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Nachfolger hat abgesagt: Quan Tran beendet sein Freiwilliges Soziales Jahr bei der UTSG

Von Mit Beginn der Ferien endete auch das Freiwillige Soziale Jahr für Quan Tran bei der UTSG. Eigentlich sollte er die begonnenen Projekte an seinen Nachfolger übergeben. Eigentlich. Doch der ist in letzter Sekunde abgesprungen und nun steht vieles, was begonnen wurde, auf der Kippe. Eine kleine Hoffnung gibt es aber immer noch.
Höchst erfolgreich hat Quan Tran die Handball-Nachwuchsförderung im vergangenen Jahr betreut. Jetzt gibt er den (Hand-) Ball an Konrad Zorn zurück. Foto: Tatjana Seibt Höchst erfolgreich hat Quan Tran die Handball-Nachwuchsförderung im vergangenen Jahr betreut. Jetzt gibt er den (Hand-) Ball an Konrad Zorn zurück.
Usingen. 

Mit Quan Tran beschritt die Handballabteilung der Usinger Turn- und Sportgemeinde (UTSG) einen neuen Weg. Einen, der das grundsätzliche Problem des Handball-Sports langfristig lösen sollte, denn es fehlt an Nachwuchs. Vor allem in der E- und D-Klasse, in der Kinder, die 2006 und 2007 geboren wurden, spielen.

Die Grundidee war, dass die UTSG einen Abiturienten beschäftigt, der ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert und den Sportnachwuchs nicht nur am Nachmittag, sondern auch über Schulangebote in den Verein lockt. So zumindest war der Plan, der auch in großen Teilen gelang. Und die Freude von Konrad Zorn, der sich federführend seitens der UTSG um das Projekt FSJler kümmert, war überaus groß, denn ein Nachfolger für den nach zwölf Monaten scheidenden Quan Tran hatte sich bereits angekündigt. „Er war auch zwei Mal da, um sich die Arbeit anzusehen“, sagte Zorn, der zunächst aufatmete, dass es einen nahtlosen Übergang geben würde.

„Herber Schlag“

Doch daraus wurde nichts. Denn recht kurzfristig hat der neue FSJler sich dann doch für eine Berufsausbildung entschieden und seine Arbeit abgesagt. „Das war ein herber Schlag“, sagte Zorn, der aber auch die Entscheidung des Kandidaten nachvollziehen kann. Sicherlich sei es verständlich, wenn man einen Berufsausbildungsplatz bekommt, dass man diese Chance nicht einfach sausen lässt. Menschlich verständlich, fachlich enttäuscht ließen sich die Emotionen wohl zusammenfassen. Denn für die UTSG steht nun das Gesamtprojekt FSJ auf dem Spiel.

Das sei schon ein herber Schlag ins Kontor, sagt Zorn, denn gerade jüngst hatte er zwei neue Schulen im Usinger Land für eine Handball-AG gewinnen können. Insgesamt drei AGs hatte es im vergangenen Schulhalbjahr an der Grundschule am Hasenberg in Neu-Anspach sowie an den beiden weiterführenden Schulen Helmut-Schmidt und Christian-Wirth-Schule in Usingen gegeben.

„Diejenigen, die das als Wahlpflichtfach belegt haben, hatten richtig viel Spaß daran“, erzählt Quan Tran. Mit dem Wegfall der Stelle würden folglich nicht nur die Trainingseinheiten nachmittags bei der Handballspielgemeinschaft Neu-Anspach und Usingen zu der die Abteilung der UTSG gehört wegfallen, sondern auch die Angebote in den Schulen.

Zeit bis Ende Juli

Eine Hoffnungsfunken gibt es aber noch. „Wenn wir jemanden finden, der Spaß am Sport hat, dann haben wir bis Ende Juli noch die Möglichkeit an den Schulen die AGs fortzusetzen“, sagte Zorn. Erst dann würden die Stundenpläne für die kommenden Halbjahre endgültig fertig. Bis dahin gibt es also noch eine Art „Galgenfrist“.

Was es bislang für beide Seiten einigermaßen schwierig machte, waren die Konditionen, zu denen die FSJler bei der UTSG starten können. Zwar bekommen die FSJler für ihre 38,5-Stunden-Woche eine Aufwandsentschädigung, allerdings lässt sich davon kein Zimmer mieten und kein Essen bezahlen. „Ich hatte das Glück, bei meiner Tante in Neu-Anspach wohnen zu können“, erklärt Quan Tran. Da er aus Leonberg stammt und dorthin nun auch wieder zurückkehren wird, habe das Wohnangebot einen Großteil seines „Problems“ bereits gelöst.

„Das ist schwierig, wenn man aus dem Raum Berlin stammt und von dort aus eine Stelle hier sucht, aber keine Wohnung hat“, sagt auch Zorn. Deshalb werde er sich auch Gedanken machen, wie man diesem Faktor begegnen könne. „Anfragen von weiter her hatten wir bereits, aber ohne eine Wohnung konnten wir da spontan nichts zusagen.“ Jetzt will Zorn schauen, ob der Verein bei der Frage nach einer Unterkunft vielleicht doch intensiver helfen kann. Der Vorteil einer WG ist aus Sicht von Tran, „dass man so leichter Anschluss findet“. Das sei ihm lediglich über das Handballspielen gelungen, nicht aber über die Nachwuchsförderung. Auch ein Auto könnte das Problem lösen, ist aber bei 300 Euro Aufwandsentschädigung im Monat nicht zu finanzieren, sofern nicht private Geldgeber mithelfen.

Was Tran seinen Nachfolgern gerne mit auf den Weg geben möchte, ist der Hinweis, „dass die Arbeit mit den Kindern sehr viel Spaß macht. Streng sollte man am Anfang sein, nachlassen wird man über die Zeit ohnehin“, hat er die Erfahrung gemacht.

Doch darüber hinaus sei es Nachwuchsförderung, von der jeder auch ganz persönlich noch profitiere. Wer sich für einen Stelle interessiert und auf kurzem Wege informieren möchte oder generell Spaß am Handballspiel hat, erreicht Konrad Zorn unter der Telefonnummer (0 60 81) 1 27 53 sowie über die Homepage des Vereins, www.usinger-tsg.de.

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