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Eklat in Bad Homburg: AfD wählt ihren Fraktionsvorsitzenden ab

Von Sein Vorgehen gegen den Reit- und Fahrverein Bad Homburg hat Peter Münch den Vorsitz in der AfD-Fraktion gekostet. Zu seinem Nachfolger wurde Henning Thöne bestimmt. Der Geschasste spricht von einem Konflikt zwischen Idealisten und Karrieristen.
Politischer Paukenschlag in der Sommerpause: Peter Münch ist nicht mehr Fraktionschef der AfD im Bad Homburger Stadtparlament. Der Rechtsanwalt wurde am Mittwoch von seinen Fraktionskollegen Henning Thöne und Andreas Sell abgewählt und ist jetzt nur noch einfaches Mitglied der Fraktion.

Thöne und Sell haben damit indirekt auf eine Berichterstattung dieser Zeitung reagiert. Münch hatte kürzlich eine Anfrage an den Magistrat gestellt. Darin ging es unter anderem um die Frage, ob der Reit- und Fahrverein Bad Homburg auf seiner Anlage an der Amalienschneise unrechtmäßig Bäume gefällt hat. Diese Angelegenheit wird derzeit noch beim Regierungspräsidium geprüft. Zudem hatte Münch auf dem Facebook-Konto der AfD deutliche Kritik an der Vereinsführung sowie an Pächter Andreas Wendenburg geäußert – was übrigens auch Gegenstand weiterer Fragen an den Magistrat war.

All das brachte das Fass nun zum Überlaufen. Münchs Parteikollegen löschten zunächst den Facebook-Beitrag und entzogen ihm dann auch noch das Schreibrecht. In einem zweiten Schritt wurde Münch dann als Fraktionschef abgewählt. Die Attacken auf den Verein, betont nun Thöne, seien eine Privataktion von Münch gewesen. „Er hat uns vorab nicht über die wirklichen Hintergründe informiert.“ So habe man zunächst nicht gewusst, „dass Herr Münch offensichtlich mit dem gesamten Verein überkreuz liegt“. Die AfD, so Thöne weiter, habe jedoch kein Interesse an einer Konfrontation mit dem Verein. Die Angelegenheit habe den Ruch, dass Münch sein Mandat benutzte, um eine private Angelegenheit zu forcieren.

Wer Münch kennt, den wundert es nicht, dass eine scharfe Antwort folgte. So beklagt er, dass Sell und Thöne ihn ohne sein Wissen und ohne Einladung auf einer spontanen Fraktionssitzung abgewählt hätten. „Dieser Vorgang ist juristisch betrachtet nichtig. Ob ich die Entscheidung auf dem Verwaltungsrechtsweg angreifen werde, oder nicht, um nicht noch größeren Schaden für die AfD entstehen zu lassen, werde ich noch überdenken“, so Münch.

Sprungbrett für Mandate

Und dann holt er ganz weit aus. Die Querelen in der Homburger AfD stehen für ihn stellvertretend für die bundesweiten Auseinandersetzungen der Partei. Es komme „immer mehr zu einer Auseinandersetzung zwischen den Idealisten, die die Gründungsidee der AfD weiter verfolgen . . . und den Karrieristen, die die AfD nur als Sprungbrett für Posten und Mandate missbrauchen“. Er hofft, dass die AfD die Kraft findet, sich gegen die Wandlung hin zu einer der typischen Altpartei zu wehren. Es sei der Partei noch nicht gelungen, alle Karrieristen zu entlarven. Trotz des „erheblichen Vertrauensbruchs“ und wohlwissend, dass die Zusammenarbeit schwierig werde, will Münch aber Mitglied Fraktion bleiben. Thöne gibt sich von der Kritik unbeeindruckt: „Verschwörungen werden überall gewittert. Recht haben immer nur Herr Münch und seine Frau.“

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Münch Ärger in seiner eigenen Partei hat. Anfang der 1990er Jahre saß der Ober-Eschbacher für die Republikaner im Stadtparlament, war auch dort Fraktionschef. Doch dann kandidierte er auf Landesebene gegen den Bad Homburger Dr. Jochen Klings um den Vorsitz. Münch verlor, es kam zum Streit, und Münch verließ die Fraktion. Und auch in der AfD war er schon abgestraft worden: Im November vergangenen Jahres war er bei der Listenaufstellung zur Bundestagswahl noch auf dem sicheren Platz zwei gelandet. Als die Wahl im Mai wegen eines Formfehlers wiederholt werden musste, landete er nicht unter den ersten Sieben.

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