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Drogentest: Arzt übel beschimpft und beleidigt

Von Ein junger Steinbacher, der bei der Polizei kein Unbekannter ist, hatte jetzt erneut mit der Justiz zu tun. Sein Geständnis und das Praktikum, das der 19-Jährige derzeit macht, bewahrten ihn allerdings vor einer empfindlichen Strafe.
Ein Blaulicht auf einem Streifenwagen. Foto: Jens Büttner/Archiv Ein Blaulicht auf einem Streifenwagen.
Steinbach. 

Die Fahrweise eines jungen Mannes kam der Frankfurter Polizei am 27. Mai dieses Jahres verdächtig vor. Die Beamten kontrollierten den 19-jährigen Steinbacher und ordneten eine Bluttest an, da sie bei dem jungen Mann auf Drogenkonsum tippten. Damit lag die Polizeistreife richtig, wie sich später herausstellte. Weil der Rauschgiftkonsum im unteren Bereich lag, wurde der junge Mann später vom Gericht zu einer Bußgeldzahlung in Höhe von 500 Euro verurteilt. Dazu gab es noch ein Fahrverbot von vier Wochen und die Anweisung, sich einer Drogenkontrolle (mehrere Urinproben) zu unterziehen.

Nun folgte vor der Bad Homburger Jugendrichterin eine zweite Anklage, und zwar wegen Beleidigung. Wie im Gericht zu erfahren war, hatte der junge Steinbacher den Arzt während der Blutentnahme übel beschimpft und beleidigt. Unter anderem warf er dem Mediziner vor: „Du stinkst!“

Ohrfeige vom Mediziner?

Sein Fehlverhalten gab der Steinbacher im Gericht zu. Der Arzt habe ihm wegen der Beleidigung sofort eine Ohrfeige gegeben, trug der 19-Jährige in der Verhandlung vor. Ob dies der Wahrheit entspricht, blieb offen, denn der Mediziner war nicht als Zeuge vorgeladen worden.

Die Verhandlung in Bad Homburg war nicht der erste Justizkontakt des jungen Mannes. So war ihm bereits räuberische Erpressung und Fahren ohne Fahrerlaubnis vorgeworfen worden.

„Es muss beruflich etwas passieren“, sagte der Vertreter des Jugendamtes über die gegenwärtige Situation des Angeklagten. Im Moment sehe es danach aus, fügte er hinzu, denn der Heranwachsende befinde sich nun bis zum 30. April 2018 in Rüsselsheim in einem Praktikum. Dorthin fahre er mit seinem Auto. Die Richterin gab zwar ihrer Verwunderung Ausdruck, wie der junge Mann, der Sozialleistungen bezieht, Pkw und Drogenkauf überhaupt finanzieren könne. Die angebliche Ohrfeige des Arztes – Erwiderung der Beleidigung – und das derzeitige Praktikum bewahrten den Angeklagten aber schließlich vor einer gerichtlichen Ahndung.

Der junge Steinbacher hat wegen des Praktikums keine Zeit, um gemeinnützige Arbeitsstunden abzuleisten. Deswegen und wegen der geringen finanziellen Mittel des Steinbachers, gab es von der Jugendrichterin nur die Auflage, das bis zum 30. April datierte Praktikum durchzuhalten. Hält er sich an die gerichtliche Auflage, wird der Fall endgültig eingestellt.

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