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Bürgerentscheid gegen Windkraftanlagen: Nach dem Windrad-Aus in Neu-Anspach will die Politik Alltag

Von Die Neu-Anspacher haben sich im Bürgerentscheid am Sonntag klar gegen Windkraftanlagen auf ihrer Gemarkung entschieden. Nun soll der wieder politischer Alltag einkehren.
(Symbol) Foto: Petra Hackert (Symbol)
Neu-Anspach. 

Die Mehrheit der Wähler in Neu-Anspach hat sich gegen die vier heißdiskutierten Windräder entschieden. Wie am Wahltag bereits von Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) angekündigt, wurde gleich gestern morgen der Vertrag mit der Betreibergesellschaft Juwi gekündigt.

Es bestand theoretisch bis zuletzt noch die Gefahr der Genehmigung der Windräder durch den RP, und damit wäre alles hinfällig gewesen, daher musste schnell gehandelt werden. Und Juwi sei ebenfalls durch den Bürgermeister informiert worden. Klar, dass diese das Geschehen in Neu-Anspach aber bereits mitverfolgten. Die Projektentwickler seien traurig gewesen über dieses Ergebnis, aber es sei letztlich der Wille der Mehrzahl der Bürger gewesen.

„Ich bin froh, dass das Thema nun endlich erledigt ist“, sagte der Bürgermeister gestern im Gespräch mit der TZ.

Corinna Bosch, Vorsitzende der Neu-Anspacher CDU, sagte: „Die Bürgerinnen und Bürger von Neu-Anspach haben entschieden. Genau so hat es die CDU Neu-Anspach auch gewollt: ,Sie entscheiden!‘ war unsere Kampagne. Hoffentlich bleibt das Interesse an der Tagespolitik bestehen.“

Wachsam bleiben

Und der SPD-Vorsitzende Kevin Kulp teilte mit, dass er das Ergebnis bedauert, denn die Sozialdemokraten hätten gerne einen Beitrag zur Energiewende geleistet. „Natürlich akzeptieren wir die Entscheidung, auch wenn wir es gerne anders gesehen hätten“, sagte Kulp. Seiner Meinung nach habe der Bürgermeister die Bevölkerung nicht genügend informiert.

Auch die Neu-Anspacher Grünen bedauern den Ausgang des Bürgerentscheids sehr. Die Möglichkeit eines aktiven Beitrags zur Energiewende durch dezentrale Stromgewinnung habe sich für Neu-Anspach somit erledigt. „Froh sind wir allerdings, dass das Ergebnis eindeutig ist“, teilte Fraktionsvorsitzende Regina Schirner mit. „Das Ergebnis muss uns nicht gefallen, wir müssen es nur akzeptieren. Das ist Demokratie.“ Nun wollen sie sich wieder all den anderen Themen widmen, die für die Kleeblattstadt wichtig sind.

Und wie geht es nun mit der Bürgerinitiative N.o.W. – Naturpark ohne Windräder in Neu-Anspach nun weiter? Löst sich die Vereinigung nun, nachdem das Ziel erreicht ist, auf? Nein, sagen die Sprecher der Bürgerinitiative. „Wir bleiben wachsam“, verspricht Arnt Sandler. „Als erstes muss nun die Stadt den Vertrag mit Juwi kündigen, und der Antrag muss seitens des Projektierers beim Regierungspräsidium zurück genommen werden.“

Dank an die Mitstreiter

Und dann wollen die Windkraftgegner das Thema Regionalverband mit seinen geplanten Windvorrangflächen weiter im Auge zu behalten, heißt es in einer Mitteilung. Es gebe zahlreiche Anfragen von befreundeten Bürgerinitiativen rund um den Taunus und Hessen, die um Unterstützung in ihren Verfahren gebeten hätten.

Die N.o.W.-Sprecherin Annett Fomin-Fischer zeigte sich erleichtert, dass es nach drei Jahren harter Arbeit gelungen ist, den Naturpark und damit das Refugium von Schwarzstorch, Milan, Kranich & Co. zu schützen. „Damit bleibt unser Wald mit seinen Funktion für Klima, Trinkwasser, Rückzugs- und Ruheraum für uns und unsere nachfolgenden Generationen erhalten“, so die Sprecherin weiter.

Der Dank der N.o.W. gehe an die vielen Unterstützer und Bürger von Neu-Anspach, die IG Pro Naturpark, b-now Neu-Anspach, Feldberginitiative und BiP Treisberg, die geholfen haben, dieses Ergebnis einzufahren, fasste Sprecher Ralph Bibo zusammen.

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