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Heraldik: Usinger Land: Was bedeuten die Wappen unserer Kommunen?

Auf Feuerwehrautos, Verschenk-Krawatten und Ehrennadeln sind sie zu finden und zeigen jedem unmissverständlich an: Ich bin ein Kind dieser Stadt. In einer kleinen Serie schaut sich diese Zeitung die Wappen der Kommunen und ihre Abstammung genauer an. Die Buchfinkenstadt Usingen macht den Anfang.
Der goldene Löwe im Stadtwappen kommt aus Weilburg, der silberne aus Saarbrücken. Foto: Frank Saltenberger Der goldene Löwe im Stadtwappen kommt aus Weilburg, der silberne aus Saarbrücken.
Usinger Land. 

Es gibt wohl kaum eine Stadt oder eine Gemeinde, die nicht auf den obligatorischen Give-aways wie Kugelschreibern, Tassen oder Bildbänden stolz ihr Wappen präsentiert, und keine Festschrift verlässt wohl ohne dasselbe die Druckerei. Das macht etwas her, denn anders als die nicht minder beliebten Logos hat ein Wappen der Gemeinde etwas Offizielles und verleiht ihr unbestreitbar eine historische Identität.

Auch die gerade im Neu-Anspacher Bürgerhaus enthüllte neue ortshistorische Informationstafel kommt nicht ohne das Stadt- und die Ortswappen aus.

Die hier beginnende Textfolge soll aber nicht mit der „Kleeblattstadt“, wie Neu-Anspach auch gerne genannt wird, beginnen, sondern mit der traditionsreichsten Stadt im Usinger Land, Usingen selbst. Auch „Buchfinkenstadt“ genannt.

Das Kleeblatt

Der Titel „Kleeblattstadt“ träfe historisch betrachtet eher auf Usingen zu, denn die alte dreiblättrige Futterpflanze erscheint bereits in den ältesten in Usingen benutzten Siegeln, während sich das vierblättrige Neu-Anspacher Kleeblatt auf die vier Ortsteile bezieht, aus denen die Großgemeinde 1972 gebildet wurde.

Wie aber kommt das Trifolium, wie der lateinische Name des Klees lautet, in das Usinger Stadtwappen? Wenn das nur so einfach zu beantworten wäre. Wie das Neu-Anspacher Beispiel zeigt, wird der Klee gerne als Symbolzeichen verwendet, im Falle seiner Vierblättrigkeit steht es unverhohlen für das Glück. Der dreiblättrige Klee steht für vieles mehr, unter anderem ist es ein Liebessymbol sowie ein religiöses Symbol, das die Dreifaltigkeit repräsentiert.

Aus diesen Ansätzen heraus lässt sich allerdings kein direkter Bezug zum Usinger Stadtwappen nachweisen. Einer, der in der Geschichte geforscht und darüber etwas zu Papier gebracht hat, ist Heinz Schulte-Hatzmann, den viele Usinger vermutlich unter seinem Alias „Wappenschnitzer“ in Erinnerung haben.

Möglicherweise hat sich das Kleeblatt über das Siegel des Henne Diedrich zunächst in das Usinger Stadtsiegel eingeschlichen. Das war Ende des 15. Jahrhunderts, als Henne Diedrich Schultheiß war und damit oberster Beamter der Stadt. Vielleicht hat aber auch Diedrich aus der gleichen Quelle geschöpft wie die alten Usinger Zünfte, denn bei einigen dieser taucht das Kleeblatt ebenfalls in den Siegeln auf, so bei den Rotgerbern, Schuhmachern und Maurern.

Offensichtlich war das Kleeblatt damals bereits ein auf Usingen gemünztes Symbol, dessen sich viele bedienten. Das haben auch die ältesten Vereine der Stadt später getan, so die Turner und Sänger in Revolutionsjahren des 19. Jahrhunderts, und die UTSG führt es als Vereinssymbol.

Noch älter als das Kleeblatt ist der Löwe im Wappen der Stadt, wobei hier die Erklärung einfacher ist. Gleich vier Mal tritt er als steigender Löwe in den viergeteilten Rund- oder Wappenformen auf, zwei davon entstammen dem Wappen der Grafen von Saarbrücken und zwei dem der Grafen von Nassau. Die beiden Grafschaften verschmolzen im 14. Jahrhundert durch Heirat für rund 500 Jahre und bestimmten das Schicksal der Stadt.

Löwe kommt dazu

Ein festes Zeugnis der Liaison von Kleeblatt und Löwe ist die Sandsteinskulptur auf dem Brunnen vor dem Usinger Rathaus. In einer Remise gefunden wurde er auf die Brunnensäule gesetzt, Blickrichtung Schloss. Der Löwe hat ein Schild zwischen den Pranken, auf dem drei dreiblättrige Kleeblätter zu sehen sind.

Sie spiegeln die Ortsgeschichte wider

Das Wappen des Usinger Ortsteils Eschbach ist ein sogenanntes redendes Wappen, das heißt, es setzt bildhaft den Ortsnamen um. Im Falle Eschbachs zwei Eschen, die an einem Bach stehen.

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Er könnte noch aus dem 16. Jahrhundert stammen. Wiederholt wird die Kombination Löwe-Kleeblatt mit der Rathausfahne, die ein Schmied 1687 für das damals neue Rathaus angefertigt hat. In den Stadtsiegeln des 17. Jahrhunderts erscheint das Kleeblatt schließlich auch auf dem Herzschild des landesherrlichen Schildes mit den vier Löwen. Der Löwe links oben sowie rechts unten sind die goldenen Nassauer Löwen. Sie sind seit jeher von Schindeln umgeben, die Saarbrücker Löwen sind silbern und von Kreuzen umgeben.

Rote Krallen

Dies Anordnung, der blaue Grund, die rote Bewehrung, das heißt die roten Krallen und die rote Zunge der Löwen sind zusammen mit dem Herzschild und dem Kleeblatt das heute gültige Wappen der Stadt. Es wurde in dieser Form der Stadt in unrühmlicher Zeit, im Jahre 1935, vom Präsidenten der Provinz Hessen-Nassau verliehen.

Auch der ehemalige Landkreis Usingen hatte ein Wappen, das bekam er 1951, das auf den Nassauischen Löwen zurückging. Der Löwe wird in diesem aber nicht mehr von Schindeln umgeben. An ihre Stelle treten jetzt die Kleeblätter der Stadt.

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