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Projekt „Solidarische Landwirtschaft“: „Jeder kann sich nach seinen Fähigkeiten einbringen“

Von Das erste Jahr des Projekts „Solidarische Landwirtschaft“ im Hochtaunuskreis ist bald vorbei. Das Ergebnis ist besser als erhofft. So gut, dass nun auch andere davon profitierten. Mittlerweile hat „Solawi“ 45 Mitglieder. Mitmachen dürfen aber nicht nur Landwirte.
Nur mit vereinten Kräften lässt sich Landwirtschaft solidarisch betreiben, wie Inge Wurdack, Jörg George und Sabine Wagner von der Solawi nun beim IB zeigten und eine Finanzspritze für die Werkstätten in Grävenwiesbach überreichten. Nur mit vereinten Kräften lässt sich Landwirtschaft solidarisch betreiben, wie Inge Wurdack, Jörg George und Sabine Wagner von der Solawi nun beim IB zeigten und eine Finanzspritze für die Werkstätten in Grävenwiesbach überreichten.
Usinger Land. 

Solawi, das klingt in manchen Ohren immer nach einer neuen Solaranlage für das Dach. Andere, die sich mit dem Begriff schon ein wenig auseinandergesetzt haben, wissen genau, dass es sich dabei um die erste „Solidarische Landwirtschaft“ (Solawi) im Hochtaunuskreis handelt.

Solidarität und Regionalität ist der Gruppe besonders wichtig. Bilden sie doch das Grundgerüst für die eigene Idee, sich zu einer Gemeinschaft zusammen zu schließen und durch einen festgelegten Betrag dem Landwirt nicht nur ein gesichertes Einkommen zu ermöglichen, sondern auch Einfluss auf das, was angebaut wird zu nehmen. „Seit Februar ist die Gruppe am Start“, schildert Talhofbesitzer Jörg George. Seine Idee war es, die Solidarische Landwirtschaft auch in den Hochtaunuskreis zu holen. Hintergrund ist, „dass wir jedes Jahr tonnenweise Lebensmittel wegwerfen, durch Überproduktion und Preisverfall, und auf der anderen Seite die Landwirte subventioniert werden müssen, weil der Preisverfall ihnen keine eigene Überlebensmöglichkeit bietet“, skizziert George die Situation vieler Kollegen.

Mitarbeit auf dem Feld

Nun könnte man meinen, dass es den Ernte-Anteilseignern zunächst um frisches, regionales Biogemüse gehe, wenn sie sich der Gemeinschaft anschließen. „Doch in der Praxis hat sich gezeigt, dass es den Menschen tatsächlich weitaus mehr um die Gemeinschaft geht“, schilderte George nun bei der IB Behindertenhilfe in Grävenwiesbach. Die Mitarbeit auf dem Feld zu bestimmten Zeiten sei zwar keine Grundvoraussetzung, aber eine gern angenommene Hilfe. Die Zusammenarbeit stärke die Gruppe insgesamt „und jeder kann sich insgesamt nach seinen Fähigkeiten einbringen“, sagt George.

Zucchini-Schwemme

Wer zum Beispiel keine Zeit habe, auf dem Feld zu helfen, der könnte andere administrative Arbeiten übernehmen. „Da bringt jeder das ein, sowohl praktisch als auch zeitlich, wie es ihm möglich ist.“ Vertraglich verpflichten sich die Mitglieder für ein Jahr, dann ende das Abkommen automatisch. „Das erste Jahr war sehr gut, auch um zu lernen“, sagt George.

Ernteausfälle habe es nicht zu beklagen gegeben. Im Gegenteil. „Wir hatten schon fast so etwas wie eine Zucchini-Schwemme.“ Aktuell seien es 45 Mitglieder und im kommenden Jahr könnten es noch mehr werden.

Auch Ackerfläche gebe es noch, so dass die Gemeinschaft durchaus moderat wachsen könne. Ob eine solche Beteiligung für den Internationalen Bund vorstellbar wäre? „Die Frage hat sich für uns bislang noch nicht gestellt“, schildert Leiterin Cornelia Heldmann-Weber. Ausschließen möchte sie es nicht, gleichwohl könnte es sich möglicherweise als schwierig erweisen, die Bewohner des IB für die Solawi zu gewinnen.

In der Zwischenzeit hat Solawi entschlossen, einen Beitrag für die Umgestaltung der Werkstätten zu leisten, die der IB in diesem Jahr in Angriff nahm. Die Mitglieder haben nämlich beim Laurentiusmarkt Kürbissuppe verkauft und nun das eingenommene Geld an den IB in Grävenwiesbach gespendet. Weitere Infos gibt es unter: www.talhof-usingen.de.

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