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Mitmach-Zirkus Zappzarap: Applaus auf Stufe drei

Von Einmal Zirkusluft schnuppern, eine kleine Zauberei, Trapezkunst, Jonglage oder Clownerie vorführen. Und im Team Kunststücke erarbeiten, von denen vielleicht keiner vorher zu träumen gewagt hätte . . . In der Grundschule Weißkirchen ist dies mit Hilfe des rührigen Elternbeirats, fleißiger Lehrer und Eltern sowie des pädagogischen Mitmach-Zirkus „ZappZarap“ wahr geworden.
Da müssen die Oberschenkel schon einiges aushalten, wenn die Klassenkameraden nach oben wollen. Foto: Jochen Reichwein Da müssen die Oberschenkel schon einiges aushalten, wenn die Klassenkameraden nach oben wollen.
Weißkirchen. 

In den Farben Rot, Gelb und Blau leuchtet das kleine Zirkuszelt des pädagogischen Mitmachzirkus „ZappZarap“ auf der Wiese der Grundschule Weißkirchen. Rot, gelb und blau glitzern auch die Wämschen sowie die Westen der kleinen Artisten, die in einer langen Reihe vor dem Zelteingang stehen. Schnell huschen die Gäste der Vorstellung, die zu 100 Prozent von Schülern ausgerichtet wird (TZ berichtete), auf ihre Plätze. Das Zelt platzt fast aus allen Nähten, soll voll ist es.

Dann endlich laufen die ersten bis vierten Klassen ein. Wie ein Springbrunnen, der kleine, bunte Akrobaten ausspuckt, sieht es aus, als sie winkend durch die Zuschauerreihen stolzieren. Nachdem Schulleiterin Ursula Bräuer allen Helfern von Eltern bis Hotel Mövenpick, von Elektrikern bis Familie Bickert für die großartige Unterstützung gedankt hat, kann es endlich losgehen.

Und wie! Drei Zirkusdirektoren bringen ihrem Publikum zunächst einmal die verschiedenen Arten des Applauses bei, um hinterher zu sagen: „Vergesst Stufe eins und zwei, wir wollen nur Stufe drei: den Mega-Applaus!“ Den bekommen sie, und zwar für wunderbar geschlagene Räder und freihändige Hebefiguren, für Handstand auf zuvor zerschlagenem Glas, ohne sich zu verletzen, für auf dem Nagelbrett liegende kleine Fakire, auf deren Rücken dann noch als zusätzliches Gewicht ein Kollege steigt, und natürlich für die lustigen Clowns mit ihrer Plastikflasche, die sie auf einem schmalen Holzstück balancieren wollen, was mehrfach nicht klappt und als dann doch, kommt heraus: Die cleveren Komiker haben die Flasche einfach „festgetackert“.

Dann gibt es einen Tanz mit neonfarbenen Tüchern im Schwarzlicht, wieder andere Kinder jonglieren mit Bällen, Keulen oder Reifen, und zwei mutige Mädchen balancieren auf einem Brett, das auf einer Rolle liegt. Der Stolz auf die jeweils ganz eigene Leistung steht den begabten Hobbyartisten ins Gesicht geschrieben, und sie beenden jede Vorführung ganz professionell mit „Kompliment“, einer im Zirkus üblichen, strammen Körperhaltung mit einer Hand wie beim Ballett bis in die Finger nach oben gestreckt.

Auch die Musik passt

Auch haben die Veranstalter immer die passende Musik zum Kunststück ausgewählt, so dass die Leute auf den Bänken ständig mit in Bewegung sind und im Takt klatschten. Einziges Manko: In den hinteren Reihen ist leider nicht gut zusehen, was in der Manege passiert, wenn die Kleinen am Boden arbeiten.

Nun treten Youris (11), Luan (9) und Leandro (10) mit dem Diabolo auf. Das ist eine Art Kreisel, der mit einem Seil, das an zwei Stöckchen befestigt ist, in die Luft geschwungen und mit selbigem wieder aufgefangen wird. Die drei Jungs sind mit Feuereifer bei der Sache und es stört keinen, dass auch mal ein Diabolo nicht den Weg zurück ins Seil oder die Hand findet.

Einen Hula-Hoop-Reifen um die Hüfte kreisen lassen kann ja fast jeder, aber die Grundschüler aus Weißkirchen machen das gleich mit zweien. Schließlich geht es in die Lüfte auf mehreren Leitern, die unten von den Freunden gehalten werden, klettern die Jungen und Mädchen wie die Wetterfrösche nach oben, um dort freihändig auf den Sprossen zu stehen. Von der gewagten Trapeznummer in der zweiten Hälfte und Maria (7), die auf einem Seil etwa einen halben Meter über dem Boden ein Füßchen vor das andere setzt, mal ganz abgesehen.

Weißkirchen ist jetzt Zirkusstadt und die Schüler der Grundschule die Artisten. Diabolospezialist Youris feiert jedenfalls nach getanem Werk mit seinen Kumpels bei Cola und Popcorn: „Hat echt Spaß gemacht“, meinen alle leicht verschwitzt und Youris bedankt sich noch ganz nach Zirkuskünstlerart für das kurze Interview.

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