Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Bad Homburg 17°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Reiner Harscher: 1250-Jahrfeier Seulberg: Fotograf zeigt Bilder von Früher und Heute

Die Seulberger sind neugierig auf ihren Ort. Das bewiesen am Freitag- und Samstagabend die beiden ausverkauften Vorführungen von Reiner Harschers Multivision „Seulberg – Früher & Heute“, die zum Auftakt des Festjahres zum 1250. Ortsjubiläum in der Evangelischen Kirche gezeigt wurden. Gesehen haben die rund 800 Besucher dort eine persönliche Annäherung des Reisefotografen an sein Dorf.
Immerhin mit zwei PS pflügte dieser Landwirt seinen Acker. Eine sehr mühselige und zeitraubende Arbeit. Immerhin mit zwei PS pflügte dieser Landwirt seinen Acker. Eine sehr mühselige und zeitraubende Arbeit.
Seulberg. 

400 Arbeitsstunden hat der bekannte Reisefotograf Reiner Harscher in sein Multivisions-Projekt „Seulberg – Früher & Heute“ gesteckt. „Das schwierigste war für mich“, so der gebürtige Seulberger im TZ-Gespräch, „zu entscheiden, welche Namen, welche Jahreszahlen nehme ich auf.“ Mit seiner live moderierten Präsentation mit Hightech-Beamern ist es ihm dennoch gelungen, Gestern und Heute miteinander zu verklammern.

Nicht hoch zu Ross, aber vom Cockpit seines Traktors aus bereitet der Landwirt heute seine Felder für die Aussaat vor. Bild-Zoom
Nicht hoch zu Ross, aber vom Cockpit seines Traktors aus bereitet der Landwirt heute seine Felder für die Aussaat vor.

Dass schon die Römer hier waren, kombiniert er mit der Villa Rustica, deren Fundamente als Umrisse heute Bestandteil des Spielplatzes am Rande des Römerhofs sind. Indem er einen Stadtplan von 1845 auf eine Luftansicht des heutigen Seulbergs legte, bekamen die Zuschauer eine Ahnung davon, wie sich der Ort entwickelt hat.

„Ich bin geflasht“, sagte gleich nach der ersten Aufführung am Freitagabend Pfarrer Frank Couard, der die Evangelische Kirche mit Zustimmung des Kirchenvorstandes für die beiden Vorführungen öffnete. Das passte, denn die multimediale Reise auf der Großbildleinwand begann mit dem Bildern vom Kloster Lorsch, dem Seulberg 767 geschenkt wurde.

Als Runddorf gestartet

Spannende Luftaufnahmen, übereinander gelegte historische und neue Fotos, jahreszeitliche Impressionen und Kamerafahrten durch die Straßen zeigten die Fassetten Seulbergs, das seine „Karriere“ als Runddorf begann, was heute noch sichtbar ist. Die Zuschauer konnten außerdem Seulbergern zuhören, die Harscher mit seiner Kamera besucht hat. Denn es sind die Menschen, die Handwerker und Händler, die Landwirte, Landfrauen und Feuerwehrleute, die Schützen, Sportler und Musiker, die Karnevalisten und Heimatkundler, die alte Traditionen fortführen, neue einbringen und dem Ort ein persönliches Gesicht geben.

1250 Jahre Entwicklung liegen hinter Seulberg, um heute diesen interessanten Blick aus der Vogelperspektive zu bieten. Bild-Zoom
1250 Jahre Entwicklung liegen hinter Seulberg, um heute diesen interessanten Blick aus der Vogelperspektive zu bieten.

Zwar wirkten einige der Gespräche etwas statisch und dem einen oder anderen wird sein Teil von Seulberg gefehlt haben. Eine Auswahl aber musste sein, auch was die Gebäude betrifft. Besonders widmete sich Harscher dabei dem Deutschen Haus, das als Gastwirtschaft über Jahrzehnte das gesellschaftliche Zentrum war.

An den Reaktionen war zu merken, dass sich viele Zuschauer gut an dessen enge Treppe erinnerten. „Den Panamakanal von Seulberg“ nennt Harscher die steile Stiege, die er mit der Action-Kamera eingefangen hatte, weil über sie die Festgesellschaften im ersten Stock mit Speis und Trank versorgt wurden. Es war wohl der Trank, vor allem der Apfelwein, der bis heute in dem von Streuobstwiesen umgebenen Ort erfolgreich gekeltert wird, der den Rückweg hinunter etwas beschwerlich machte.

„Man hat richtig mitgefiebert“, sagte Besucher Klaus Glienke nach der Vorführung sichtlich beeindruckt von den fast zwei Stunden Seulberg kompakt. Auch bei Ehefrau Romy kamen Erinnerungen an Menschen und Ereignisse auf und die Erkenntnis, dass „man jetzt erst gemerkt hat, wie sich in den Jahren der Ort verändert hat“.

Viel Neues erfahren

Der Wiedererkennungswert war bei den alteingesessenen Seulberg naturgemäß größer als bei Zugezogenen. Aber auch sie nahmen etwas für sich mit. „Ich fand es toll“, sagte Neu-Seulbergerin Astrid Kalvelage, deren Haus gleich zweimal von oben zu sehen war, „denn ich habe viel Neues erfahren.“

Zurzeit sind übrigens keine weiteren Aufführungen von Reiner Harschers „Seulberg – Früher & Heute“ geplant. Angucken kann man sich „den Bummel“ durch den Ort und seine Geschichte aber auf einer DVD, die für 10 Euro bei Reiner Harscher zu haben ist. Kontakt im Internet: www.harscher.de, reiner@harscher.de, Telefonnummer (0 61 72) 7 96 06.

Zur Startseite Mehr aus Vordertaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse