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Nicht mehr zeitgemäß: Wehrheim: Bei der Feuerwehr geht es eng zu

Von Vor 40 Jahren war das Feuerwehrgerätehaus seiner Zeit voraus. Heute kann es mit den neuesten Bestimmungen und Standards nicht mehr mithalten und ist viel zu klein. Denn es muss Lager- und Werkstätte für alle Ortsteilwehren sein. Das fängt schon mit den Duschen und Umkleidekabinen an.
Im Umkleideraum gibt’s keine einzige freie Nische, und die Ausrüstung hängt dicht an dicht. Bilder > Foto: Gerrit Mai Im Umkleideraum gibt’s keine einzige freie Nische, und die Ausrüstung hängt dicht an dicht.
Wehrheim. 

Der neue Mannschaftsbus steht quer hinter den anderen Autos, die Schläuche sind teilweise ausgelagert und die Atemschutzgeräte müssen in Usingen gereinigt werden. „Wir können in dem kleinen Raum nicht auf der einen Seite den Ruß abwaschen und gleichzeitig die sauberen Geräte prüfen“, erklärte Gemeindebrandinspektor Stefan Fey kürzlich den Mitgliedern des Ortsbeirats bei einer Besichtigung. Das Feuerwehrgerätehaus platze aus allen Nähten.

Gegenseitige Hilfe

Auch die Schläuche können nicht ordnungsgemäß gesäubert werden, und kommen daher nach jedem Einsatz nach Neu-Anspach – eine interkommunale Zusammenarbeit aus der Not heraus, aber auch mit Blick in die Zukunft. „Wir helfen uns gegenseitig, denn nicht immer ist überall die Tagesstärke gegeben.“ Dass in Wehrheim mit 38 Aktiven die Einsatzstärke gegeben sei, habe die Freiwillige Feuerwehr einheimischen Firmen zu verdanken, die ihre Mitarbeiter freigeben. Auch wenn Nachwuchs vorhanden sei, werde die Arbeit schwerer, auch, weil heute viel mehr Voraussetzungen und Prüfungen nötig seien, um die von Unfallkasse und Gesetzgeber geforderten Standards zu erfüllen.

Die Probleme im Gerätehaus werden richtig deutlich, wenn der Ernstfall ansteht, und die großen Autos in der Fahrzeughalle ohne Absauganlage gestartet werden. Das ist nicht technischer Standard. Und wenn dann 20 bis 30 Einsatzkräfte sich in dem kleinen Raum mit den roten Trennwänden und kleinen Nischen für jeweils zwei Ausrüstungen pro Person umziehen. Dann kann es schon mal sehr eng werden. Kommen sie vom gelöschten Brand zurück, wird die Situation noch brisanter. Dann haben sich auf den Anzügen alle Schadstoffe vom Brandort niedergeschlagen. Duschen geht nur nacheinander, denn es gibt nur zwei Duschen – eine für Männer und eine für die Frauen.

Apropos Frauen: Derer gibt es zwar nicht viele, aber wenn nur eine sich weigert, sich mit den Männern umzuziehen, gibt’s ein Problem. Dann muss eine extra Umkleide her. Aber wo? Platz gibt’s nicht mehr.

Die Weitsicht in den 70ern

Auch wenn Stefan Fey die Planer, die das Gerätehaus Mitte der 70er entworfen haben, für ihre Weitsicht lobt, nach 40 Jahren haben sich nicht nur die Standards geändert. Seitdem ist das Apfeldorf enorm gewachsen, die Anforderungen auch mit neuen Gewerbegebieten gestiegen.

Damals lag das Feuerwehrhaus am Rand der Bebauung, angrenzend an die große Festwiese hinter dem Mehrfamilienhaus und dem Kindergarten Wiesenau. An Neubaugebieten gab es Jahnstraße, Wiesenau und die Residenz Gräfenbrunn, alle anderen kamen später.

Eine so komfortable Situation wie in den 70er Jahren wünscht sich Fey auch heute wieder. Ein größeres Haus, am Ortsrand gelegen, damit sich die Nachbarn nicht beschweren, was heute immer wieder der Fall sei. Dort sollten alle Ortsteilwehren Übungen abhalten, Autos zerschneiden, Geräte säubern und warten können, aber zentral auch Material zu lagern sein. „Heute können wir uns kein Ortsteil-Denken mehr leisten, alles muss zentral für alle gut erreichbar sein.“ Jede Wehr könne ihre eigenen Übungen abhalten, und die wichtige Funktion, die Fördervereine in den Ortsteilen haben, sei nicht tangiert. Die Freiwilligen Helfer brauchen aber auch dringend Platz für Sandsäcke. Säcke gibt es, aber im Notfall muss erst noch der Sand rein, und das ist viel Arbeit. Zumal Hochwasser, auch wenn der Taunus meist vor starkem Unwetter schütze, keine Seltenheit mehr seien.

Letzter Plan erfüllt

Inwieweit sich seine Hoffnungen erfüllen, werden Gespräche über einen neuen Feuerwehrbedarfsplan ergeben, die demnächst anstehen. Dabei werden auch hinzugekommene Bau- und Gewerbegebiete zu bewerten sein. Nachdem das Löschfahrzeug für Friedrichsthal und der Mannschaftswagen für Wehrheim angeschafft seien, sei der bisher geltende abgearbeitet. „Ich hoffe auf eine ebensolche Weitsicht wie in den 70er Jahren.“

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