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Usinger Land: Kälte und Stürme haben den Waldwegen zugesetzt

Von Schon ein normaler Winter macht den Waldwegen zu schaffen. Doch wegen des Sturmtiefs Friederike sind sie mancherorts im Usinger Land noch stärker in Mitleidenschaft gezogen als üblich. Die Schäden zu beheben, könnte bis Ende Mai dauern.
Monika Hartmann aus Schmitten mit Rüde Sunny sagt, kürzlich waren die Wege noch matschiger als jetzt. Bilder > Monika Hartmann aus Schmitten mit Rüde Sunny sagt, kürzlich waren die Wege noch matschiger als jetzt.
Usinger Land. 

Erst die extrem nasse Witterung von September bis Januar und dann auch noch Sturmtief Friederike im Januar – diese Kombination hat den Waldwegen im Usinger Land nicht gut getan. Auch durch die Abfuhr mit schweren Holz-Lastwagen sind die Wege in Mitleidenschaft geraten. Dazu kommen die Wurfschäden, die der Sturm verursacht hat. „Ihre Aufarbeitung im gesamten Stadtwald wird bis in den Frühsommer gehen“, sagt Karl-Matthias Groß, Revierförster von Usingen. Auch die Forstämter in Weilrod und Königstein (für Schmitten zuständig) bitten um etwas Geduld bei den Erholungssuchenden.

„Die Reparatur der Wege wird noch Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Thomas Götz, Bereichsleiter Dienstleistung und Hoheit vom Forstamt Weilrod.

Die bei Wanderern und Erholungssuchenden beliebten Waldwege, die vom Parkplatz Hegewiese in Schmitten-Arnoldshain abgehen, gleichen zurzeit noch eher einer Eisbahn als einem Wanderweg. Die von den Sägewerken beauftragten Holz-Speditionen, die das Holz aus dem Usinger Land kaufen, können hier nur mit Schneeketten fahren. Die wiederum hinterlassen tiefe Spuren.

„Mit der Instandsetzung der Wege warten wir in der Regel, bis das Holz aus dem Wald raus ist“, sagt Götz. „Die Holzabfuhr ist aber ein ,Just-in-time‘-Geschäft. Das bedeutet, es wird erst aus dem Wald geholt, wenn die Sägewerke es auch brauchen.“

12 500 Euro Mehrkosten

Dazu kommt, dass die Abfuhrunternehmen zurzeit vor allen Dingen nach Nordhessen, wo Friederike noch mehr gewütet hat, im Einsatz sind. „Wir sind dadurch nicht so gut bestückt wie sonst“, sagt Hubertus Behler-Sander, Bereichsleiter Dienstleistung und Hoheit vom Forstamt Königstein.

In den Höhenlagen des Usinger Landes sind viele Wege noch vereist, andernorts sind sie angetaut-matschig. Zum Beispiel der Waldweg, der vom Wanderparkplatz Hoher Berg an der B 456 (Usingen–Grävenwiesbach) abgeht. Der Untergrund gibt beim Drüberlaufen spürbar nach, so sehr ist er mit Wasser aufgesogen. Pfützen säumen die Strecke Richtung Wald.

„Hat ein Holz-Lkw durch sein Reifenprofil viel Schlamm auf einen Weg befördert, so schiebt der Unternehmer diesen Schlamm von der Wegoberfläche an die Seiten. Wenn das nicht ausreicht, organisiere ich eine Fachfirma, die den Weg instand setzt“, sagt Usingens Revierförster Groß. Was alle drei Fachmänner betonen: Eigentlich braucht es trockenes Wetter oder Frost, damit der Boden wieder tragfähig ist.

Für Pflege und Instandhaltung der Erholungswege in der Nähe von Ortschaften wie etwa Wernborn, Merzhausen oder Wilhelmsdorf oder Ausflugszielen wie den Eschbacher Klippen und dem Hattsteinweiher, gibt Usingen rund 50 000 Euro pro Jahr aus. „Ich muss die Stadt nun darauf vorbereiten, dass es in diesem Jahr etwa ein Viertel (12 500 Euro) mehr werden“, sagt Groß.

Instandhaltung heißt, dass die Wege ihr leicht gewölbtes Profil wiederbekommen, kein Schlamm in den Gräben rechts und links das Wasser am Abfließen behindert und die Durchlässe frei sind. Neues Material, also Diabas-Urgestein oder Quarzit aus Köppern, wird nur auf ältere, zwischen sechs und sieben Jahre alte Wege aufgetragen, sagt Groß.

Bei Wind und Regen

Etwas besser als an der Hegewiese in Schmitten und am Hohen Berg in Usingen, sehen die Waldwege in der Nähe der Schmittener Ortsteile Dorfweil und Brombach aus. Direkt hinterm Ortsausgang von Dorfweil führt ein Weg, am Friedhof vorbei, in den Wald. Das ist eine der Stammstrecken von Rudi Marx. An diesem windigen, aber sonnigen Vormittag ist er dort wieder mit seinem Wanderstock unterwegs. „Ich gehe bei jedem Wetter raus, nur nicht bei Glätte und Tiefschnee“, sagt der 92-Jährige.

Über den Zustand des Weges beklagt er sich nicht. Wieso auch: Er ist weder matschig noch glatt und die Zahl der Pfützen ist überschaubar.

Bei wirklich jedem Wetter raus geht Monika Hartmann aus Schmitten. Ihr Rüde Sunny ist der Grund dafür, dass sie auch an diesem Vormittag auf dem Wanderweg Conradsberg kurz hinter Brombach anzutreffen ist. Der Pfad, von dem sie kommt, führt direkt durch den Wald.

Matschig sind ihre Schuhe aber nicht. „Vor einer Woche war hier auf dem Parkplatz noch eine Eisfläche“, berichtet Monika Hartmann im Gespräch mit dieser Zeitung. Aber auch davon hat sie sich nicht abschrecken lassen.

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