Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Politik: ALK reduziert Auswahl an potenziellen Bewerbern für die Bürgermeisterwahl

Plakate zur Wahl eines Bürgermeisters folgen eigentlich immer dem gleichen Muster. Der Kopf eines Kandidaten wird grafisch aufbereitet und abgepudert. Dazu ein Slogan und vielleicht noch im Hintergrund ein Wahrzeichen der Stadt – fertig. Nicht so bei der ALK. Die rückte im Vorgriff auf die Bürgermeisterwahlen am 28. Januar erst elf, jetzt sieben potenzielle Bewerber in den Fokus und lässt Raum für Spekulationen. Wir spekulieren mal mit.
Da waren’s nur noch sieben: Die mutmaßlichen Kandidaten der ALK für die Bürgermeisterwahl sind auf dem neuesten Plakat zu einem Septett zusammengeschrumpft. Am Ende gilt wie im Hollywood-Film „Highlander“: Es kann nur einen geben. Foto: CD Da waren’s nur noch sieben: Die mutmaßlichen Kandidaten der ALK für die Bürgermeisterwahl sind auf dem neuesten Plakat zu einem Septett zusammengeschrumpft. Am Ende gilt wie im Hollywood-Film „Highlander“: Es kann nur einen geben.
Königstein. 

Der Blick über die grünen Wiesen am Bangert und den dichten Hain hinauf zur Burg ist ein Klassiker und sicher perfekt für ein Foto-Shooting. Denn viel schöner geht es kaum und symbolträchtiger für die Genese der ALK auch nicht. Der Bangert ist schließlich eine der Keimzellen der Wählergemeinschaft. Im Kampf gegen die Bebauung des Wiesengebiets haben sich die Väter und Mütter der Aktionsgemeinschaft ihre ersten kommunalpolitischen Sporen verdient. Und auch heute, fast 40 Jahre später, haben sich die potenziellen Bewerber für die Wahl des Bürgermeisters am 28. Januar wieder an dieser für die ALK historischen Stätte versammelt.

<span></span>
Kommentar: Die Zeit des Herumeierns ist vorbei

Eines muss wohl auch der politische Mitbewerber der ALK neidvoll zugestehen. In Szene setzen können sich die Damen und Herren von der Aktionsgemeinschaft.

clearing

Von einem Pool von elf möglichen Kandidaten hatte Robert Rohr, der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft schon vor einigen Monaten geschwärmt. Und die hatte er auch in Mannschaftsstärke für den ersten Werbeträger zusammenbekommen. Gemeinsam grüßten sie in den Vereinsfarben – viele Blautöne und irgendwas zwischen weiß, grau und beige – zuletzt großflächig von einer Plakatwand in der Frankfurter Straße – ganz locker in Jeans und Pulli, ganz wenig staatstragend und ganz bemüht, eng zusammen- und auf einer Linie zu stehen. Bloß keinen zu stark nach vorn oder in den Fokus rücken. Die Botschaft ist klar, dass „Wir“ gewinnt, jeder aus der „Elf“ kann Bürgermeister. Aber will auch jeder?

Dass für einige schon beim Foto-Shooting klar war, dass sie lediglich als nett lächelnde Staffage für die pittoreske Machtdemonstration dienen würden, ist schon daraus zu schließen, dass die Fotos für das erste wie auch für das zweite Plakat, das jetzt an einer Wand in Schneidhain prangt, wohl binnen weniger Minuten geschossen wurden.

Iredi geht offiziell als FDP-Kandidat ins Rennen – ...

Das war keine große Überraschung mehr: In ihrer Mitgliederversammlung am Dienstagabend hat die Königsteiner FDP ihren designierten Kandidaten für den Bürgermeisterwahlkampf Ascan Iredi offiziell

clearing

Gleiche Kulisse, gleiche Klamotte, gleiches Gruppenbild mit Damen – allein der Standort wurde etwas verrückt und das Kandidaten-Team verkleinert. „Da waren’s nur noch sieben“ – titelt die ALK selbst in einer Mitteilung zum neuen Plakat. Im Unterschied zum Abzählreim aus Kindertagen musste allerdings keiner der elf kleinen „Bewerberlein“ ins Wasser fallen. Einfach ein Stück zur Seite treten und den Platz für die frei machen, die etwas mehr ins Rathaus wollen – das dürfte schon gereicht haben. Damit sind Nicole Höltermann, Thomas Goepel, Günther Ostermann und Manfred Colloseus also raus.

