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Fremdensitzung des KV 02: Ab in den Bunker!

Von Tolle Tänze, ein sprachloser Bürgermeister und eine Prinzessin mit amerikanischem Zungenschlag – das und noch viel mehr boten die beiden Fremdensitzungen des KV 02 Oberhöchstadt am Freitag und Samstag.
Die Garde des KV 02 Oberhöchstadt nimmt sich mit ihrem Tanz der 70er Jahre an. Bilder > Die Garde des KV 02 Oberhöchstadt nimmt sich mit ihrem Tanz der 70er Jahre an.
Oberhöchstadt. 

Sie hat es gesagt. Schon wieder. Die 68. Prinzessin auf Sodenias Thron, Christin I., redete den Sitzungspräsidenten des KV 02 Oberhöchstadt Orlando Kieser mit „Orländo“ an. Damit folgte sie dem Sprachgebrauch ihrer Vorgängerin Viktoria – und ließ, wohl unbewusst, einen Gag wiederaufleben, der bereits 2015 für viel Freude sorgte. „Das hat damals noch lange nachgewirkt“, kommentierte Kieser. Vermutlich ahnte er, dass er mit der neuerlichen Amerikanisierung seines Vornamens für den Rest des Abends nur noch mit „Orländo“ angesprochen werden würde. Vielleicht auch darüber hinaus: Einmal ist Zufall, zweimal ist ein Trend.

Der Abend hatte bereits vielversprechend begonnen: Die Kleine Garde unterhielt zum Auftakt mit einem flotten Tanz, und zu Recht wurde angemerkt, dass die Jugend von heute die Fassenacht von morgen ist. Danach folgte ein Versehen – oder war es doch Absicht? Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos) schritt in einem bunten Karnevalsfrack auf die Bühne, um den Narren freiwillig den Schlüssel der Stadt zu überreichen. Für seine Rede in der Bütt hatte man zunächst jedoch auf ein Mikrofon verzichtet.

„In Heckstadt ist dies Jahr was los, die Feuerwehr feiert ganz groß“, verwies er anschließend unter anderem auf das 125-jährige Bestehen der Blauröcke. Auch die Bauarbeiter des Regenrückhaltebeckens zählten zu dem illustren Kreis, die ein dreifach donnerndes Helau von Temmen erhielten. Ein Thema, das Protokoller Hans-Georg Kaufmann gerne aufgriff. Falls es tatsächlich ein Regenrückhaltebecken wird: „Zwei Jahre gebaut und am Ende doch versaut“, fand er.

In einem anderen Licht

In Zeiten, in denen Verschwörungstheorien fröhliche Urständ feiern, klang seine eigene These allerdings gar nicht so abwegig: Schließlich höre man hier und da, dass das Haus Altkönig eventuell abgerissen werden solle – und dass in diesem Fall mit erheblichem Widerstand aus der Bevölkerung zu rechnen wäre. Plötzlich erscheint das tiefe Graben und die lange Bauzeit an der Altkönigstraße in einem ganz anderen Licht: Dort entsteht ein Bunker, in dem sich Magistrat und Parlament nach dieser Entscheidung verschanzen können.

Wenn es so kommen würde, wäre „I Will Survive“ sicher ein gutes Motto für die Amtsträger. Die Mittlere Garde jedenfalls wählte das Lied, um mit ihrem Schautanz zum Thema Hippies ein farbenfrohes Spektakel vor und auf die Bühne zu bringen. Auch die Große Garde überzeugte mit ihren beiden Schautänzen.

Wer ist die Jungfrau?

Der junge Steffen Reiter berichtete indes von seinen Erfahrungen als Standbetreiber auf Weihnachtsmärkten und den verheerenden Wirkungen des „Dalles-Punsch“. „Uli und die Anner“ alias Ulrich Heinecke und Anneliese Hecking hatten Grundlegendes zu erörtern. Sie erklärten den verblüfften Zuschauern, dass Kronberg von dem Dreigestirn Bauer, Jungfrau und Prinz regiert wird, nämlich Temmen, Odszuck und Feldmann. „Aber wer davon ist die Jungfrau?“, fragte Hecking.

Die beiden thematisierten zudem humorvoll, dass bei den KV-Sitzungen in diesem Jahr offensichtlich größerer Wert auf einen straffen Programmablauf gelegt wurde – was der Veranstaltung gut tat und das Tempo auf hohem Niveau hielt.

Trotzdem blieb genug Zeit für Gefühle: Gabi Sperlich und Ina Stinchcompe von der Elfer-Nothilfe vermittelten führende Karnevalisten, die in nüchternem Zustand angeschafft und nach der Kampagne herzlos ausgesetzt wurden: „Es ist eine Schande.“ Elfer sind zwar mit genügend Flüssigem im Haus einfach in der Pflege, aber ausgemachte Rudeltiere, warnten sie potenzielle Interessenten. Wer dem stubenreinen und komplett durchgeimpften „Orländo“ ein neues Zuhause geben wollte, war aufgerufen, sich an der Theke des Hauses Altkönig bei Ewald zu melden.

Nach der Pause gab es weitere Auftritte vieler Protagonisten aus der ersten Halbzeit. Das Männerballett machte einen Ausflug in die 90er Jahre, und auch die Kronberger Scherzbuben (Michael Arndt und HG Kaufmann) bekamen, wie bereits bei der Sitzung des Kappenklubs, viel Applaus. Zudem setzten die Star Breaker an dem Abend ein Ausrufezeichen: Das Show & Musik Corps aus Frankfurt spielte lautstark auf und zeigte sich mit Nummern von Adele bis Deep Purple musikalisch äußerst flexibel.

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