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Bilanz 2016: Shitstorm hat nicht geschadet: Hessenpark erneut mit Besucherrekord

Das vergangene Jahr ist für den Hessenpark mehr oder weniger mit einem Shitstorm losgegangen. Dieser hat dem Freilichtmuseum allerdings nicht geschadet. Im Gegenteil: Der Hessenpark hat seine Besucherzahlen 2016 erneut gesteigert.
Seit Juli 2016 sind in der neuen Dreschhalle im Hessenpark landwirtschaftliche Großgeräte ausgestellt. Foto: Werner Heck Seit Juli 2016 sind in der neuen Dreschhalle im Hessenpark landwirtschaftliche Großgeräte ausgestellt.
Neu-Anspach.   

Im vergangenen Jahr haben insgesamt 228 660 Menschen den Hessenpark besucht. Dies hat gestern Pressesprecherin Pia Preuß mitgeteilt. Im Vergleich zum Jahr 2015 mit 215 532 Gästen ergebe dies ein Besucherplus von 13 128 Personen beziehungsweise 6,1 Prozent. Zum dritten Mal in Folge könne sich das Freilichtmuseum damit über einen deutlichen Besucheranstieg freuen – und das trotz oder vielleicht sogar gerade durch den großen Shitstorm, den das Freilichtmuseum im Februar erlebt hat.

Keine Zeit für Muße wie bei den Sattelschweinen im Hessenpark – die Vorbereitungen für die Museumssaison 2017 laufen auf Hochtouren. Bild-Zoom
Keine Zeit für Muße wie bei den Sattelschweinen im Hessenpark – die Vorbereitungen für die Museumssaison 2017 laufen auf Hochtouren.

Denn für seine Entscheidung, begleiteten Flüchtlingsgruppen freien Eintritt zu gewähren, um einen Beitrag zur Integration zu leisten, war der Hessenpark massiven Anfeindungen in den sozialen Medien ausgesetzt. „Der Shitstorm hat dem Hessenpark nicht nachhaltig geschadet. Im Gegenteil: Die überregionale Presseresonanz war gewaltig und hat dazu beigetragen, unser schönes Museum weit über die Grenzen von Hessen hinaus bekannt zu machen. Die Besucherzahlen sind nicht eingebrochen, sondern weiter gestiegen. Und unser Angebot für Flüchtlingsgruppen wurde überall kommuniziert, was dazu führte, dass uns 2016 insgesamt 1 780 Flüchtlinge mit ihren Betreuern besuchten, also fünfmal so viele wie im Vorjahr“, sagte Museumsleiter Jens Scheller rückblickend zum Shitstorm.

Zu den Höhepunkten des vergangenen Jahres zählt er die große Sonderausstellung „Handwerken. Vom Wissen zum Werk“ in der Stallscheune aus Asterode mit umfangreichem Begleitprogramm. Drei weitere Attraktionen blieben den Besuchern auch über das Jahr 2016 hinaus erhalten: die kindgerechte Dauerausstellung „SchweineWelten“ im ehemaligen Schweinestall aus Oberkalbach, das Schaudepot für landwirtschaftliche Großgeräte in der neuen Dreschhalle und die Dauerausstellung „Sie waren hier. Jüdisches Landleben in Südhessen“ in der wiedererrichteten Synagoge aus Groß-Umstadt. Anhand von ausgesuchten Familienbiografien werden dort Themen wie das Zusammenleben im Ort, Berufe, religiöser Alltag und Feste sowie die Emanzipation, Integration und Verfolgung der Juden beleuchtet.

12 000 beim Adventsmarkt

Das Museumstheater habe den Hessenpark übers vergangene Jahr mehrfach in eine große Bühne verwandelt und die Besucher mit auf eine Zeitreise in vergangene Jahrhunderte genommen, so Scheller. Die beliebtesten Veranstaltungen darüber hinaus seien das Erntefest, der Treckertreff, die Pflanzenmärkte, das Apfelfest und der Adventsmarkt gewesen, der diesmal über 12 000 Menschen ins Museum zog. „Wir freuen uns über die große Besucherresonanz in der Vorweihnachtszeit, die den Fortbestand des Adventsmarktes sichert“, sagte Jens Scheller.

Im Jahr 2016 hätten 34 130 Personen den Marktplatz des Hessenparks ausschließlich zum Einkaufen besucht. Für den Museumsleiter ist die große Personenzahl ein Beweis dafür, dass die zwischenzeitlich kontrovers diskutierte Eingangsregelung gut funktioniert. Seit dem Umbau der Scheune aus Westerfeld zum neuen Eingangsgebäude des Museums müssen alle Besucher die Kasse passieren. Wer nur zum Einkaufen oder Einkehren auf den Markplatz möchte, erhält an nahezu allen Öffnungstagen kostenfreien Zutritt. Ausnahmen gibt es beim Adventsmarkt und den Pflanzenmärkten, also an sechs Veranstaltungstagen im Jahr.

Zu den Meilensteinen gehöre auch die neue Website, die im Herbst online gegangen sei, heißt es in der Mitteilung. Dort finden sich etwa ein übersichtlicher Veranstaltungskalender, ein Hessenpark-Lexikon mit kurzen Artikeln zu allen historischen Gebäuden, Handwerken und Tieren und eine interaktive Karte mit Themenrouten, die dank ihrer Georeferenzierung zur Orientierung im Museumsgelände genutzt werden könne.

Kurz vor Jahresschluss ist im Dezember der neue Museumsführer erschienen. Auf 320 Seiten liefert das „Entdeckerhandbuch Freilichtmuseum Hessenpark“ viele Informationen und Bilder zur Bau- und Nutzungsgeschichte der mehr als hundert im Museum errichteten Wohnhäuser, Werkstätten und landwirtschaftlichen Gebäude aus allen Regionen Hessens.

Der Hessenpark blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. „Gute Grundlagenarbeit, neue Attraktionen und den dritten Besucherrekord in Folge – das lässt uns optimistisch in die Zukunft sehen“, so Scheller.

Inzwischen laufen übrigens die Vorbereitungen für die Museumssaison 2017 bereits auf Hochtouren. Diese beginnt am 1. März. Bis dahin hat das Museum samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. nni

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