Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
1 Kommentar

Investor dagegen: Aus für Sozialwohnungen auf dem Salus-Gelände in Friedrichsdorf

Die Stadtverordneten hätten gern Sozialwohnungen auf dem Gelände der jetzigen Salus-Klink gesehen. Aber das will der Investor nicht. Und die Stadt darf an die Baugenehmigung keine Bedingungen knüpfen.
Noch werden hier Patienten betreut. Doch wenn die Salus-Klinik ausgezogen ist, werden hier Wohnungen entstehen, die auf dem freien Markt verkauft werden sollen.  Archivfoto: Matthias Reichwein Foto: Matthias Reichwein Noch werden hier Patienten betreut. Doch wenn die Salus-Klinik ausgezogen ist, werden hier Wohnungen entstehen, die auf dem freien Markt verkauft werden sollen. Archivfoto: Matthias Reichwein
Friedrichsdorf. 

In der jetzigen Salus-Klinik wird es keine Sozialwohnungen geben. Es sei denn, der Investor überlegt es sich doch noch anders, das berichtete Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne). Die Fachklinik für psychosomatische Störungen und Suchterkrankungen will 2019 nach Bad Nauheim ziehen, weil sie mehr Platz braucht. Ihre Gebäude in der Innenstadt sollen dann in Wohnraum umgewandelt werden. Es handelt sich um die Häuser Ludwig-Jahn-Straße 1 a, am Landgrafenplatz 1 und Hugenottenstraße 82–84.

Insgesamt plant der Investor, die Berner Group Berlin, auf dem Gelände 40 Ein-Zimmer-Wohnungen und 80 größere Appartements sowie Geschäfte und Büros zu errichten. Außerdem soll ein neues Parkdeck gebaut werden. Die Mehrheit der Stadtverordneten hätte auf dem Gelände jedoch gern bezahlbaren Wohnraum gesehen. Denn Sozialwohnungen sind knapp, der Bedarf in der Stadt jedoch enorm.

Daher beschlossen die Parlamentarier Anfang September: „Der Magistrat wird gebeten zu prüfen, ob im Rahmen des Nutzungsänderungsantrages für die Klinik seitens der Stadt die Einrichtung öffentlich geförderter Wohnungen gefordert werden kann. Ebenfalls soll geprüft werden, ob auf dem geplanten Parkdeck Stellplätze zur öffentlichen Nutzung eingerichtet werden können.“

Die Stadtverwaltung holte daraufhin die rechtliche Einschätzung des Hessischen Städte- und Gemeindebundes und des Hessischen Städtetages ein, berichtete Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne). Beide Institutionen teilten jedoch mit, dass das nicht gehe. Denn: „Die Erteilung einer Baugenehmigung darf nicht an Gegenleistungen gebunden werden, wenn ein Rechtsanspruch auf Genehmigung auch ohne diese Gegenleistung besteht.“ Nur bei „konkreten bauplanungsrechtlichen Gründen“ sehe die Sache anders aus. Das heißt, die Stadt darf dem Investor nicht sagen, er bekomme die Genehmigung nur, wenn er eine bestimmte Menge an Sozialwohnungen einplane. Tue sie es dennoch, sei das nach derzeitiger Beurteilung rechtswidrig.

Nachfrage bei Investor

Trotzdem habe Burghardt beim Investor nachgefragt, ob er sich vorstellen könne, freiwillig öffentlich geförderte Wohnungen und öffentliche Stellplätze zu bauen. Das jedoch habe der Investor verneint. Er wolle die Salus-Klinik in Wohnraum umbauen und dann als Eigentumswohnungen auf dem freien Markt verkaufen. Das Gleiche gelte für das Parkhaus, das an die künftige Wohnungseigentümergemeinschaft übergehen solle.

Die Berner Group Berlin beabsichtigt, zwei Gebäudeteile der jetzigen Klinik abzureißen und die restlichen Gebäude umzubauen. Die kompakten Baukörper sollen aufgelöst werden und die Gebäude nach ökologischen Richtlinien saniert werden. Die bisher strengen Fassaden sollen durch zusätzliche Balkone und stufenweise aufgelockert werden. Generationen-Wohnen und seniorengerechtes Wohnen soll dort möglich werden. Im Erdgeschoss des Hauses Hugenottenstraße 82–84 könnten auf 1300 Quadratmetern Geschäfte, Galerien und Büros entstehen. Die jetzige Grünfläche soll zu einem Park mit Spielwiese erweitert werden.

221 Parkplätze

Für die Nutzungsänderung müssen laut Stellplatzsatzung 221 Parkplätze nachgewiesen werden. 116 sind bereits vorhanden. Zu den 70 Parkplätzen die in dem zweigeschossigen Parkdeck entstehen, sollen noch zehn Car-Sharing-Plätze kommen. Das Parkdeck soll eine begrünte Holzfassade erhalten. Außerdem geplant ist eine Photovoltaik-Anlage, so dass Akkus von Elektroautos aufgeladen werden können. Auch in der vorhandenen Tiefgarage soll es künftig Ladestationen geben. Zudem sind Fahrradstellplätze für Anlieger geplant.

Für das neue Parkdeck muss der Investor laut Beschlussvorlage unter anderem eine Lärmprognose vorlegen und damit nachweisen, dass die derzeitigen Anlieger keine Nachteile zu befürchten haben. Geachtet werden müsse auch auf den verrohrten Rehlingsbach, der unter dem Grundstück fließt, auf dem das Parkdeck errichtet werden soll. Das ganze Areal liege in einem Mischgebiet. Das gesamte Konzept solle nach Paragraf 34 Baugesetzbuch beurteilt werden.

Zur Startseite Mehr aus Vordertaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse