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Niemand fühlt sich dort eingesperrt: Wie seelisch behinderte Menschen ganz normale Bewohner des Ortes wurden

Von Als vor zehn Jahren am Ende der Thüringer Straße ein neues Haus des „Internationalen Bund“ (IB) eröffnet wurde, da waren Außenstehende und Nachbarn etwas skeptisch, welche Menschen da einziehen werden. Mittlerweile sind die Bewohner ein Teil von Grävenwiesbach.
Der zweiflügelige Bau bietet zwölf Bewohnern Platz. Beim Sommerfest konnten die Besucher sich Haus und Garten ansehen. Der zweiflügelige Bau bietet zwölf Bewohnern Platz. Beim Sommerfest konnten die Besucher sich Haus und Garten ansehen.
Grävenwiesbach. 

Die Bewohner der IB-Häuser in der Thüringer Straße sind vielen Nachbarn und Bürgern bekannt. Sie gehören dazu. Genau wie all die andern Menschen in den IB-Häusern in der Thüringer Straße. In jedem dieser Häuser leben Menschen mit Behinderungen. Im Haus mit der Nummer 15 sind es Menschen mit einer seelischen Behinderung.

Doch was ist das genau? Welche Beschwerden haben Menschen mit einer seelischen Behinderung? Und warum haben sie das? Einige werden von traumatischen Erlebnissen gequält, von denen sich ihre Seele gar nicht oder nur sehr schwer erholt. Andere haben in ihrer Kindheit Furchtbares erlebt und können seitdem keinen normalen Alltag leben. Es gibt auch solche, bei denen eine Intelligenzbehinderung vorliegt.

Solche seelische Behinderungen äußern sich darin, dass sich der Patient nichts mehr zutraut, dass er seinen Alltag nicht mehr meistern kann, zwanghaft reagiert, dass er sich abschottet. „Im realen Leben geht da gar nichts mehr“, beschreibt IB-Heimleiterin Cornelia Heldmann-Weber das Krankheitsbild.

Zwölf Bewohner

Im Haus 9 gibt es ganz unterschiedliche Bewohner. Manche laufen im Dorf herum, können kleinere Dinge, wie Einkaufen oder zum Arzt gehen, selbst und eigenständig bewältigen. Andere sind lieber im Haus und fühlen sich dort sicherer. Derzeit sind es zwölf Bewohner, die in dem zweiflügeligen Haus untergebracht sind.

Alle diese Bewohner sind volljährig. Drei von ihnen wohnen seit nunmehr zehn Jahren dort. Sieben feste Mitarbeiter kümmern sich liebe- und verständnisvoll um sie.

Der Einblick in das Wohnumfeld

In diesem Jahr konnte beim IB-Sommerfest auch das zehnjährige Bestehen des Hauses gefeiert werden, in dem ein konkretes Programm für psychisch kranke Menschen umgesetzt wird.

clearing

Wenn diese Menschen auch im realen Leben ihre Probleme haben, fühlen sie sich in dieser Gemeinschaft sehr wohl. Jeder hat sein eigenes Zimmer und trifft sich mit den anderen in den Gemeinschaftsbereichen. Es gibt auch unterschiedliche Aufgabenbereiche für die Bewohner, um ihnen Verantwortung zu übertragen.

Der große Garten, der uneinsehbar von den Nachbarn hinter dem Haus angelegt ist, lässt durch das optische Ineinanderfließen mit der Landschaft das Gefühl von Weite aufkommen. Niemand fühlt sich im Haus des IB eingesperrt.

Einer der Bewohner geht regelmäßig in die Behindertenwerkstatt zur Arbeit. Den geringen Verdienst darf er für sich ausgeben. Die Mehrzahl nimmt an den Angeboten der Tagesstruktur teil. Wer nicht dazu in der Lage ist, hinüber ins „Tagesstruktur-Haus“ zu gehen, der beschäftigt sich in dem extra dafür vorgesehenen Raum mit den Dingen, die er gerne macht und die von den IB-Mitarbeitern angeboten werden, wie beispielsweise das Kerzenziehen. Das Gebäude nicht verlassen zu müssen, ist für einige Bewohner eine große Sicherheit. Zur Tagesstruktur hinüber zu gehen, ist genauso, als würde der Bewohner arbeiten gehen – mit Pausen, versteht sich.

Viel Eigenständigkeit

Möglichst „normal“ ist daher auch der Tagesablauf ausgelegt. „Das Konzept sieht vor, möglichst viel Eigenständigkeit zu erzeugen“, erklärt die Heimleiterin. Für persönliche Angelegenheiten sollen die Bewohner selbst sorgen, wenn das möglich ist.

„Wir geben Unterstützung, wenn sie es brauchen“, ergänzt Cornelia Heldmann-Weber. Das Ziel sei es, die Bewohner zu Kandidaten für das betreute Wohnen zu machen.

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