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Heimat- und Geschichtsverein: Sie kämpfen für ihr Waldschwimmbad

Von Der Titel des Heimat- und Mundartabends sagte schon viel über die Identifikation der Anspacher mit ihrem Freibad aus. Mit einer satten Portion Heimatverliebtheit wurde aber nicht nur dem Waldschwimmbad, sondern auch Anspacher Originalen die Ehre erwiesen.
Erhard Planz erinnerte in einem launigen, aber auch nachdenklichen Vortrag an das Anspacher Original „De Vietz“. Foto: Frank Saltenberger Erhard Planz erinnerte in einem launigen, aber auch nachdenklichen Vortrag an das Anspacher Original „De Vietz“.
Neu-Anspach. 

„Macht Euch stark für Euer Schwimmbad“, rief Hello Becker dem Publikum im Saal zu. Sein Appell wurde von vielen Ohren gehört, denn das Bürgerhaus war zum Heimat- und Mundartabend des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV) sehr gut gefüllt. Der Vereinsvorsitzende Heinz Henrici hatte den Vorsitzenden des Schwimmbadfördervereins „Naps“ auf die Bühne geholt, denn dem Waldschwimmbad sollte der Erlös des Abends zugute kommen.

Keine Luftschlösser, sondern eine vernünftige Versorgung solle das Schwimmbad bekommen, erklärte Becker, der den Auftritt nicht nur für seinen Appell, sondern auch für Dankesworte nutzte, denn der HGV hatte seinen Heimat- und Mundartabend dem Waldschwimmbad gewidmet und den Spendenerlös des Abends mit einem Aufschlag anlässlich seines 25-jährigen Bestehens an Becker weitergereicht. 3000 Euro kamen so zusammen – eine Summe, die Naps für die Erhaltung der Gastronomie einsetzen wird.

Stück Kulturgeschichte

Warum nun setzt sich der Heimat- und Geschichtsverein für das Freibad ein? Henrici erklärte es: „Weil es ein Stück Kulturgeschichte ist“, sagte er, und Professor Eugen Ernst ergänzte: „Es ist Sportkultur und ein Kommunikationsfeld, das von dem weitsichtigen damaligen Bürgermeister Emil Becker initiiert wurde.“

Ernst ist einer der „Dippegucker“, jener Männergesangsgrupppe, die aus einer Stammtischrunde hervorgegangen ist und selbst ein Stück Anspacher Kulturgeschichte geworden ist. Denn sie fehlt nahezu auf keiner Veranstaltung des HGV und transportiert den Heimatgedanken mit Liedern, einstudiert und für die Männer arrangiert von Hello-Bruder Heinz Becker.

Berge und Seen

Das taten sie an diesem Abend mit Volksliedern, die bereits im 19. Jahrhundert gesungen wurden, bis hin zum, wie Ernst formulierte, „Hollywood-Foxtrott“ mit dem Titel „Dort, wo die Blumen blüh’n“. Was Heimat ist, das formulierte Ernst ebenso: „Heimat ist mehr als ein Ort mit Bergen und Seen, Heimat ist Menschenbegegnung und Lebensraum.“ Dennoch besangen die „Dippegucker“ auch das Usa- und das Erlenbachtal und den Ort am Fuße des Feldbergs.

Anspacher Original

Mit einem ausgedehnten Programm unterhielt der Verein seine Gäste, und die konnten demselben umso besser folgen, wenn sie das „Onschbacher Platt“ beherrschten oder verstanden und noch besser, wenn sie die Uznamen drauf hatten, unter denen die Anspacher seit Generationen bekannt sind. „De Vietz“, beispielsweise, ein Anspacher Original, dem Erhard Planz an diesem Abend ein Denkmal setzte. Selbst ein Original trug er die Tops und Flops des Bäckermeisters in Bäckerjacke mit einem Bleistift hinter dem einen und einer Zigarette hinter dem anderen Ohr vor.

Norbert Rodeck hatte auch eine Geschichte von zwei Schlaufüchsen zu erzählen, von Rodecks Christanu und dem Schlenkerich, die sich als Monteure an einem Rohrbruch im Keller eines Nachbarn auffallend lange aufhielten. Grund war das Fässchen Apfelwein, dem sie dabei nicht widerstehen konnten.

Wahre Geschichten

Wahre Geschichten aus der Familie tischte in unnachahmlicher Erzählkunst auch Jörg Ernst auf, und Norbert Rodeck spielte mit Gattin Edith noch eine „ganz normale“ Szene aus dem Eheleben, in der zuerst die Fetzen flogen, in der man sich zum Schluss aber wieder innigst verstand.

Musikalisch erzählte Wolfgang Wagner, genannt „Wolfi“, mit Gesang zur Gitarre vom „Feldese Emil“, seinem Urgroßvater, und Heinz Henrici brachte, begleitet von Heinz Becker am Flügel, einen besinnlichen Sprechgesang zu Gehör.

Beim Moderieren hatte Henrici Unterstützung von Vorstandsmitglied Daniela Born-Schulze, und neben den genannten Akteuren sagten diese auch zweimal die Jagdhornbläser des Deutschen Teckelklubs an, die mit Jagdsignalen und Liedern die beiden Programmblöcke eröffneten. Und zwischen den Blöcken lief eine Bilderschau ab, die das Waldschwimmbad zeigten, wie es früher einmal war, als es noch keine Chlor- und Solaranlage, kein Dreimeterbrett, keine Rutsche und Startblöcke gab – und es ging auch.

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