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Haushalt: 1,4 Millionen für den neuen Kronberger Sportplatz

Von Die Stadt Kronberg schwimmt zwar noch immer nicht im Geld, deutlich mehr als eine Handbreit Wasser unterm Kiel hat sie aber schon: Mit einem Doppelhaushalt für die Jahre 2017/2018, dem ersten in der Geschichte der Burgstadt, steuert sie in finanziell sehr ruhige Gewässer.
Grün ist er schon – zumindest in den Ecken –, der alte „Hartplatz“ an der AKS. Jetzt soll er ein Kunstrasenplatz werden. Das Geld ist im Etat-Entwurf eingestellt. Foto: Jochen Reichwein Grün ist er schon – zumindest in den Ecken –, der alte „Hartplatz“ an der AKS. Jetzt soll er ein Kunstrasenplatz werden. Das Geld ist im Etat-Entwurf eingestellt.
Kronberg. 

Keine neuen Schulden, kein Haus-haltskonsolidierungskonzept mehr, keine Kassenkredite, keine Defizite, dafür Überschüsse von 779 000 und 1,04 Millionen Euro 2018 beziehungsweise 2019, sprudelnde Gewerbesteuereinnahmen und eine bis 2019 auf lediglich 660 Euro sinkende Pro-Kopf-Verschuldung – hätte man das Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos) noch vor zwei Jahren als Eckpfosten für den städtischen Etat genannt, er hätte wohl ungläubig mit dem Kopf geschüttelt. Gestern Abend brachte der Verwaltungschef den ersten Doppelhaushalt in der Geschichte der Burgstadt ins Stadtparlament ein. Er sprach vom „Glück des Tüchtigen“ und nannte dies „eine Zäsur, einen Meilenstein, einen denkwürdigen Tag“.

Temmen sagte zwar auch, dass vieles, aber sicher nicht alles „wieder in Butter ist“ und dass es nach wie vor auch Risiken gebe, die man nicht aus dem Blick verlieren dürfe. Für die wiedergewonnene Liquidität gebe es zwar sehr plausible Ursachen, aber keine Garantie, dass das auch in den kommenden Jahren so weiter geht. Derzeit allerdings sehe es danach aus, dass der Haushalt bis 2022 keine Defizite mehr ausweisen wird. Niemand könne heute sagen, ob die Gewerbesteuer weiter so sprudelt, wie sie das derzeit tut und dank erfreulicher Nachzahlungen 2017 getan hat.

Das Bischof-Münch-Haus soll durch einen Neubau ersetzt werden, um die Kinderbetreuung zu verbessern. Bild-Zoom Foto: Jochen Reichwein
Das Bischof-Münch-Haus soll durch einen Neubau ersetzt werden, um die Kinderbetreuung zu verbessern.

Unklar sei auch, wie sich die vom Land Hessen angekündigte Gebührenbefreiung für einen Teil der Kindergartenbetreuung auswirkt. Noch sei das nicht zu Ende gerechnet. Dennoch rechne er mit Mehrbelastungen für den städtischen Haushalt zwischen 100 000 und 300 000 Euro. Auch die neue Umlage für die „Hessenkasse“ sei noch nicht spitz gerechnet. Damit nimmt das Land Kommunen mit Kassenkrediten diese ab, erhebt dafür aber von allen, auch denen ohne Kassenkredite, einen noch nicht absehbaren Solidarbeitrag.

Als erfreulich nannte Temmen die Entwicklung bei der Gewerbesteuer. 2018 werde diese mit etwas Glück ihr Allzeithoch von 30 Millionen erreichen, jedoch: 2017 seien fast 15 Millionen Euro Steuernachzahlungen eingegangen, so dass mit dem neuen Ansatz von 15 Millionen in 2018 an der 30-Millionen-Euro-Grenze gekratzt werde. Unterm Strich blieben wegen der erhöhten Umlage und den gebildeten Rückstellungen jedoch nur vier Millionen übrig.

Die Gewerbesteuer sei natürlich sehr volatil. Zwar verbinde sich mit der Rückkehr von Jaguar nach Kronberg und weiteren Neuzugängen Hoffnung auf sprudelnde Einnahmen. Gleichzeitig jedoch sei bekannt, dass Procter & Gamble Teile des Unternehmens nach Walldürn verlagern werde.

In Kronberg wie auch in Oberhöchstadt soll der Fuhrpark der Wehren modernisiert werden. Bild-Zoom Foto: Jochen Reichwein
In Kronberg wie auch in Oberhöchstadt soll der Fuhrpark der Wehren modernisiert werden.

Der Doppelhaushalt gebe der Stadt nicht nur Planungssicherheit, freie Kapazitäten und ein optimierbares Berichtswesen, sondern auch die Möglichkeit, Investitionen flexibler zu planen, warb Temmen. Jeweils rund zehn Millionen Euro sollen in den nächsten beiden Jahren investiert werden. Mit je 350 000 Euro wird die Ersatzbeschaffung der beiden Löschfahrzeuge für die Stadtteilwehren Kronberg und Oberhöchstadt verschlingen. 1,4 Millionen Euro sind für den Neubau eines Kunstrasenplatzes sowie eines Funktionsgebäudes für die SG Oberhöchstadt eingestellt, 900 000 Euro für die Sanierung des Haus Altkönig. Für 2019 steht die Ertüchtigung der Kindertagesstätte Peter & Paul im Bischof-Münch-Haus für 900 000 Euro im Plan. Noch unklar ist, was mit der Taunushalle geschehen soll. Hier wird sich die Politik noch zwischen einer Sanierung im Bestand für maximal 1,4 Millionen oder einem Neubau für bis zu sechs Millionen Euro zu entscheiden haben.

Der Haushaltsplan wurde gestern Abend im Stadtparlament ohne weitere Debatte an die Fachausschüsse weitergereicht, die wegen Präsenzproblemen im Haupt- und Finanzausschuss vermutlich aber nicht vor Februar 2018 zusammentreten können. Dann aber möglichst vollzählig, so die Absicht, denn schließlich soll über den ersten Doppelhaushalt überhaupt beraten werden.

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