E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Bad Homburg 30°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Alte Schule Niederreifenberg bleibt unter Denkmalschutz: Klage abgewiesen

Von Der Denkmalschutz bleibt eine hohe Hürde für den Verkauf der Alten Schule in Niederreifenberg. Die Gemeinde Schmitten will in Berufung gehen, nachdem das Verwaltungsgericht Frankfurt die Klage abgewiesen hat.
Solange der Denkmalschutz besteht, wird sich wohl kein Käufer für das Gebäude finden. Solange der Denkmalschutz besteht, wird sich wohl kein Käufer für das Gebäude finden.
Niederreifenberg. 

Weil die 1912 erbaute Alte Schule, die seit April 2012 nicht mehr als Vereinshaus dient, unter Denkmalschutz steht, konnte sie bisher nicht verkauft werden. Auf dem Klageweg wollte die Gemeinde Schmitten bekanntlich erreichen, dass das Gebäude aus dem Denkmalschutz herausgenommen wird. Wie Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG) am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss mitteilte, ist die Gemeinde in der ersten Instanz unterlegen. „Dagegen werden wir natürlich Berufung einlegen“, kündigte der Verwaltungschef an.

Der Bürgermeister geht davon aus, dass sich die Anwaltskosten für eine Berufung in Grenzen halten werden. Die Gemeinde werde von einem Anwalt des Hessischen Städte- und Gemeindebundes vertreten. Der Streitwert sei nicht so hoch. „Aber was dahinter steht, ist für die Gemeinde von hohem Wert“, sagte Kinkel. Es geht nämlich um den möglichen Verkaufserlös, der bekanntlich mit 250 000 Euro als ein Bestandteil zur Finanzierung des Neubaus der Hochtaunushalle im Haushalt eingestellt ist. Am Hallenbau muss sich die Gemeinde mit 1,43 Millionen Euro beteiligen, und sie zahlt zehn Jahre lang an den Kreis jeweils 100 000 Euro. Solange die Alte Schule nicht verkauft ist, müssen für die 250 000 Euro Zinsen aufgebracht werden. Wie lange das Berufungsverfahren dauern wird, konnte der Bürgermeister noch nicht absehen. Das könne sich aber noch gut zwei Jahre hinziehen.

Zum Thema Alten Schule hat die CDU-Fraktion für die Gemeindevertretersitzung am 3. Juni eine Anfrage gestellt. Wie Fraktionsvorsitzender Karsten Ratzke der Taunus Zeitung mitteilte, geht aus dem an die Gemeindevertreter weitergeleiteten Schreiben des Hessischen Städte- und Gemeindebundes hervor, dass eine Berufung wohl wenig Aussichten hat. Es sei denn, ein neues Gutachten könne belegen, dass das Gebäude gar nicht unter Denkmalschutz stehen muss. „Ein solches Gutachten ist aber eine Frage der Kosten und der Zeit“, meint Ratzke.

Ob und wann und vor allem zu welchen Bedingungen die Alte Schule in Niederreifenberg endlich verkauft werden kann, bleibt also weiterhin offen. Klar ist: Wer auch immer die Alte Schule kaufen will, muss derzeit die Auflagen des Denkmalschutzes erfüllen. Ob es beim Innenausbau überhaupt ein Entgegenkommen der Denkmalschutzbehörde geben wird, darauf hat sich bisher kein Käufer eingelassen. Für eine zeitgemäße Nutzung wäre nämlich eine Neuaufteilung der Räume nötig, vor allem aber ein Umbau des riesigen Treppenhauses, das laut Ratzke rund ein Drittel der Innenfläche ausmacht. Schon der Erhalt der Fassade werde unter Denkmalschutzbedingungen mit Sicherheit teuer. Je länger die Immobilie stehe, desto mehr verfalle sie. Und je maroder die Bausubstanz, desto niedriger werde der zu erwartende Erlös.

Zur Startseite Mehr aus Usinger Land

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen