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Scheunenfest: Musikverein Wernborn feiert seinen 30. Geburtstag

Von Zu seinem 30-jährigen Bestehen veranstaltet der Musikverein Wernborn – Usinger Land am 28. April ein Scheunenfest mit Frühlingsgaudi. Damit wollen die Musiker an die Erfolge der früheren Oktoberfeste in der Gärtnerei in Wernborn anknüpfen. Drei Urgesteine, die schon vorher im Spielmannszug dabei waren, erinnern sich an alte Zeiten.
Von wegen altbacken: Dirigent Pitter Bender (vorne in der Mitte) gibt beim Musikverein den Takt vor und sorgt für einen groovenden Sound. Bilder > Foto: Evelyn Kreutz Von wegen altbacken: Dirigent Pitter Bender (vorne in der Mitte) gibt beim Musikverein den Takt vor und sorgt für einen groovenden Sound.
Wernborn. 

Das Musikprogramm steht, die Proben laufen auf Hochtouren, und die Stücke hören sich schon richtig gut an. Doch Dirigent Pitter Bender lässt nicht locker. „Der Posauneneinsatz muss besser sitzen, da spielt sonst keiner“, meint er. Ralph Ammelung witzelt: „Wenn wir das noch 500 Mal üben, klappt das sogar noch schneller“.

Soviel Zeit werden die Musiker nicht haben. Denn zum 30. Geburtstag geht beim Musikverein Wernborn–Usinger Land die Party richtig los. Vorbei sind die Zeiten, als die Musiker allein mit traditioneller „Dicke-Backen-Musik“ die Säle füllten. Schon längst stehen Evergreens und Schlager auf dem Programm. Rock- und Poptitel sowie Partymusik vom Ballermann werden für Blasorchester arrangiert, und manche Böhmische Polka kommt im modernen, peppigen Sound daher.

Und wie hört der sich an? Klarinettistin Julia Fabri ist sich nicht ganz sicher, ob die Stelle sich so schief anhören muss und fragt sicherheitshalber nach: „Ist das Fis richtig“? Es ist so notiert, und so soll es auch sein. Dirigent Bender erklärt: „Die neuen Sachen leben von diesen Akkorden, das klingt ein bisschen frech und nicht so altbacken.“

Knoten in die Finger

Auch rhythmisch tut sich etwas. Als das Orchester „Die Fischerin vom Bodensee“ anstimmt, unterbricht Bender. „Der erste Takt ist punktiert, der zweite nicht“, moniert er. Darauf zu achten, sei besonders wichtig, denn „genau das macht unsere Version interessant“. Und beim „Schifoan“ bremst der Dirigent seine Bläser. „Es verführt euch, schneller zu spielen, aber dann grooved es nicht richtig und ihr kriegt Knoten in die Finger.“

Auch wenn der Proben-Endspurt anstrengend ist, verlieren die Musiker nicht die gute Laune. Denn sie wollen, dass auch die Zuhörer Spaß haben werden. „Die echten Blasmusikfans werden immer weniger, und wir müssen das jüngere Publikum irgendwo abholen“, weiß Vorsitzender Bernd Fabri. Der Spagat ist nicht einfach, ist aber bei den Musikern gelungen. Viele von denen, die vor 30 Jahren schon mitgespielt haben, sind immer noch dabei – und es kommen neue dazu.

Begonnen hat alles mit dem früheren Spielmannszug unter dem Dach der TG 02 Wernborn. Aus dem entstand am 10. Mai 1988 der eigenständige Musik- und Freizeitsportverein Wernborn. Dieter Fabri hat als Sechsjähriger schon auf Waschpulver-Trommeln geübt und ein Jahr später im Spielmannszug als Trommler begonnen. Im Musikverein spielt der 52-Jährige Schlagzeug. Ein Leben ohne Musik zu machen, kann er sich nicht vorstellen.

Wolfgang Bernard ist der Tausendsassa. Der 49-Jährige hat als Zwölfjähriger gelernt, die Trompete zu spielen, dann wurde ein Tenorsaxofonist gebraucht, und seit 2008 ist er der Mann am Tenorhorn. Dann ist da noch Uwe Maibach. Der 54-Jährige hat erst relativ spät als Bläser angefangen. „Da war ich schon 20 Jahre alt, aber ich konnte vom Klavierspielen Noten lesen und habe die Ansatztechnik auf der Trompete ziemlich schnell gelernt“, erzählt er. Alle drei kommen aus musikalischen Familien, haben Väter, die Instrumente gespielt haben.

Sie erinnern sich an den langjährigen Vorsitzenden Paul Weil, der die Jungs auf der Straße angesprochen und für den Musikverein geworben hat. Unter dem ersten Dirigenten Helmut Flohr erarbeiteten sie sich ihr musikalisches Rüstzeug. Bei Jörg Senger erhielten sie ab 1992 den Feinschliff. „Die Oktoberfeste mit Senger waren absolute Höhepunkte“, erinnern sie sich.

Gaudi in der Scheune

Trotzdem war Blasmusik schon da bei der jüngeren Generation nicht mehr so beliebt. Die Wernborner brauchten Nachwuchs und fanden ihn im ganzen Usinger Land. Das spiegelt sich seit 2002 im Namen „Musikverein Wernborn–Usinger Land“ wider. Nach Sengers Weggang fiel das Orchester in ein musikalisches Loch. Nach wechselnden Übungsleitern übernahm 2008 Pitter Bender den Taktstock.

Zum Jubiläum ist der Musikverein hervorragend aufgestellt. Davon machen sich Musikliebhaber am besten selbst ein Bild. Im urigen Ambiente in der Scheune von Artur Scheuerling in der Butzbacher Straße in Wernborn startet am 28. April die Wernborner Frühlingsgaudi. Einlass ist um 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 5 Euro.

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