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„Nur rote Zahlen bei der Windkraft“

Von Die Initiative N.o.W. (Naturpark ohne Windräder) in Neu-Anspach ist bei ihrem jüngsten Vortrag der Wirtschaftlichkeit der Windkraft nachgegangen und kam zu einem eindeutigen Ergebnis: Windkraft ist unwirtschaftlich.
Klaus Golinski erläutert die Folgen der wechselhaften Windgeschwindigkeit. 	Foto: Saltenberger Klaus Golinski erläutert die Folgen der wechselhaften Windgeschwindigkeit. Foto: Saltenberger
Neu-Anspach. 

Muss sich alles rechnen? Müsste die Stadt nicht alle Kindergärten sofort schließen, die für sie ein immenses Zuschussgeschäft sind? Schwierige Fragen, aber ohne Berechnungen und Zahlen geht es nicht, und erst wenn sie vorliegen, kann abgewogen werden. Außerdem kommt es immer darauf an, wer rechnet.

So rechneten Klaus Golinski und Jörg Diergarten in zwei getrennten aufeinanderfolgenden Vorträgen nach, ob Windkraft wirtschaftlich ist, und sie kommen zu dem Schluss: „Ein Windpark im Neu-Anspacher Stadtwald ist nicht wirtschaftlich zu betreiben.“

Aber nicht nur in Neu-Anspach. Auch das in Hessen angepeilte Ziel, bis 2050 den Energiebedarf mit Ausnahme des Verkehrs komplett aus erneuerbaren Energien zu decken, halten die Referenten für unrealistisch.

Versorgung ausschließlich mit Wind und Sonne funktioniere nicht, die Windressource sei aufgrund der Wetterabhängigkeit unzuverlässig, gefährde die Versorgungssicherheit, und zudem gehen die Referenten davon aus, dass Windkraft den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährdet.

Zur Begründung interpretierte Golinski unter anderem auch Daten des Fraunhofer-Instituts und Mediendarstellungen. Installierte Windkrafträder lieferten zu wenig Energie, weil sie nicht ausreichend unter Volllast liefen, und das sei der Fall, weil der Wind insgesamt zu schwach sei.

Aber wie absurd die Windenergie für ihre Gegner ist, zeigte auch die Argumentation mit den Windspitzenzeiten. Denn nicht nur, wenn der zu schwach weht – die optimistischen Ergebnisse der Juwi-Windmessungen für Neu-Anspach stellen die N.o.W.-Experten bekanntlich in Frage – rechnet sich die Investition nicht, sondern auch dann nicht, wenn sie besser als erwartet sind. Der Grund: Wenn die Windräder zu viel Strom lieferten, dann müssten konventionelle Kraftwerke heruntergefahren werden. Wenn aber Gas- und Kohlekraftwerke gedrosselt würden, entgehe den Betreibern auch Umsatz und damit Geld. Und Stromtransporteure müssten darüber hinaus Entschädigungen zahlen, zeigte Golinski an einer Folie.

Egal, wie der Wind über den Neu-Anspacher Bergen auch weht, die Gewinn- und Verlustberechnungen von Jörg Diergarten zeigen nur rote Zahlen. Rund 10 Millionen Euro Ertrag pro Anlage stellt er rund 12 Millionen Euro Kosten gegenüber, was bei vier Anlagen einen Gesamtverlust von 8 Millionen Euro bedeutet. Vom Wind hängt es ab, wie groß seine Verlustberechnung ausfallen. Die Juwi-Prognose gab er mit 7,1 Meter pro Sekunde Windgeschwindigkeit an, die TÜV-Kartenwerte liegen deutlich darunter. Den Berechnungen Diergartens zufolge ist der Verlust bei 7 Meter pro Sekunde am geringsten. Bei 5,5 Metern pro Sekunde kommt er zu dem Maximalverlust von rund 16 Millionen Euro gerechnet auf 20 Jahre für vier WKA, bei 8 Metern pro Sekunde auf rund 6,4 Millionen und bei 7 Meter pro Sekunde auf nur 2,3 Millionen Euro.

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