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58-jähriger Mann verurteilt: Zehn Fahrten mit dem Auto der Tochter – ohne Führerschein

Von Ohne Führerschein mit dem Auto zu fahren, war für den 58-jährigen Usinger offenbar noch nie ein Problem. Zehn Mal wurde er bereits erwischt. Jetzt wurde es dem Gericht aber zu bunt – es schickte den Mann für sechs Monate ins Gefängnis. Ohne Bewährung.
Eine Statue der Justitia. Foto: David Ebener/Archiv Eine Statue der Justitia.
Usingen/Bad Homburg. 

Wird das am Freitag vor dem Bad Homburger Amtsgericht gesprochene Urteil rechtskräftig, muss ein 58-jähriger Usinger für sechs Monate ins Gefängnis. Das mag für eine nicht einmal besonders lange Fahrt ohne Führerschein hart erscheinen, ist nach Auffassung des Richters und der Amtsanwältin aber angemessen. Der Mann war nämlich nicht zum ersten Mal „ohne Lappen“ am Steuer erwischt worden, sondern schon zum neunten Mal.

Rechnet man das noch nicht rechtskräftige Urteil für eine weitere verbotene Fahrt dazu, ist es sogar schon das zehnte Mal. Die Grundbedingung fürs Autofahren, eine bestandene Führerscheinprüfung, interessierte ihn nach Ansicht des Richters überhaupt nicht. Geldstrafen, Haft mit und ohne Bewährung – nichts könne den Usinger davon abhalten, sich ans Steuer zu setzen, „Sie fahren einfach“, hielt der Richter dem Mann vor.

Langes Sündenregister

Für Bewährung hatten weder die Amtsanwältin in ihrem Plädoyer und später der Richter angesichts des Sündenregisters des Mannes mit 17 Positionen keinen Raum gesehen. Vor allem, weil die meisten Urteile wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis gesprochen worden waren. Nur der Anwalt hat den Glauben an seinen Mandanten nicht verloren.

Dass es diesmal mit einer Geldstrafe nicht mehr getan sein konnte und nur noch Haft in Frage kam, sah er ja noch ein, warb aber dafür, dem Mann Bewährung zu geben, damit er mit sich und der Justiz reinen Tisch machen und endlich einen Führerschein erwerben könne.

Über diese Brücke wollte das Gericht aber nicht gehen. Es sah keine Hinweise darauf, dass der Mann von heute auf morgen mit dem „Schwarzfahren“ aufhören wird.

Als besonders schlimm rechnete es das Gericht dem Angeklagten an, dass er immer wieder mit dem Auto seiner Tochter fahre und die so in die Sache mit reinreiße. Die Frau erwartet nun ein eigenes Strafverfahren wegen des Gestattens des Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Dass der Vater über keine Fahrerlaubnis verfügt, dürfte ihr bekannt sein. Wenn sie ihm dennoch die Schlüssel überlässt und ihn fahren lässt, ist das genau so schlimm, als wäre sie selbst ohne Führerschein unterwegs. Das Gesetz macht da keinen Unterschied (§ 21 StGb) und sieht dafür Strafen von bis zu sechs Monate Haft oder Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen vor.

Der Angeklagte war am 13. April dieses Jahres gegen 13.30 Uhr mit einem Mitsubishi in der Weilburger Straße in Usingen unterwegs. Dabei war er einem Polizeibeamten aufgefallen.

Geständnis bringt nichts

Im Prozess räumte der Usinger die Tat ohne Umschweife ein. Einen konkreten Grund dafür, gefahren zu sein, gab der Mann allerdings nicht an, nur so viel: Er habe an diesem Tag „etwas neben sich gestanden“. Für Bewährung sollte das Geständnis aber trotzdem nicht reichen.

Das Gericht hatte es dem Mann nämlich besonders verübelt, dass er sich in Kenntnis eines bereits terminierten Strafverfahrens wegen „Fahren ohne“ erneut ans Steuer gesetzt hat.

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