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FDP-Bürgermeisterkandidat: Ascan Iredi ist Banker mit einem Faible für Kunst

Von Er ist kunstinteressiert, legt Wert auf Fairness und Offenheit und will als FDP-Kandidat Bürgermeister werden: Ascan Iredi. Wir haben ihn zu Hause in der Wiesbadener Straße besucht, um die Person ein bisschen besser kennenzulernen.
Der 50 Jahre alte Ascan Iredi ist kunstinteressiert. Der Liberale tritt bei der Bürgermeisterwahl am 28. Januar an. Foto: Jochen Reichwein Der 50 Jahre alte Ascan Iredi ist kunstinteressiert. Der Liberale tritt bei der Bürgermeisterwahl am 28. Januar an.
Königstein. 

Wenn Ascan Iredi aus den großen Fenstern im ersten Stock seines Bungalows schaut, kann er auf Ruppertshain, Schneidhain und zur Königsteiner Kernstadt mit Burg blicken. Die Aussicht ist famos. Auf dem Fenster an der Seite, neben dem großen runden Tisch, liegen zwei Thai-Katzen in ihren Körbchen. Sie lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Sie blinzeln nicht, noch nicht einmal ein Schnurren ist von ihnen am Esstisch zu hören. Neben diesem hängt ein Bild von Andy Warhol „The electric chair“.

Ascan Iredi ist einer der drei Kandidaten, die Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) am 28. Januar herausfordern. Wir besuchen ihn in seinem Wohnhaus in der Wiesbadener Straße. Und stellen auch ihm die Frage, die ihn schon sein ganzes Leben lang begleitet. „Ascan Iredi – was für ein Name ist das eigentlich?“ Iredi, das ist der Name eines Soldaten, der unter Napoleon beim Russland-Feldzug nach Deutschland gekommen war und dort geblieben ist. Ascan hingegen ist ein gebräuchlicher Name in Hamburg – und dahin hatte es auch einen Teil der Familie verschlagen. „Passt zusammen, obwohl es nicht zusammengehört“, findet der 50-Jährige, der es bereits häufiger erlebt hat, dass sein Name wahlweise dem Schwedischen oder dem Persischen zugeordnet wurde.

Seit dieser Wahlperiode sitzt Iredi für die FDP in der Stadtverordnetenversammlung – als Hinterbänkler. Deshalb geht es in der ersten Phase darum, seinen Bekanntheitsgrad in der Stadt zu erhöhen. Geht er an Infoständen auf Bürger zu, so tue er das oft mit den Worten: „Wir haben am 28. Januar Bürgermeisterwahlen. Wissen Sie das?“

Spannend wird das Rennen mit vier Kandidaten – drei Herausforderern und einem Amtsinhaber – allemal. „Das wird eine enge Entscheidung.“ Iredi rechnet damit, dass es auf wenige hundert Stimmen ankommen wird.

Zwei Faktoren sieht er bislang als bestimmend für den Verlauf des Wahlkampfes an: Wie kommt er an, und wie ist die Situation in Königstein? Seine Erfahrung: „Ich bekomme ein gutes Feedback, und die Unzufriedenheitsquote unter den Königsteiner ist hoch.“ Für ihn die Chance, mit seinem Versprechen, Dinge anzupacken und zu verändern, zu punkten.

Vor zehn Jahren sind er und seine Partnerin Judith Stahl nach Königstein gezogen. Kennen gelernt haben sich die beiden vor 13 Jahren, als sie im Süden Münchens gewohnt haben. Und wo? Die beiden schauen sich an, so als ob sie sich nicht sicher seien, ob sie diese Information herausgeben wollen. Tun sie aber doch: auf der Wiesn, in Dirndl respektive in Lederhose. Verheiratet ist das kinderlose Paar nicht. „Verlässlichkeit in der Beziehung wird nicht durch den Ehevertrag ausgedrückt“, sagt Iredi.

An die Hand genommen

Für beide ist Königstein zur Heimat geworden, zum ruhenden Pol. Anschluss haben sie schnell gefunden: Einen Ur-Königsteiner hatten sie als Nachbarn – und der hat sie fast wie ein Pate an die Hand genommen. Weitere Kontakte ergaben sich in den Vereinen. Und dennoch hat das Ankommen drei bis vier Jahre gedauert. „Heute wollen wir beide nicht mehr von hier wegziehen“, sagt der Banker mit dem Faible für Kunst.

Mehrere Jahre lang hat er sich im Vorstand des Frankfurter Kunstvereins engagiert. „Menschen, die sich im größeren Rahmen engagieren wollen, haben es in Frankfurt leichter“, sagt Iredi. In Königstein fehlten Projekte mit Strahlkraft. Etwas neidisch schielt er auf die Nachbargemeinde Kronberg, in der derzeit die Kronberg Academy einen Kammermusiksaal errichtet.

Iredi bezeichnet sich als „sehr visuellen Menschen“. Die Kunst ist für den Portfoliomanager für wohlhabende Privatkunden ein willkommener Ausgleich. Dem Kunst-Boom steht er kritisch gegenüber. „In der Gegenwartskunst gibt es viel Zirkus, aber ich bin mir sicher, dass sich auf lange Sicht Qualität durchsetzt.“ Eine Zeitlang sammelte Iredi Kunst. Doch einen Lieblingskünstler hat der Wahl-Königsteiner nicht, weil er Personenkult ablehnt, und weil man Künstler aus verschiedenen Gründen in den unterschiedlichen Lebensabschnitten gut findet. „Das ist nicht statisch.“

Beruflich ausgelastet, kulturell interessiert – doch was motiviert ihn, sich politisch zu engagieren? „Ich habe sehr viel Glück gehabt, da möchte ich etwas zurückgeben.“ Und ja, das gehe auch in der FDP.

Die Fragen des Lebens

Eingetreten in die Partei ist Iredi, als es total out war – einen Tag nach Klatsche für die Liberalen bei der Bundestagswahl. Vorausgegangen war bei Iredi eine Phase, in der er sich selbst hinterfragte. Eine Phase, in der er sich nach 16 Jahren Anstellung bei der Postbank neu erfinden musste, wie er sagt. Und eine Phase, in der er sich – nach der Krebsdiagnose seines Vaters, den er sechs Monate lang bis zum Tod begleitete – neu auf die Fragen des Lebens einlassen musste.

Ihm sei es ein Anliegen, die verschiedenen Farben des Lebens zuzulassen, ohne dass sich die Beliebigkeit Bahn brechen. „Fairness, Offenheit und Verlässlichkeit sind das Wichtigste.“

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