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Straßen strahlen bald in neuem Licht

Von Die Stadt rüstet ihre Straßenlaternen um. Damit soll mehr Energie gespart werden. Allerdings gibt es die neuen Lampen nicht zum Nulltarif.
In Usingen soll die Straßenbeleuchtung, wie hier in der Neutorstraße, auf LED umgestellt werden. In Usingen soll die Straßenbeleuchtung, wie hier in der Neutorstraße, auf LED umgestellt werden.
Usingen. 

Wer durch die Kernstadt in Usingen fährt, dem fallen in den Abendstunden vor allem die unterschiedlichen Lichtfarben der Straßenbeleuchtung auf. Ein warmes Gelb, das noch wie vor einigen Jahrzehnten an die typischen Glühbirnen erinnert und dessen Strahlung zwar nicht sonderlich hell, aber breit gefächert in alle Richtungen war. So breit der Lichtfächer, so kostenintensiv ist auch das Licht. Umweltschonend geht anders. Das hat sich auch die Stadt überlegt und vereinzelt bereits in der Vergangenheit die Straßenleuchten ausgetauscht. In Richtung Hattsteinweiher hat sie ferner eine sogenannte LED-Teststrecke vom Stromlieferanten Süwag gestellt bekommen.

Geld und Ästhetik

Das Testergebnis überzeugte. Nun sollen alle Straßenlaternen in der Stadt auf LED umgestellt werden. Das macht in Summe 1298 Laternen für die üblichen Wohnstraßen. Hinzu kommen noch einmal 64 technische Leuchten für die Verkehrsstraßen, die ausgetauscht werden sollen. Zusammen sind es 1362 Laternen.

Für die Umrüstung der Straßenlaternen hat der Stromlieferant eine entsprechende Ausschreibung mit Prioritätenliste vorgenommen. Die höchste Priorität bei der Auswahl war die Energieeinsparung, gefolgt von den Kosten und schließlich der Ästhetik und Störanfälligkeit, die im Ranking gleich bewertet wurden. Unter den Bewerbern hat Philips Lightning die Ausschreibung gewonnen und soll die neuen Leuchten liefern.

Rücksicht auf Insekten

Nun ist LED-Beleuchtung aber nicht per se gut für den Klimawandel. Zumindest dann nicht, wenn es um das Insektensterben geht. Dass noch mehr nachtaktive Insekten als sowieso schon sich ins Licht stürzen und dabei umkommen, wollen vor allem die Grünen verhindern. Sie wünschten sich eine Lumen-Variante (Lichtfarbe), die möglichst wenig Insekten anlockt, so die Grünen. Auch darauf sei geachtet worden, wie Bürgermeister Steffen Wernard in den Fachausschüssen sagte.

Das habe der Leuchtenlieferant bereits in einem Versuch getestet, in dem ein Netz unter der Lampe (4000 Kelvin, damit wird die Farbtemperatur des Lichtes angegeben) aufgespannt worden sei. In dem Netz seien später nur sehr wenig Insekten überhaupt gefunden worden, berichtete Wernard. Quasi grünes Licht also für die Umrüstung. Die gibt’s selbstverständlich nicht zum Nulltarif. Rund 475 200 Euro kostet das Umrüsten der Lampen, wobei zum einen nur die Leuchtköpfe, zum anderen aber auch ein Teil der Kabelübergangskästen erneuert werden sollen.

15 Prozent der Kästen zu erneuern hat die Süwag in die Gesamtkosten zunächst eingepreist und damit ein Mittelmaß bei den beschädigten Kästen angenommen. Vom Land Hessen gibt es auf Antrag der Stadt für die Umrüstung einen Zuschuss von 58 450 Euro, die von der Gesamtsumme abgezogen werden. Nun muss die Stadt das Geld aber zumindest nicht aus der Stadtkasse zahlen, sondern aus dem Kapitalstock, der bei der Süwag im Laufe der letzten Jahrzehnte aufgebaut wurde. 900 000 Euro sind im Sparschweinchen, dass nun für die Umrüstung geschlachtet wird.

Zwar hätten die Fachausschüsse gerne eine Beteiligung des Energieversorgers selbst an den Kosten der Umrüstung gesehen, wie das bereits im Rahmen des erneuerten Vertrages 2012 vereinbart war, doch Wernard erklärte, dass es nur eine Art von Förderung geben könne: die vom Land oder die vom Energieversorger. Die Stadt hat sich für das Land entschieden. Dass die Stadtverordnetenversammlung für die Umrüstung ihren Segen gibt, gilt als sicher. Danach kann es schließlich losgehen.

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