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Uganda-Hilfsaktion: Neue Werkstatt stellt jetzt Prothesen her

Von Noch immer explodieren Landminen in dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Uganda. Menschen werden getötet oder verlieren Gliedmaßen. Als der Usinger Fachlehrer für Orthopädietechnik in der Usinger Saalburgschule, Karsten Schulz, 2012 von der Situation hörte, fackelte er nicht lange sondern startete sein großes Projekt – nämlich eine Werkstatt für Prothesen in Uganda zu bauen. Nun wurde die kleine „Fabrik“ eingeweiht, die Produktion läuft bereits.
Für das anpassen einer Prothese haben die Techniker in Uganda nun ideale Voraussetzungen. Für das anpassen einer Prothese haben die Techniker in Uganda nun ideale Voraussetzungen.
Usinger Land. 

Ein Land, in dem Bürgerkrieg herrscht, in dem Menschen durch Seuchen sterben, in dem Hunger in vielen Gebieten an der Tagesordnung ist, denkt an eine Werkstatt für Prothesen sicher nicht an erster Stelle. Doch der Orthopädiemechaniker Karsten Schulz, der an der Usinger Saalburgschule Orthopädietechnik lehrt, hat mit seiner Aktion in nur vier Jahren ein Meisterstück hingelegt. Mit Hilfe von Kollegen, Freunden, vielen Spendern und einem langen Atem konnte er in diesem Jahr eine rein privat finanzierte Werkstatt für Prothesen aufbauen. Natürlich reiste er dazu oft in das afrikanische Land und überzeugte sich selbst in verschiedenen Kliniken in mehreren Städten Ugandas von der Not der körperbehinderten Menschen.

Zuerst gründete er im Februar 2013 mit einigen Freunden den Verein „Pro Uganda – Prothesen für neues Leben e. V.“, der Mitglieder vieler Berufsgruppen umfasst – Krankenschwestern, Orthopädiemechaniker, Kraftfahrer, Pastoren oder Polizeibeamte und andere.

Hoher Stellenwert

Ende Oktober war die Orthopädie-Werkstatt fertig und konnte ihrer Bestimmung übergeben werden. Welchen Stellenwert das Projekt hat, zeigt sich an der Gästeliste. Unter anderen waren die Leiter des Kooperationspartners „Vision for Africa“, ehemalige Patienten, Orthopädie-Mechaniker aus verschiedenen Regionen Ugandas sowie Vertreter der regionalen Kirchen und der Rotarier in Mukono / Uganda dabei. „Dieses Projekt wird die Lebensgeschichte vieler Menschen mit Handicap in Uganda nachhaltig positiv verändern“, hofft Schulz, der bereits neue Ziele hat.

Denn 2018 soll ein Gebäude folgen, in dem die Patienten, die oft von sehr weit anreisen, eine fachgerechte prothetische Versorgung erhalten. Dazu gehört auch eine Physiotherapie sowie eine Gehschule. Zudem möchte Schulz weitere Arbeitsplätze für ugandische Bürger schaffen. Eine der ersten Patienten war eine Frau namens Stella, die auf Bitten des Pastors Fred aus Ost-Uganda zwar schon 2014 eine Stehprothese bekam, um den Beruf der Friseurin lernen zu können. Doch nun hat sie eine gute Kniegelenksprothese, die aufgrund einer Schwangerschaft inzwischen wieder erneuert werden muss. Natürlich war sie bei der Eröffnungsfeier dabei. Wie auch die beiden Patienten Habaasa und Suleimani, die ebenfalls durch „Pro Uganda“ eine Prothese erhalten hatten.

Mehrere Orthopädietechniker der Gruppe St. Josef aus Uganda bauen bereits seit mehreren Jahren mit ganz einfachen Materialien Prothesen. Durch die nun beginnende Zusammenarbeit mit der neuen Werkstatt von „Pro Uganda“ erhoffen sie sich Weiterbildungsmöglichkeiten.

 

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