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Prozess nach Vorfall in Oberursel: Aggressiver Brunnenfestbesucher stößt Mann von Mauer

Von Alkohol kann manche Menschen lustig, manche aber auch aggressiv machen. Letzteres vor allem dann, wenn sowieso schon Wut die Grundhaltung ist. So wie bei einem 19 Jahre alten Oberurseler, der sich auf dem Brunnenfest völlig danebenbenommen hatte. Weswegen er jetzt vor Gericht landete.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David Ebener/Archiv Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David Ebener/Archiv
Oberursel. 

„Sie waren auf Krawall aus“, sagte die Homburger Jugendrichterin zu dem 19-jährigen Oberurseler, der sich wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten musste. Mit ihrer Einschätzung lag die Richterin vermutlich richtig. Denn der junge Mann hatte beim Besuch des Brunnenfestes am 22. Mai vergangenen Jahres, gegen Mitternacht, offensichtlich Streit gesucht.

In der fraglichen Nacht war er zu drei jungen Männern gegangen, die am Rande des Festplatzes friedlich auf einer Mauer saßen. Einen von ihnen forderte der körperlich überlegene und leicht angetrunkene Oberurseler auf, aufzustehen und ihm den Sitzplatz zu überlassen. Wörtlich soll er gesagt haben: „Du hast drei Sekunden Zeit, um dich von hier zu verpissen“, erzählte der Geschädigte. Als der junge Mann (17) dieser Aufforderung nicht nachkam, zog der jetzt Angeklagte ihn am Kragen von der Mauer herunter. Deswegen mischte sich dann der Begleiter des 17-Jährigen ein. Und schon folgte zwischen dem Helfer und dem Oberurseler ein Gerangel, bei dem beide die Böschung hinunter wälzten. Laut Zeugenaussagen hatte der jetzt Angeklagte dann noch kurz auf dem Helfer gesessen und versucht, ihm einen „Schwinger“ zu verpassen. Doch der Angegriffene konnte ausweichen, wodurch es bei der Auseinandersetzung keine bedeutsamen Verletzungen gab. Mit entscheidend hierfür war, dass die Polizei schnell eingreifen konnte.

Der Angeklagte behauptete, wegen des zuvor konsumierten Wodkas habe er keine rechte Erinnerung mehr an den Streit. Nun ja. So bedeutend kann der Alkoholkonsum nicht gewesen sein. Denn die als Zeugen bei Gericht angehörten Jugendlichen hatten davon nichts gemerkt, wenngleich sie einräumten, dass sie wohl alle etwas getrunken hatten. Der Angeklagte sei damals einfach sehr aggressiv gewesen, erzählten sie der Richterin.

Negativ für den zurzeit arbeitslosen Angeklagten wirkte sich auch die Tatsache aus, dass er bereits wegen Körperverletzung – aber auch wegen anderer Gesetzesverstöße – auffällig geworden war. Deshalb hatte er schon an einem Anti-Gewaltseminar teilnehmen müssen.

In der jetzigen Verhandlung wurde der zur Tatzeit 18 Jahre alte Oberurseler nach Jugendstrafrecht verurteilt. Es gab eine Verwarnung und die Auflage, binnen zwei Monaten 50 gemeinnützige Arbeitsstunden zu verrichten. Außerdem muss er an einem Beratungsgespräch der Jugendgerichtshilfe Hochtaunus teilnehmen. Das Urteil hat der Mann sofort akzeptiert.

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