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Mit Stil, Eleganz und Arroganz

Von Mit den Schellack-Solisten startete der Männergesangverein Liederkranz im Kulturform seine 130-Jahr-Feier. Ein gelungener Auftakt mit einem Ensemble, das sich den Liedern der 20er, 30er und 40er Jahre verschrieben hat.
Mit Stil, Eleganz und Humor unterhielten die Schellack-Solisten das Publikum im Kulturforum in Hasselbach. Mit Stil, Eleganz und Humor unterhielten die Schellack-Solisten das Publikum im Kulturforum in Hasselbach.
Hasselbach. 

Man nehme eine Dame, neun Herren und viel Pomade, würze das ganze mit Stil, Eleganz – auch ein wenig Arroganz – und einer Prise englischen Humors. So könnte man die Schellack-Solisten beschreiben. Einzigartig und genial entführten sie das Publikum in die Welt der Tanz-Orchester der 30er und 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts und leisteten sich einige Sprünge zur Neuen Deutschen Welle. Mit diesem Auftakt zur 130-Jahr-Feier hatte der Liederkranz Hasselbach einen Glücksgriff getan, was sich auch am begeisterten Publikum zeigte, das die Musiker erst nach zwei Zugaben von der Bühne ließ.

Doch zurück zum Anfang. Mit „Weißt Du, was Du kannst“ von Austin Egen (1897-1941) ging es im Stil der Comedian Harmonists los. Und im selben Stil wechselten die Schellack-Solisten zu „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang aus dem Jahr 1981. Frontmann Denis Wittberg übernahm nicht nur den Gesang, er hatte auch die schwere Aufgabe, das gesamte Konzert lang den unnahbaren Gentleman zu spielen, wie man sich ihn aus der Schellack-Zeit vorstellt: Stocksteif und mit fast ausdruckslosem Gesicht, das sich nur hin und wieder dazu hinreißen ließ, eine Augenbraue hoch zu ziehen. Dem Orchester war die Begeisterung am Spiel und den netten Zwischeneinlagen anzumerken. So war der Posaunist auch der Mann mit dem Revolver in einem Titel von 1930, in dem es um einen Geräuschemacher beim Film ging.

Aus demselben Jahr stammte auch „Wenn die Elisabeth“ von Robert Katscher (1894-1942), einem schwungvollen Stück, das vielen Zuhörern offensichtlich bekannt war. Mit „Salomé“ schlugen die Musiker arabische Töne an und zogen ihr Publikum in ihren Bann.

Im Stil früherer Tanz-Orchester spielten die Schellack-Solisten Rumba, Foxtrott und Paso Doble mit humorvollen und hintergründigen Texten. Dabei wechselten die Musiker die Instrumente, brillierten in Soli oder im Duett und immer auch als Ganzes. Denis Wittberg präsentierte nicht nur eine sichere Tenorstimme, er moderierte auch – ganz gentlemanlike – den Abend. So erklärte er dem Publikum, nachdem das erste Date und der erste Kuss bereits besungen waren, warum der Gatte mit seiner Klara irgendwann in die Sahara fahren will. Und warum er hofft: „Vielleicht kommt ein Löwe, oh Schreck, und schnappt mir die Klara weg.“ Das alles mit besagter unbeweglicher Miene, klar. Und mit Hubert K.’s „Sternenhimmel“ ging es noch einmal in die 80er Jahre. „Er ahnte wohl nicht, dass er anders klingen könnte, als er sonst klunge“, philosophierte Wittberg, bevor er im Stil der Goldenen Zwanziger lossang. Dass auch der „Kleine grüne Kaktus“ als erste Zugabe mit einer guten Portion Humor präsentiert wurde, war sicher mit Ausschlag dafür, dass die Musiker noch einmal auf die Bühne kommen mussten. Doch nun zeigten sie sich trickreich und verließen mit dem Lied „Schlafen geht das kleine Saxophon“ während des Stückes nach und nach die Bühne, um einen Schlusspunkt zu setzen.

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