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Kommunen bauen auf die S 5: Verspätung bringt Städte und Gemeinde in Zugzwang

Von Wehrheim, Neu-Anspach und Usingen werden frühestens zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 – also erst drei Jahre später als geplant – einen direkten S-Bahn-Anschluss nach Frankfurt erhalten. Das hat Auswirkungen auf die Kommunen und große Industriebetriebe im Usinger Land.
Der angekündigte S-Bahnanschluss des Usinger Landes sorgt schon heute für eine steigende Nachfrage und Preise auf dem Immobilienmarkt. Nicht nur in Usingen – im Bild das Usinger Neubaugebiet Schleichenbach 2 von Westerfeld aus betrachtet – ist bezahlbarer Wohnraum Mangelware. Bilder > Foto: Pieren Der angekündigte S-Bahnanschluss des Usinger Landes sorgt schon heute für eine steigende Nachfrage und Preise auf dem Immobilienmarkt. Nicht nur in Usingen – im Bild das Usinger Neubaugebiet Schleichenbach 2 von Westerfeld aus betrachtet – ist bezahlbarer Wohnraum Mangelware.
Usingen. 

Große Einigkeit herrschte vor drei Jahren unter den 13 Städten und Kommunen des Hochtaunuskreises. Zwölf von ihnen stimmten als Mitglieder in der entscheidenden VHT-Verbandsversammlung im März 2015 für die Elektrifizierung der Taunusbahn und die Verlängerung der S-Bahn der Linie S 5 bis nach Usingen. Nur die Gemeinde Glashütten stimmte dagegen.

„Der Vorstand und die Geschäftsführung des VHT sollen alle zur Umsetzung erforderlichen Schritte in die Wege leiten, damit das Projekt zeitnah umgesetzt werden kann. Zielsetzung ist, dass die S 5 mit dem Fahrplanwechsel 2019 / 20 nach Usingen fährt“, lautet auch der darauf folgende und alles entscheidende Beschluss des Kreistages.

Und nun also ist der Zeitplan aus dem Ruder gelaufen, die S 5 nach Usingen hat mindestens drei Jahre Verspätung. Welche Bedeutung das für die Planungen der Städte und Kommunen hat, zeigt eine aktuelle TZ-Anfrage in den Rathäusern, in der die Bürgermeister aus Wehrheim, Neu-Anspach und Usingen mit der neuen Sachlage konfrontiert werden.

In Wehrheim sieht man die Verlängerung der S 5 als Stärkung der Infrastruktur im Usinger Land. „Der ÖPNV lebt von einer guten Anbindung und Taktung bis in die späten Abendstunden“, sagt Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) „Die S-Bahn kann im Vergleich zur jetzigen Taunusbahn wesentlich mehr Pendler aufnehmen und trägt so zu einer Verbesserung des ÖPNV bei.“

Letztlich sei für die Bürger entscheidend, wie sie gut, sicher, schnell und bequem ins Rhein-Main-Gebiet kommen und wieder zurück. Interessant: Sommer hat dabei nicht nur die Pendlerströme, die Richtung Vordertaunus und Frankfurt auspendeln im Blick.

Steigerung der Attraktivität

Vielmehr sieht er in der S 5 auch eine Attraktivitätssteigerung des Usinger Landes als Gewerbestandort und für so genannte Einpendler, die in seine Gemeinde zum Arbeiten kommen. Dabei nennt er als Beispiel das neue Gewerbegebiet Wehrheim „Süd“, das fußläufig vom Bahnhof Wehrheim zu erreichen sein wird.

„Berufstätige, die mit der Bahn zu ihrem Arbeitsplatz nach Wehrheim fahren, gelangen so direkt zu ihrem Arbeitsplatz“, sagt Sommer. „Letztlich muss der Ausbau der S 5, der Ausbau der U 2 in Bad Homburg und der Bau der Regionaltangente West bis zum Flughafen das Ziel sein. Diese Maßnahmen können einen nicht unerheblichen Beitrag zur Entlastung des bereits seit Jahren überlasteten Straßennetzes ermöglichen.“

Im Neu-Anspacher Rathaus erwartet man, dass sich der weiter verstärkende Siedlungsdruck in Frankfurt und dem gesamten Rhein-Main-Gebiet deutlich auf den Wohnungsmarkt im Usinger Land auswirken wird. „Die Kommunen Wehrheim, Neu-Anspach und Usingen werden mit erhöhtem Zuzug rechnen können“, sagt Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) „Neu-Anspach muss sich beeilen entsprechende Wohngebiete auszuweisen. Denn, wie sagt ein Sprichwort: Wenn es Brei regnet muss man Löffel haben.“

Auch in Usingen sieht der Bürgermeister durch die Verlängerung der S 5 die Attraktivität seiner Stadt steigen. „Die Bauanfragen bei uns im Rathaus steigen deutlich. Baulandpreise von über 400 Euro sind längst Normalität. Der S-Bahn Anschluss ist ein riesengroßer Vorteil und ein Faustpfand für die Attraktivität Usingens“, teilt Steffen Wernard (CDU) auf Anfrage mit.

Nicht nur der Brexit führe Frankfurts Wohnungsmarkt an die Grenzen. Längst werde bei der Wohnungssuche wieder ein Radius von 40 Kilometer um die Main-Metropole gezogen. Neben den Schulen, Betreuungsangebot und Krankenhaus sei eine S-Bahnanbindung bei der Wohnortwahl entscheidender denn je.

Und nun? Auch wenn die S-Bahnen nunmehr erst zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 das Usinger Land ansteuern, darf man sich nicht drei Jahre lang zurücklehnen. Die Gemeinde- und Stadtverwaltungen, wie auch die Kommunalpolitiker sind gefordert.

 

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