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Barrierefreiheit ist noch nicht erreicht: Auf Rädern sicher durch die Stadt

Von Kurpark, Bahnhof, Hirschgarten – wesentliche Orte der Kurstadt sind bereits barrierefrei, also mit körperlichen Einschränkungen gut zu besuchen. Was wurde schon erreicht und wo wird nachgebessert? Ein (unvollständiger) Standesbericht.
In ihrer Freizeit sind Hildegard und Dieter Pagel in und um Bad Homburg zusammen auf Rädern unterwegs. Foto: Jochen Reichwein In ihrer Freizeit sind Hildegard und Dieter Pagel in und um Bad Homburg zusammen auf Rädern unterwegs.
Bad Homburg. 

In der Stadtverwaltung geht man davon aus, dass sich mehr als 9000 Menschen mit anerkannter Behinderung in der Kurstadt bewegen. Das sind rund 16 Prozent der Einwohner. „Ihre Zahl wird noch zunehmen“, prognostiziert Dieter Pagel, Sprecher der Initiative barrierefreies Bad Homburg (IbHG). Und wo Rollstuhlfahrer nicht weiterkommen, müssen auch Menschen mit Rollator oder mit Kinderwagen Klippen überwinden. Auch die vielen Frischoperierten aus den Kurkliniken sind auf möglichst ebenen Boden und funktionierende Aufzüge angewiesen.

Seit ihrer Gründung 2013 hat die IbHG schon einiges erreicht – ungeachtet dessen, dass die städtische Behindertenberatung längere Zeit unbesetzt war. Seit April kümmert sich wieder eine Mitarbeiterin hauptamtlich um die Belange Behinderter (siehe Box unten); die Initiative lobt die Zusammenarbeit. Und auch die Ehrenamtlichen selbst haben einiges bewirkt. „Wir sind ein schönes Stück weiter, aber trotzdem ist noch viel zu tun“, so Pagel.

Beim ersten Stadtforum im November, wo Bürger Ideen für das Bad Homburg der Zukunft zusammentrugen, habe das Thema Barrierefreiheit keine große Rolle gespielt. Dies wurde nun nachgetragen.

Das bisher Erreichte im Überblick:

  Schloss: Oberer Schlosshof und Foyer sind über die Herrngasse erreichbar. Jedoch fehlt für die leicht ansteigende Zufahrt noch ein Streifen mit rüttelfreier Pflasterung. Die Schlösserverwaltung will nach Worten von Direktor Karl Weber versuchen, dies in diesem Jahr ab dem Metalltor umzusetzen. Es gibt eine behindertengerechte Toilette und einen Rollstuhl mit Treppenlift, der Gehbehinderte in obere Gemächer trägt. Für den Treppenabsatz an der Zeder gibt es noch keine Lösung. Dafür einen neuen barrierefreien Zugang in die Schlosskirche.

  Kurpark: Bei Glätte wird seit Intervention der IbHG auf die dicke Splittschicht verzichtet. Die Toilette in der Orangerie ist gut nutzbar.

  Bahnhof: Das A und O ist hier der Aufzug zu den Gleisen. Doch oft funktioniert er nicht. Stadtrat Meinhard Matern, regelmäßiger Besucher der IbHG-Treffen, will bei der zuständigen Bahn AG Druck aufbauen, dass der Lift besser gewartet wird. Bislang scheiterte es am fehlenden Ansprechpartner. Am neuen Busbahnhof lässt es sich gut in den Bus einsteigen.

  Busse: In manchen neuen Modellen verhindert eine mittig angebrachte Stange, dass Rollstuhlfahrer auf ihren Platz rollen können. Ein Vertreter des Busbetreibers Transdev riet der Initiative, Leitlinien zu verfassen, um künftige Ausschreibungen zu beeinflussen. Sehbehinderte leiden an falschen oder zu leisen Stationsansagen.

  Seedammbad: freier Eintritt für Begleitperson; ein Lift bringt Rollstuhlfahrer in die Schwimmhalle. Dort haben sie jedoch Probleme, ins Wasser zu kommen.

  Saalburg: Im Eingangsbereich zwischen Shop und Kasse gibt es eine Treppe, so dass Rollifahrer klingeln müssen. Laut IbHG soll eine Hebebühne eingebaut werden. Die unebenen Wege im Innern sind nicht zu ändern, jedoch soll an einer verdeckten Seite des denkmalgeschützten Horreums ein Außenaufzug entstehen.

  Hirschgarten: Ist vom Parkplatz aus barrierefrei zu erreichen; auch eine Behindertentoilette wurde eingebaut.

  St. Marien: Die katholische Kirche hat eine seitliche Rampe mit geringer Steigung.

  Hotels: Das Steigenberger hat neuerdings zwei barrierefreie Zimmer.

  Geschäfte, Arztpraxen: Gut 20 Läden oder Praxen sind barrierefrei. Erkennbar sind sie am Logo . Die IbHG will weitere Inhaber überzeugen, für Barrierefreiheit zu sorgen.

  Landratsamt: Elektrische Türen, Behindertentoiletten und Parkplätze sind vorhanden.

  Vorbildlich in Sachen Barrierefreiheit sind im Taunus nach Auskunft eines VdK-Vertreters der Hessenpark (Neu-Anspach) und der Oberurseler Bahnhof .

Initiative sucht Helfer

Die IbHG sucht für ihr Wirken Verstärkung. Wer Interesse hat, Ideen einzubringen und Probleme zu lösen, ist zu den Treffen der IbHG eingeladen. Die Initiative trifft sich alle zwei Monate am zweiten Mittwoch im Monat. Die nächsten Treffen sind am 14. März, am 9. Mai und am 11. Juli.

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