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185 Flüchtlinge untergebracht: Aktionsgemeinschaft informiert am Kaltenborn über die Situation der Menschen in den Unterkünften

Runa Hammerschmitt, Stadtverordnete der Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK), informierte im Rahmen der Reihe „wALK & tALK“ rund 20 Bürger über die Situation der Flüchtlinge in Königstein.
Die ALK-Stadtverordnete Runa Hammerschmitt gab vor der Unterkunft am Kaltenborn rund 20 interessierten Bürgern und einigen Bewohnern der Unterkunft Informationen. Die ALK-Stadtverordnete Runa Hammerschmitt gab vor der Unterkunft am Kaltenborn rund 20 interessierten Bürgern und einigen Bewohnern der Unterkunft Informationen.
Königstein. 

Fadi ist 25 und seine Flucht aus Syrien endete vor fünf Tagen in Königstein. Sein Traum: „Ich habe zu Hause Wirtschaftswissenschaften studiert. Wenn ich genügend Deutsch gelernt habe, will ich weiter studieren“, erklärt er. Und auch Salim aus Pakistan hat einen klaren Plan. Seit zwei Jahren und fünf Monaten ist er inzwischen in Königstein und hat mit einer Ausbildung zum Koch begonnen. Die beiden sind ebenso wie Suleman aus Syrien, Sais aus Afghanistan oder der pakistanische Familienvater, der mit Frau, Sohn und Tochter seit Mai in Königstein eine Bleibe gefunden hat, in der Flüchtlingsunterkunft am Kaltenborn, dem ehemaligen Gasselink-Gelände in Königstein, untergebracht.

Insgesamt 61 Flüchtlinge leben dort: drei Familien, eine alleinstehende Frau und hauptsächlich alleinstehende junge Männer. Die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein“ (ALK) will sich mit dem Thema Flüchtlinge in Königstein befassen. Die Stadtverordnete Runa Hammerschmitt, die auch im Freundeskreis Asyl aktiv ist, betreut selbst zwei Patenkinder in der Unterkunft am Kaltenborn und kennt dort jeden Bewohner persönlich. Sie weiß viel über Situation der Flüchtlinge und deren Unterbringung in Königstein. Deshalb lud sie spontan auch die Menschen aus der Unterkunft am Kaltenborn zum „wALK & tALK“ ein, mit rund 20 interessierten Königsteinern ins Gespräch zu kommen.

Und das nicht direkt vor den Haustüren der Flüchtlinge, sondern ein paar Meter weiter oberhalb an der Straße. „Ich möchte vermeiden, dass hier ein Auflauf stattfindet. Es gibt schließlich auch Menschen, die ihre Ruhe haben wollen“, erklärte sie. Die Einladung an die Flüchtlinge wurde gerne angenommen. Und so war aus dem Walk im Handumdrehen ein interessanter Talk mit vielen menschlichen Begegnungen geworden.

Unbequeme Wahrheiten

Und für ein paar handfeste Informationen blieb auch noch Zeit: „In Königstein leben derzeit 185 Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften oder Privatwohnungen. Über 50 haben mittlerweile Schutz als Flüchtling, sogenannten subsidiären Schutz, sprich: nur eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr statt für drei Jahre, oder die Anerkennung als Asylsuchender erhalten. Die weitaus größte Zahl davon nutzt Angebote zum Deutschunterricht, macht einen Schulabschluss, ist in der Ausbildung oder berufstätig“, unterstrich Runa Hammerschmitt auch die Wichtigkeit des im Herbst 2013 mit der Ankunft der ersten Flüchtlinge in der Stadt gegründeten Freundeskreises im Integrationsprozess.

„Allerdings gibt es auch Personen, die sich nicht integrieren wollen oder können und die Angebote nicht nutzen“, ging die Kommunalpolitikerin auch unbequemen Wahrheiten nicht aus dem Weg.

Wobei es an guten Nachrichten nicht mangelte. „Wie Zusammenleben funktionieren kann, zeigt seit Jahren die Situation in der Georg-Pingler-Straße, wo Senioren und Flüchtlinge sicher auch dank des Hausmeisterehepaares, das schon mal deutlich sagt, was in Deutschland Usus ist, und was eher nicht, wunderbar miteinander auskommen“, so Runa Hammerschmitt. Sie hat auch zum Thema Familiennachzug eine klare Meinung: „Die Festlegung, dass subsidiär Schutzberechtigte, die nach dem 17. März 2016 eine Aufenthaltserlaubnis bekommen haben, für zwei Jahre keine Familienangehörigen mehr nach Deutschland holen dürfen, hat sich natürlich bemerkbar gemacht. Ich persönlich kenne nur einen Fall, bei dem der Familiennachzug geklappt hat. Dann allerdings beginnt die Integration allein schon über die Kinder zu galoppieren“.

Grenze eingehalten

Ganz unpolitisch blieb auch dieser Rundgang nicht. Am Ende stand nach den Stationen Sodener Straße und Bischof-Kaller-Straße (Haus Michael) noch die Besichtigung der neuen Flüchtlingsunterkunft am Forellenweg auf dem Plan. Mit dem klaren Hinweis, dass sich die ALK ebenso wie die anderen Fraktionen des Stadtparlaments Anfang 2016 gegen die Errichtung einer Unterkunft für 200 Flüchtlinge ausgesprochen hatten.

Laut Empfehlung des Königsteiner Stadtparlaments an den Hochtaunuskreis sollten dort „weniger als 100 Flüchtlinge“ untergebracht werden. Die aus Sicht der Aktionsgemeinschaft gute Nachricht: Nun zeichnet sich ab, dass ganz im Sinne der ALK am Forellenweg deutlich weniger als hundert Flüchtlinge wohnen werden.

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