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Kilb-Haus wird zu „Bembel und Gretel“

24 Stunden, nachdem die Entscheidung zum Verkauf des Kilb-Hauses gefallen war, stellten die neuen Eigentümer das künftige Konzept vor. Wo früher noch „Da Toni“ war, heißt es in Zukunft „Bembel und Gretel“.
Petra Reuter (links) und Steffen Wernard (rechts) stellen die neuen Pächter Yves und Margarita Krummel der Öffentlichkeit vor. Foto: Tatjana Seibt Petra Reuter (links) und Steffen Wernard (rechts) stellen die neuen Pächter Yves und Margarita Krummel der Öffentlichkeit vor.
Usingen. 

Wohnung gesucht, Geschäft gefunden. So stellte sich die Entwicklung für Margarita (35) und Yves Krummel seit August dar. „Wir waren eigentlich auf der Suche nach einem neuen Zuhause“, erzählte Yves Krummel (41) im Gespräch mit der Taunus Zeitung.

Das Ehepaar mit drei Kindern und Hund ist Pächter der Roten Mühle in Bad Soden und künftig Eigentümer des Hauses am Marktplatz 7, dem ehemaligen Kilb-Haus. Beim Kollegen Uwe Weber gegenüber war das Paar essen, und so sei man auch auf das Nachbarschaftshaus zu sprechen gekommen.

Von dem „das könnt ihr kaufen“ bis hin zum Kaufvertrag dauerte es gerade einmal ein halbes Jahr. 24 Stunden, nachdem die Stadtverordneten ebenfalls grünes Licht gaben, nutzten die neuen Eigentümer die Gunst der Stunde, um den Medien ihr geplantes Konzept und einen ersten Arbeitstitel im Rathaus vorzustellen.

„Bembel und Gretel“ ist die neue Gastronomie überschrieben. Eine Hommage an den eigentlichen Wunsch von Yves Krummel, dort eine Apfelweinkneipe einzurichten. Doch das wird es nicht geben, da hat seine Frau schon ein Veto eingelegt. Vielmehr setzen sie bei ihrer Küche den Schwerpunkt auf eine junge, modern-rustikale Küche, bei der es auch mal die beliebte Hausmannskost modern interpretiert auf den Teller gibt. Frisch versteht sich. Denn wie in der Roten Mühle soll alles selbst gemacht und nicht nur aufgewärmt sein.

Begegnungsstätte

Wichtig ist ihnen auch, dass die Gäste nicht nur zum Essen, sondern auch zum Trinken kommen können. Nach Feierabend mit Freundinnen was trinken gehen soll ebenso möglich sein, wie im unteren Gastraum einfach nur alleine ein Bier zu trinken. Eine Begegnungsstätte für alle.

Im oberen Bereich werden auf 140 Quadratmetern zwei Veranstaltungsräume geplant, die etwa 60 Personen pro Raum Platz bieten. Feiern, Hochzeiten, Geburtstage oder Konfirmationen können dann dort gefeiert werden, auch die in der Roten Mühle sehr gut laufenden Krimi-Dinner seien möglich.

Genauso gut kann sich das Ehepaar aber auch einen Jazz-Brunch vorstellen, Lesungen oder andere Events, die gastronomisch gute Küche und Kultur verbinden. Einen Raum will Margarita Krummel gerne mit alten Hochzeitsbildern von Usingern bestücken, „so dass eine ganze Galerie entsteht“. Deshalb seien sie bereits auf der Suche nach entsprechend alten Fotografien oder Kopien.

Im À-la-carte-Bereich im Erdgeschoss werden bis zu 60 Gäste Platz finden, dazu soll es im Sommer Plätze im Außenbereich geben, der dann für den Durchfahrtsverkehr gesperrt wird. Langweilig wird’s auch sonst sicherlich nicht, denn auch schon jetzt wird in der Roten Mühle alle drei Monate komplett neu dekoriert. Das soll beibehalten werden. Auch die Speisekarte soll saisonal angepasst werden. Angst vor der Konkurrenz hätten sie nicht, sagen sie. Die belebe bekanntlich das Geschäft.

„Als einzige der Bewerber wollten sie von Anfang an die Struktur des Hauses aus dem 17./18. Jahrhundert aufnehmen“, schilderte Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) im Gespräch. Das sei auch dem Landesamt für Denkmalpflege entgegengekommen. Damit seien die neuen Eigentümer „wie ein Sechser im Lotto“, schwärmte der Rathauschef.

Kein Wunder, denn die Freude und der Charme, mit dem das Ehepaar an das Projekt herangeht, ist ansteckend. 30 Monate haben sie ab Baugenehmigung Zeit für die Sanierung. Das bedeutet für beide, schon jetzt nach Handwerkern zu suchen und sich gleichzeitig um die Inneneinrichtung zu kümmern. Parallel zum laufenden Betrieb.

Tag der offenen Tür

Damit sich die Bevölkerung ein Bild machen kann, wie es derzeit tatsächlich im Haus aussieht, soll es auch einen Tag der offenen Tür vor Sanierungsbeginn geben.

Die Vita der beiden neuen Gastronomen hat übrigens nicht nur den Bürgermeister, sondern auch Petra Reuter von der Wirtschaftsförderung beeindruckt. Margarita Krummel hat ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau im Hotel Sonnenhof, der heutigen Villa Rothschild in Königstein, gemacht, er im gleichen Haus zum Koch. Grüner Wald Kronberg, das Four Seasons Canary Wharf London, Geschäftsleiter von Starbucks Deutschland, eine Prüfung zum Hotelbetriebswirt und Immoblienökonom schlossen sich bei Yves Krummel an. Ganz ähnlich lesen sich ihre Stationen in der Vita. Als Commis de Rang war sie im Eats India Club London, später als Empfangsdame im Mercure Hotel und Residenz, danach Restaurantleiterin im Hohenhardter Hof in Heidelberg sowie Schichtleiterin im Starbucks Coffee Deutschland. Und nach dem Mutterschutz startete sie als Pächterin der Roten Mühle durch. Und in Zukunft dann auch in Usingen.

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