Bleiben auf dem aktuellen Mannschaftsfoto von links nach rechts noch: Robert Rohr, Dr. Hedwig Schlachter, Sabine Mauerwerk, Nadja Majchrzak, Michael Hesse, Runa Hammerschmitt und Gabriela Terhorst. Und die also wären alle bereit und Feuer wie Flamme, Bürgermeister zu werden? Wirklich alle. Sollte noch ein drittes Plakat in Vorbereitung sein, würde es nicht überraschen, wenn die vermeintlichen „Glorreichen Sieben“ zumindest zu den „Fünf Fragezeichen“ zusammenschmelzen.

Fünf Fragezeichen

Das ist jetzt nicht despektierlich gemeint, aber Gründervater Robert Rohr und Dr. Hedwig Schlachter – der Vorsitzende und seine Vize – haben Jahrzehnte an Kommunalpolitik wie verlorene Bürgermeister-Wahlkämpfe in den Knochen und ein Alter erreicht, in dem man guten Gewissens Besseres zu tun haben darf, als sich an Wahlständen durch den Winter zu kämpfen. Spekulieren wir also mal, dass Rohr und Schlachter entweder auf dem nächsten Plakat oder spätestens in der Mitgliederversammlung am 10. November dezent zur Seite treten, bliebe noch ein Quintett, mit starker weiblicher Note.

Vier Frauen, ein Mann – alle fünf keine blutigen, kommunalpolitischen Anfänger. Mit Terhorst und Mauerwerk haben sich zwei Stadträtinnen sowie mit Hesse, Hammerschmitt und Majchrzak drei Mitglieder aus der Fraktion eingereiht. Das ist schon was. Allerdings haben sich vier der fünf bislang auch noch nicht als die Lautsprecher der ALK hervorgetan. Wie auch?

Terhorst und Mauerwerk haben zwar sicher über ihre Arbeit im Magistrat einiges an Hintergrundwissen. Im Parlament und in den bei der ALK so beliebten Pressemitteilungen zur Lage der Kurstadt sind sie jedoch zum Schweigen verdonnert – das bringt das Amt mit sich. Dafür jedoch hätten Terhorst als Mitglied im Präsidium des Burgvereins und Mauerwerk als Leiterin der Kunstwerkstatt einen gewissen Popularitätsfaktor. Nicht das Schlechteste bei einer Persönlichkeitswahl. Hammerschmitt und Hesse sind sicher auch keine Unbekannten in der Stadt. Die eine ist bei „Pro Schneidhain“ erstmals kommunalpolitisch in Erscheinung getreten, engagiert sich heute stark in der Flüchtlingsbetreuung, der andere hat sich nicht zuletzt über Kulturangebote in der Stadtbibliothek einen Namen gemacht. Beide sollten aber doch noch durch die Königsteiner Fußgängerzone gehen können, ohne an jeder Ecke angehalten und in kommunalpolitische Diskussionen verstrickt zu werden. Dazu kommt, dass beide auch noch recht frisch im Kurstadt-Parlament sind.

Ein heißer Tipp

Bleibt noch Nadja Majchrzak. Ihr Name wurde zuletzt auf besonders großer Flamme in der Gerüchteküche geköchelt. Warum? Majchrzak verfügt über reichlich kommunalpolitische Erfahrung, ist seit 2006 für die ALK im Parlament und mittlerweile von den hinteren Plätzen in die erste Reihe der Fraktion vorgerückt. Dort bildet sie seit 2016 mit Robert Rohr die Doppelspitze, ist streitbar, steht regelmäßig in der „Bütt“, spricht längst nicht mehr nur zu Themen rund um Familie und Erziehung und ist eine Frau. Letzteres wäre bislang zumindest ein Alleinstellungsmerkmal im Wahlkampf, haben doch – Stand jetzt – nur Männer den Hut in den Ring geworfen.

Ob die Tatsache, dass Majchrzak außerdem im Mittelpunkt des neuen Plakats steht, ein weiterer Hinweis auf eine mögliche Kandidatur ist? Das wäre natürlich reine Spekulation. sj

Zur Startseite Mehr aus Vordertaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse