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Hoher Wildbestand verursacht viele Schäden: Wehrheimer Wald: Erlös aus dem Wald ist zu gering

Von Die Gemeindevertreter können im kommenden Jahr mit einem Gewinn von rund 70 000 Euro aus dem Wehrheimer Wald rechnen. Grund für eine überschwängliche Freude ist das dennoch nicht, denn damit liegt Wehrheim immer noch weit hinter anderen Kommunen zurück. Die Gründe erläuterte Hessen Forst im Umweltausschuss.
Auch im kommenden Jahr unternimmt der Forst Einschlagsarbeiten im Wehrheimer Wald, die Hälfte wird mit Motorsäge und Rückepferd gemacht, der Rest mit dem Harvester. Auch im kommenden Jahr unternimmt der Forst Einschlagsarbeiten im Wehrheimer Wald, die Hälfte wird mit Motorsäge und Rückepferd gemacht, der Rest mit dem Harvester.
Wehrheim. 

Grund zum Jubel haben die Wehrheimer Gemeindevertreter nicht gerade. Auch wenn Hessen Forst einen Gewinn von 70 000 Euro für das kommende Jahr prognostiziert, bleibt Wehrheim beim Erlös pro Hektar deutlich unter dem hessischen Durchschnitt zurück. Dieser liegt bei 100 Euro pro Hektar, die Wehrheimer hingegen erzielen lediglich 61 Euro pro Hektar.

Und das wird sich auch in naher Zukunft erst einmal nicht ändern. Nicht etwa, weil sich Hessen Forst als Bewirtschafter für den Wehrheimer Wald nicht alle Mühe geben würde, „sondern weil das Problem vielschichtig ist“, erklärte Forstamtsleiter Bernd Müller im Umweltausschuss am Montagabend.

Vorräte umgelegt

Da wären zunächst Schäden, die das Wild durch seinen sehr hohen Bestand verursacht. Hinzu kommt aus Sicht von Parlamentsvorsteher Frank Hammen (CDU), dass der Sturm Wiebke vor ein paar Jahren die Waldvorräte umgelegt hat. Auch der Klimawandel spielt aus Sicht von Müller eine Rolle. So verfügten die Wälder aus den umliegenden Kommunen im Gegensatz zu Wehrheim über einen deutlich höheren Fichtenbestand. Die Baumarten und der Waldbestand insgesamt spielen bei der Betrachtung eine zentrale Rolle, und da ist es im Wehrheimer Wald – im Vergleich zu den umliegenden Städten und Gemeinden – nicht zum allerbesten bestellt.

Blick in die Zukunft

Noch, denn der Blick geht nicht zurück auf die Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden, sondern in Richtung Zukunft. Und da zeigte sich, im Vergleich zu den Vorjahren, dass der Erlös aus dem Wald mit rund 437 000 Euro zwar einigermaßen konstant geblieben ist, dass aber die Investitionskosten von Jahr zu Jahr gestiegen sind.

Rund 364 000 Euro muss die Gemeinde für die Waldbewirtschaftung ausgeben. Schwerpunkte liegen dabei auf der Nachpflanzung (13 500 Euro), dem Verbiss-Schutz (38 000 Euro) sowie der Herstellung der Wege (33 000 Euro). Bei den Erntekosten fallen 137 000 Euro an, wobei etwa die Hälfte des Einschlags manuell und mit dem Rückepferd, die andere Hälfte mit dem Harvester vorgenommen wird.

Die Weißtanne soll im kommenden Jahr die Monokulturen bereichern, allerdings gilt sie beim Wild auch als echter Leckerbissen. „Wenn die Tanne nicht geschützt wird, dann wird sie mit Stumpf und Stiel gefressen“, sagte Neugebauer. Rund 21 700 Euro investiert der Forst als Bewirtschafter für die Gemeinde in die sogenannten Wuchshüllen und weitere 13 700 Euro in Zäune. Für das kommende Jahr hat er infolgedessen rund 3000 Euro für die Beseitigung beider vorgesehen.

„Immer wieder finden wir aber auch alte Hüllen und Drähte im Wald“, sagte Andrea Pfäfflin (SPD). Sie wollte deshalb wissen, ob es nicht eine Art Kataster gibt, in dem der Wildschutz verzeichnet ist. „Das gibt es, aber erst seit ein paar Jahren“, erklärte Neugebauer.

Abschussquote erfüllen

Jagdaufseher Michael Linke, der den Umweltausschuss ebenfalls besuchte, skizzierte die Schwierigkeiten der Jäger, ihre Abschussquote zu erfüllen. Erholungssuchende seien eben nicht immer nur tagsüber, sondern auch nachts im Wald unterwegs. Das wiederum mache es den Jägern sehr schwer, da das Wild aufgescheucht werde. Mit der ersten Wildruhezone, da waren sich die Ausschussmitglieder einig, sei die Gemeinde auf dem richtigen Weg. Einen anderen Weg schlägt hingegen das Land Hessen bei den Beförsterungskosten ein, wie der Forstamtsleiter berichtete. Bei diesen habe das Land bislang eine Lücke von rund einem Drittel der Kosten selbst getragen und zwei Drittel abgerechnet. Das soll bis zum Jahr 2025 geändert werden, schilderte Müller die Situation. Dann sollen 100 Prozent der Beförsterungskosten mit den Kommunen abgerechnet werden, was eine jährliche Kostensteigerung von etwa vier Prozent für Wehrheim bedeute. Der Wehrheimer Wald wird also auch in Zukunft noch einiges an Geld kosten. Die nicht monetären Vorteile wie Luft, Erholung und andere Faktoren, so die SPD, seien aber in Geld gar nicht zu beziffern. Und um die Bemühungen anzuerkennen und zu signalisieren, dass der eingeschlagene Kurs der richtige ist, gab es dieses Mal auch die Zustimmung der SPD, ebenso wie die des übrigen Ausschusses.

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