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Sie sprechen für sich selbst

Von Die Skulpturen von Sean Henry sprechen für sich selbst und müssen selbst zum Sprechen gebracht werden. Die „Außenstelle“ der Blickachsen-Ausstellung im Hessenpark wurde vom Künstler selbst eröffnet.
Die Skulpturen sollen für sich sprechen.
Foto: Saltenberger Foto: Frank Saltenberger Die Skulpturen sollen für sich sprechen. Foto: Saltenberger
Neu-Anspach. 

Eingebettet in Jazzstandards des Trios „Round Midnight“, die auch den Bruce-Hornsby-Titel „The way it is“ interpretierten, wurde die Blickachsen-Ausstellung im Hessenpark eröffnet. Das passte, denn den gleichen Titel trägt die Ausstellung, und dass Exponate der Ausstellung, die ihr Zentrum in Bad Homburg hat, den Weg in das Freilichtmuseum gefunden hatten, freute Museumsleiter Jens Scheller außerordentlich.

„Und als die Entscheidung, welcher Künstler hier gezeigt werden soll, auf Sean Henry gefallen war, war ich noch begeisterter“, sagte Scheller, der sich auch bei dem anwesenden Ausstellungsorganisator Christian Scheffel bedankte. Der Besonderheiten war aber damit noch nicht genug getan, denn, wie Scheller weiter mit Stolz berichtete, liegt die Eröffnung der Blickachsen am Ausstellungsstandort Hessenpark noch vor der Gesamteröffnung Ende April, und die Ausstellung wird im Hessenpark sogar länger gezeigt.

Aber nicht nur Scheffel war anwesend, sondern, was noch größere Freude hervorrief, der Künstler Sean Henry selbst, der auch die Einführung in die Ausstellung übernahm. In Englisch, was anschließend übersetzt wurde.

Er freue sich, dass er ein weiteres Mal nach 2013 zur Ausstellung eingeladen wurde, sagte er. Bei einer Freilichtausstellung gehe es immer darum, Landschaft und Umgebung mit der Skulptur in Beziehung zu bringen. Die Skulpturen bewohnten die Welt an unserer Seite und nähmen den Raum ein, egal, ob sie säßen, stünden oder lägen und wir um sie herumlaufen müssten. Es sei bedeutend, wo und wie sie aufgestellt würden, so der Künstler. Mit der Tageszeit oder dem Wetter komme es zu einer permanenten Veränderung der Bilder.

Die kleinen Skulpturen weckten die Neugier, und die großen wirkten schon aufgrund ihrer Größe beeindruckend, sagte Sean Henry und kam mit seinen Ausführungen relativ schnell zum Ende. Denn: „Ich möchte nicht zu viel über die Skulpturen preisgeben, die sollten für sich selbst sprechen.“

Seit März bevölkern schon drei überlebensgroße Figuren den Marktplatz im Hessenpark, wo die Besucher mit den drei Männern allein durch die Betrachtung unweigerlich in einen gedanklichen Dialog treten. Einer steht wie der Imperator vor einem Römerkastell vor dem Eingang zum eigentlichen Museum, und an diesem müssen die Besucher erst einmal vorbei. Auf dem Kopfsteinpflaster in einfacher Alltagskleidung ist er aber alles andere als eine gloriose Erscheinung. Einen relaxten Eindruck macht der Liegende auf einem Stahlsockel mitten auf dem Platz, und ein wenig verhärmt wirkt der sitzende Mann vor dem Ausstellungsgebäude, in dem die kleineren Skulpturen und zwei Zeichnungen zu sehen sind und „für sich selbst sprechen“.

Mit römischen Bronzeplastiken teilen die Arbeiten Henrys nicht nur das Material, sondern sie sind wie diese auch bemalt, um sie realistischer aussehen zu lassen. Bei Henry geht es allerdings um eine andere Art von Realismus, und der geht über die lebensechte Darstellung weit hinaus. Die Dargestellten scheinen mit ihrem schweigenden leeren Blick etwas mitteilen zu wollen.

In diesem Sinn sehr ergiebig und mehrschichtig ist die gestylte Frau, die ganz den ikonografischen Topos der Pietà aufnimmt und einen „toten Sohn“ präsentiert. Noch einmal werden die Größenverhältnisse verschoben: Die Frau ist unterlebensgroß, der „Sohn“ in der Größe eines Kleinkindes, das aber in Soldatenkleidung dargestellt ist, so dass sie gleichzeitig das Sujet der trauernden Mutter mit dem gefallenen Sohn erfüllt.

Noch viel mehr lässt sich aus der oder den anderen Figuren herauslesen, wenn man die „für sich selbst sprechenden Arbeiten“ selbst zum Sprechen bringt.

Das ist noch bis zum 31. Oktober mittwochs, samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 17 Uhr im Haus aus Gemünden (Wohra) möglich. Die Skulpturen auf dem Marktplatz sind immer von 9 bis 18 Uhr zu sehen.

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