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Fastnacht: Narren geben Politik den Takt vor

Von Politiker und Narren geben sich dieser Tage die Klinke in die Hand. Und zwar im wahrsten Wortsinn, wenn es um die Veranstaltungsorte geht. Im Usinger Land sind die Narren am Zug. Die Vereine finden beste Bedingungen vor.
Voller Krafteinsatz für manchen Lokal-Superhelden: Von der einen zur nächsten Narretei an einem Abend. Karikatur: Schwarze-Blanke Bilder > Voller Krafteinsatz für manchen Lokal-Superhelden: Von der einen zur nächsten Narretei an einem Abend. Karikatur: Schwarze-Blanke
Usinger Land. 

Böse Zungen behaupten ja, dass sich Sitzungen der Politik und Fastnachtssitzungen allein durch die Dekoration im Saal unterscheiden. Die Erfahrung, dass da durchaus was dran ist, haben Schmittener Kommunalpolitiker bereits gemacht. „Vor einigen Jahren haben wir eine Sitzung im geschmückten Dorfgemeinschaftshaus in Arnoldshain abgehalten“, erinnert sich Hauptamtsleiter Heinz-Otto Freiling. Das habe für Getuschel gesorgt, ob denn auf der Bühne nun der Elferrat Platz genommen habe.

Die Politiker hielten ihre nächste Sitzung daraufhin im Feuerwehrgerätehaus in Schmitten ab – der Aufwand, ein anderes DGH zu suchen, wäre zu groß gewesen, sagte Freiling. Und die Arnoldshainer Krakkeler wollten den Saal im Dorfgemeinschaftshaus vor ihrer Sitzung nicht frei geben, aus Sorge um die teure Musikanlage, wie Sitzungspräsidentin Katharina Hoffmann erklärte. „Für die teure Technik haftet von uns keiner, auch wenn zur Sitzung nur Erwachsene kommen, ist schnell was passiert“, so Sitzungspräsidentin Katharina Hoffmann. „Wir haben den Saal nur für die Politik nur für die Landratswahlen frei gemacht, danach sind wir wieder Hauptmieter.“

Eine Miete zahlen die Verein in den gemeindlichen Liegenschaften übrigens nicht. Das sei zwar vor zwei Jahren diskutiert, aber nie beschlossen worden, so Freiling. Allerdings, so Hoffmann, müsse eine Kaution hinterlegt werden.

Selbst auf der Bühne

In Schmitten hat der Karneval die Politik also fest im Griff. Doch wie sieht’s in den anderen Kommunen aus? In Usingen, Neu-Anspach, Grävenwiesbach und Wehrheim hat man die Problematik zwischen politischer und Faschingsbühne natürlich längst erkannt. „Wir legen keine Sitzung in die Faschingszeit, darauf achten wir schon“, sagte Bürgermeister Gregor Sommer (CDU). Und das nicht nur, weil Sommer selbst ein fleißiger Bühnenakteur ist. Auch Parlamentsvorsteher Frank Hammen und der Liberale Harald Stenger gehören zu den eingefleischten Fastnachtern. Aber es soll ja auch keiner bei all dem Stress in die peinliche Verlegenheit kommen von Saaltür zu Saaltür hechten zu müssen, um dann womöglich noch eine Abstimmung mit einem dreifach donnernden „Helau“ zu begleiten.

Auch in Usingen und Grävenwiesbach kommen sich die Narren und Politiker nicht in die Quere, „darauf wird bei der Festlegung der Sitzungen schon ganz genau geachtet“, sagten Ramona Jänisch aus dem Usinger Rathaus und Hauptamtsleiter Heiko Bullmann aus Grävenwiesbach, die Zeit und Ort koordinieren, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Lieber in Köln gewesen

Flexibel zeigen sich die Neu-Anspacher, die für Weiberfasching auch Zeit und Ort einer Sitzung verändern. Und das nicht nur wegen der Veranstaltung, sondern auch schon auf Grund der Aufbauarbeiten. Bei der Wahl des Ortes „spielt Dekoration aber keine Rolle“, sagte Mathias Schnorr, der im Neu-Anspacher Rathaus die Belegungspläne mit dem Stadtverordnetenvorsteher Holger Bellino (CDU) abstimmt.

In Weilrod hingegen nimmt man zwar auch gerne Rücksicht auf die Narren, aber nicht unbedingt auf die persönlichen Wunschvorstellungen von amtierenden Bürgermeistern: „Ich wäre auch lieber in Köln gewesen“, sagte Bürgermeister Götz Esser mit einem Augenzwinkern. Die nächste Sitzung des Finanzausschusses findet nämlich parallel zur Weiberfastnacht statt. Die Mitglieder der Gemeindevertretung hatten nichts gegen den Termin einzuwenden und mit dem Sitzungssaal im Rathaus nehme man auch keinem Verein den Platz weg.

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