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Der Stadtteil hat jetzt sieben waschechte neue Mitbürger: Bachtaufe mit Bembel

Von Das Kirdorfer Jubiläum war weit mehr als nur ein großes Fest. Seit 2004 wurde erstmals wieder die Bachtaufe zelebriert. Dafür fanden sich gleich sieben Personen, die sich durch besonderes Engagement für den Ort auszeichnen. Entsprechend begeistert war das Publikum an dem Brunnen.
Da wackelt der Taunus-Dom: Mit Musik und Klang ging es beim Festzug durch den Stadtteil. Foto: Jochen Reichwein Da wackelt der Taunus-Dom: Mit Musik und Klang ging es beim Festzug durch den Stadtteil.
Kirdorf. 

Die erste Bachtaufe gab es vor 25 Jahren. Oberbürgermeister Assmann und Landrat Banzer gehörten zu den Auserwählten. Schließlich bewirbt man sich nicht hierfür, sondern wird vorgeschlagen. Das bedeutet, man sollte nicht nur in Kirdorf wohnen, ein geborener Kirdorfer sein, sondern auch mit Leib und Seele in der Gemeinschaft engagiert sein. Seit 2004 gab es keine Bachtaufe mehr. Das sollte nun anlässlich des großen Jubiläums 1225 Jahre Kirdorf geändert werden. Und so wurden sieben Personen ausgewählt, die zum Teil erst eine Woche vor dem Festakt von ihrer Nominierung erfahren hatten.

Aus dem ruhigen Abed wurde nichts

Kirdorf ist nicht nur alt. Es besticht auch durch den Zusammenhalt der Bürger dieser kleinen Ortschaft, die 892 in einer Schenkung an das Kloster Lorsch gegeben wurde.

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Einer von ihnen war Joachim Dietrich Reinking. Seit 20 Jahren lebt er im Stadtteil und engagiert sich hier seit vielen Jahren. Beispielsweise, wenn es darum geht, den Kirdorfer Dom bei Anbruch der Dunkelheit anzustrahlen. Zudem ist da sein Engagement als Zweiter Vorsitzender der SGK. Und Reinking trug die nasse Taufe nicht nur mit Fassung, sondern empfand sie auch als große Ehre. „Ich bin jetzt offiziell Teil der Gemeinschaft, für die ich schon so lange aktiv bin“, freute er sich. Die Vorbereitungszeit für diese Taufe war kurz. Knapp eine Woche vor der Zeremonie wurde er vom Ortsvorsteher und Vereinsringvorsitzenden Hans Leimeister darauf angesprochen, und er habe sehr gerne zugestimmt.

Geleit der Gardemädchen

Die Choreographie entsprach der Bedeutung. Nach einer Ankündigung von Hans Leimeister kamen die sieben „Neubürger“ auf die Bühne des Festzeltes, geleitet von vier Gardemädchen. Hans Leimeister wusste von allen „künftigen“ Kirdorfern detailliert deren Geschichte, und warum sie auserwählt wurden, das Bachrecht zu erwerben. Ivan Letica, Sabine Kraus-Gadermann, Julia Zentgraf, Ingunn Wolz, Joachim Dietrich Reinking, Uwe Griesel und Pfarrer Jörg Marwitz versammelten sich auf der Bühne.

Dann ging es durch das Zelt hinaus in einer kleinen Prozession zum Brunnen. Dann wurde es Ernst – und nass: Schuhe ausziehen, Strümpfe weg und dann mit hochgekrempelten Hosen in den Brunnen. Kaltes Wasser und entsprechende Mienen in den Gesichtern. Eine Runde drehen und dann abwarten. Eine richtige Gaudi für alle eben. Hans Leimeister bekam einen Bembel gereicht, der „natürlich mit dem Original Bachwasser“ gefüllt war, der seit einigen Jahren neben dem Brunnen unterirdisch geführt wird.

Ganz wichtig: der Schwur, der auf Wilhelm Braun, das Kirdorfer Original, zurückgeht. Jeder bekam dann unter dem Applaus der vielen Zuschauer einen ordentlichen Schwung Wasser über das Haupt geschüttet. Dann ging es nach dem Abtrocknen zurück ins Zelt und zur Übergabe der Urkunden.

Voll integriert

Eine weitere Getaufte war Ingunn Wolz. Der Vorname sei „irgendwie schwedisch“, erzählt sie, und dass sie in Rodheim wohnt. Und dennoch die Bachtaufe in Kirdorf? Ja, denn ihr Opa ist Kirdorfer. Und seit 30 Jahren ist sie nicht nur im Club Humor aktiv, sondern sie gestaltet musikalisch auch viele Gottesdienste, ist voll integriert beim Fasching und bei der Kerb – also im Grunde nicht von einer „echten“ Kirdorferin zu unterscheiden.

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