laut Friedrich täglich etwa 50 bis 80 Kubikmeter Wasser den Hügel hinunter in Richtung Usingen. Das meiste lande in den Fischteichen oberhalb des Badesees. „Wenn wir davon bloß die Hälfte abzweigen und in den Hattsteinweiher einleiten könnten, wäre das schon sehr hilfreich.“ Es gibt bereits einen Graben, in dem sich Wasser aus einer alten Schürfung des Wasserverbandes sammelt und in Richtung der Fischweiher fließt. Zwar werde der Überlauf zum Hattsteinweiher geleitet. „Aber im Sommer kommt da nichts mehr an“, sagt Friedrich. Das wenige Wasser verdunste schon vorher.

Vor Saisonbeginn

Der Eingriff, den das Parlament genehmigt und die Stadtverwaltung durchaus begrüßt hat, wäre relativ minimal. Die Strecke zwischen der Hundstädter Schürfung und dem Badesee belaufe sich auf rund einen, vielleicht eineinhalb Kilometer. „Wir müssten Rohre in den öffentlichen Weg einbringen.“ Zudem sei ein Einlauf- sowie ein Auslaufbauwerk zu errichten. Der gesamte Vorgang benötige nur wenige Wochen und könnte durchaus noch vor Beginn der Badesaison fertig sein. Doch noch fehlt es an der Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde. Dort, sagt Friedrich, werde befürchtet, dass womöglich zu wenig Wasser in die Fischweiher gelange, falls dieses Projekt umgesetzt werde. „Solange deren Genehmigung aussteht, sind uns die Hände gebunden“, bedauert er.

Der mit einem Durchmesser von rund 150 Metern möglicherweise kleinste Badesee in Hessen, der zudem eine Tiefe von nicht mehr als fünf Metern aufweist, dient nicht ausschließlich zum Schwimmen sowie der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft als Übungsgewässer. Nur der vordere Teil des Weihers steht Badegästen zur Verfügung. Der hintere Teil ist dem Fischereiverein vorbehalten, der das Gewässer betreut und entsprechend beangelt. Also brauchen auch die darin lebenden Hechte, Forellen und Saiblinge ausreichend Sauerstoff sowie einen vernünftigen Wasserpegel.

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