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Düngen der Felder: Geklärt: Gärstoff stank zum Himmel

Von Wenn es vom Feld her ordentlich müffelt, liegt das an der Gülle, die als Dünger verwendet wird? Oder was wird noch so an Dünger verwendet? Thomas Jäger vom Amt für Ländlichen Raum erklärt es genau.
Foto: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild)
Weilrod. 

Die Oberlaukener hatten es als Erste bemerkt, und es stank ihnen gewaltig. Im eigentlichen Sinne des Wortes. Sie hatten die Nase sogar so voll, dass viele die Fenster nicht öffnen wollten. Rolf Valussi, Anwohner am Dorfplatz, hatte seinem Ärger darüber schon in einer Ortsbeiratssitzung Luft gemacht. Nichts gegen das Düngen der heimischen Felder. Aber das, was da aufgebracht wurde, stank dann doch zum Himmel – und wieder zurück.

Jetzt stand das Thema auch auf der Tagesordnung der Agendagruppe „Umwelt“, die wissen wollte, was denn da verwendet wurde. Rolf Valussi berichtete von einem Lastwagen, der das stinkende Zeug angekarrt habe, das dann auf den Feldern verteilt worden sei.

Jäger: Dünger von der Deponie wird regelmäßig überprüft

Geruchsbelästigung durch die Landwirtschaft. Was steckt dahinter? Wir haben nachgefragt. Thomas Jäger vom Amt für Ländlichen Raum des Hochtaunuskreises stand unserer Mitarbeiterin Monika Schwarz-Cromm Rede und Antwort.

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Gemeinhin wird da schnell von Gülle gesprochen. Das aber ist zu verallgemeinernd. So unterscheiden die Fachleute Gülle unter anderem von Klärschlamm oder Gärmitteln. Alle drei Substanzen können als Dünger verwendet werden, erklärte Thomas Jäger vom Fachbereich Ländlicher Raum des Hochtaunuskreises. Klärschlamm könne als Klärdünger aus Kläranlagen auf Ackerland aufgebracht werden. „Aber von den Betrieben im Hochtaunuskreis verwerten derzeit lediglich drei Klärschlamm als Dünger“, informierte Thomas Jäger.

Grundlage für die Verwertung von Klärschlamm ist die gleichnamige Verordnung sowie die Düngeverordnung. Darin ist festgelegt, dass in drei Jahren nur fünf Tonnen Trockenmasse pro Hektar aufgebracht werden dürfen. Die Lieferscheine mit Analysen des Klärschlammes und der Böden müssen dem Fachbereich Ländlicher Raum in Bad Homburg rechtzeitig vor der Aufbringung gemeldet werden. Dort werden sie anhand des EDV-Programms POLARIS 3, das auch in anderen hessischen Landkreisen angewandt wird, überprüft.

Meldungspflicht besteht

Darüber hinaus gibt es die flüssigen beziehungsweise festen Gärprodukte und Komposte. Diese Stoffe stammen unter anderem aus den Anlagen der Rhein-Main-Deponie (RMD) mit den Standorten Flörsheim und Neu-Anspach (Brandholz). Gärprodukte fallen bei der Biogasgewinnung an. Die landwirtschaftliche Verwertung dieser Produkte wird nach der Bioabfallverordnung und der Düngeverordnung geregelt. Spätestens 14 Tage nach der Aufbringung müssen die Flächen dem Fachbereich Ländlicher Raum gemeldet werden. Die Anlagenbetreiber haben die Pflicht, die aufgebrachten gütegesicherten Komposte und Gärprodukte an das RP Kassel zu melden.

Bei Stallmist, Gülle und Jauche handele es sich, laut Jäger, um Wirtschaftsdünger, der aus den landwirtschaftlichen Betrieben stamme. Bei den Landwirten im Hochtaunuskreis habe laut Jäger der Pferdemist die größte Bedeutung.

So weit die Theorie. Was die praktische Verwendung der Düngemittel und vor allem mögliche Geruchsbelästigungen angehe, werde seine Behörde bei Beschwerden von Bürgern oder auch anderen Behörden aktiv. Anlasskontrolle nenne man das. Die habe es auch in Oberlauken gegeben. Hier seien flüssige Gärprodukte aufgebracht worden, versicherte Jäger. Er betonte zudem, dass es sich um gütegesicherte Gärprodukte gehandelt habe, von denen ein Prüfzeugnis vorliege.

Thomas Jäger teilte mit, dass zeitnah Gespräche mit den Ansprechpartnern der RMD, den beauftragten Lohnunternehmern, den Landwirten und den Mitarbeitern beim Fachbereich Ländlicher Raum in Bad Homburg diesbezüglich stattfinden werden. „Dabei soll vor allem erörtert werden, wie Geruchsbelästigungen durch die Gärprodukte vermieden werden“, teilte Jäger mit.

 

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