E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Bad Homburg 14°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

CWS-Schüler: Roman Balkow nimmt in Fuldatal an einem Mathe-Projekt für Hochbegabte teil

Von Der 17-jährige Roman Balkow tüftelt in den Ferien freiwillig über Formeln – wie kommt’s? Er hat sich als einziger Schüler aus dem Usinger Land für die Modellierungswoche für hochbegabte Mathematikschüler in Nordhessen qualifiziert.
Die Gymnasiasten Roman Balkow aus Usingen (links) und Alexander Schoberth aus Rüsselsheim arbeiten zusammen in einer Gruppe, die sich mit der Effizienz eines Pumpspeicherkraftwerkes auseinandersetzt. Die Gymnasiasten Roman Balkow aus Usingen (links) und Alexander Schoberth aus Rüsselsheim arbeiten zusammen in einer Gruppe, die sich mit der Effizienz eines Pumpspeicherkraftwerkes auseinandersetzt.
Usinger Land. 

Roman Balkow modelliert keine Figuren aus Ton, sondern formt mathematische Formeln und Kurven so, dass sich damit ein Problem lösen lässt. Der 17-jährige Schüler der Christian-Wirth-Schule in Usingen ist der einzige Schüler aus dem Usinger Land und einer von vier aus dem gesamten Hochtaunuskreis, die bis zum morgigen Freitag in Fuldatal bei Kassel an einem Projekt für Mathe-Asse teilnehmen.

Veranstalter der Modellierungswoche ist der Verein Zentrum für Mathematik (ZFM, siehe Info-Box).

Zahlen und Umwelt

Modellieren ist ein Vorgang, der die Mathematik in irgendeiner Weise mit der Umwelt in Beziehung setzt. Das ist es auch, was den LK-Schüler Roman Balkow an der Mathematik und auch an der Physik fasziniert: „Auf den ersten Blick haben Probleme aus dem Alltag nicht viel mit Mathe zu tun, aber auf den zweiten schon.“ Mit Hilfe der Mathematik ließen sich allgemeine Formeln herleiten, mit denen man der Lösung sehr nahe komme.

Um das Modellieren einzuüben, haben sich die 37 Schüler aus Hessen, Bayern und Baden-Württemberg in sieben Gruppen aufgeteilt. Jede löst ihre eigene anspruchsvolle Aufgabe, zum Beispiel, wie man Verkehrsstau vermeidet. Dafür haben die angehenden Abiturienten vier Tage Zeit, und am Freitag müssen sie die Ergebnisse ihrer Arbeit vor Publikum präsentieren.

Roman Balkow hat sich beim Tag der Mathematik im vergangenen Winter in Wetzlar für die Teilnahme an der Modellierungswoche qualifiziert. „Ich habe den 3. Platz in der Einzelwertung belegt und ein Stipendium gewonnen“, sagt der Schüler, der in Cratzenbach zu Hause ist. Zusammen mit fünf Gleichaltrigen erstellt er ein Konzept zum effizienten Betrieb eines Pumpspeicherkraftwerks (ein Stromkraftwerk, das mit Wasserkraft arbeitet). Die Frage ist: Wie steuert der Kraftwerksbetreiber sein Kraftwerk (also den Abfluss und den Zufluss) und bei welchem Tarif lohnt sich der Ausbau eines „normalen“ Wasserkraftwerkes zu einem Pumpspeicherkraftwerk? „Stromnetzbetreiber sind daran interessiert, auf der einen Seite Lücken in der Energieversorgung zu schließen und auf der anderen Seite Spannungsspitzen aus dem Versorgungsnetz zu nehmen“, erläutert Projektleiter Tobias Braumann. „Deshalb bieten sie Wasserkraftwerksbetreibern Stromtarife an, die es lukrativ machen, billigen Nachtstrom zu speichern und am Tag wieder in das Netz einzuspeisen.“

Dafür müssen die Schüler zunächst einen passenden See finden, der Edersee im Landkreis Waldeck-Frankenberg sei eher ungeeignet, erklärt Balkow. Nicht nur, weil es dort schon ein Pumpspeicherkraftwerk gibt, sondern weil der See zu groß ist, der Wasserspiegel meist unverändert. Ein fiktiver See muss her: „Schön quadratisch, damit er sich leicht berechnen lässt.“ Aber wie im echten Leben sind da natürlich viele Variablen, die berücksichtigt werden müssen, bevor eine Formel hergeleitet werden kann.

Nachts programmieren

Balkow, der den Traum hat, Fluglotse zu werden, und seine Mitstreiter arbeiten nur zu Beginn ihres Projekts mit Papier, Karteikärtchen und Tafeln, danach geht’s mit dem Laptop weiter. Programmierer-Treffen stehen auf dem Stundenplan – „,Programmierer laufen erst abends heiß‘“, hat es ihr Betreuer, Prof. Andreas Kiehl von der Technischen Universität (TU) Darmstadt bei der Einführung zusammengefasst. Der CWS-Schüler ist sich sicher, dass die Nachwuchs-Programmierer die Nacht vor dem Präsentationstag am Freitag durcharbeiten werden.

Langweilig wird es den 17-Jährigen auch sonst abends nicht: „Am ersten Abend haben wir bis 1 Uhr zusammen gespielt. Es macht Spaß hier zu sein!“

Zur Startseite Mehr aus Usinger Land

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen